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Rennbericht Schweizermeisterschaft Parma (I) vom Sonntag, 25. Mai 2003


Nach dem Eröffnungsrennen von Ostermontag in Wohlen stand der zweite Renntag zur diesjährigen Schweizermeisterschaft für die Kategorien ICA, A-150 und Junior an. Zudem war ein offenes Rennen für die Kategorie Rotax-Max ausgeschrieben. Austragungsort war die traditionsreiche Rennstrecke in Parma. Die Emilia Romagna empfing den helvetischen Karttross mit herrlichem Frühsommerwetter und optimalen Rahmenbedingungen. Der schnelle Kurs mit wechselndem Belag und reichlich Gummiabrieb hielt dabei einige Herausforderungen an Fahrer und Mechaniker bereit.

Der organisierende Kart Club Locarno durfte inklusive Rotax-Fahrern insgesamt 71 Piloten begrüssen, wobei die Kategorie ICA mit 32 Nennungen mit Abstand das grösste Interesse weckte. Die Felder in den Kategorien Junior und A-150 waren mit 16 und 17 Fahrern etwas weniger gut besetzt, versprachen jedoch aufgrund einer hochkarätigen Besetzung ebenfalls interessanten Rennsport. Das Rotax-Feld präsentierte sich mit nur gerade 6 Nennungen sehr dünn, was aber verständlich ist, da das offene Rennen keinerlei Punkte für eine Meisterschaft abwarf.

Kategorie ICA

Zeitfahren ICA

Das ICA Feld wird in 2 Gruppen zu je 16 Fahrern aufgeteilt, um für jeden Fahrer ausreichend Raum für einige schnelle Runden zu schaffen. Das Los will es, dass die Tableau-Hälfte mit den tieferen Startnummern 1 bis 40 das Qualifying eröffnet. Aufgrund der ausgeglichenen äusseren Bedingungen ist im Gegensatz zum Vorjahr und zum Eröffnungsrennen (Regenschauer bzw. abtrocknende Strecke) diesmal jedoch kaum ein Vor- oder Nachteil abzuleiten. Das Ergebnis des Zeitfahrens bestätigt dies denn auch, liegen doch auf den ersten 6 Plätzen der Rangliste je 3 Piloten beider Gruppen. Die Pole-Position erobert sich Marc Grabher in 45.689, gefolgt von Pascal Posch (45.832), Maic Schnüriger (45.864), Michael Grabher (45.931), Michaela Caviezel (45.998) und Cesare Delea (46.004). Die geringen Zeitabstände versprechen für das folgende Rennen Hochspannung.

Einiges Pech widerfährt Oliver Widmer, der mit Zündungsproblemen bereits in der zweiten Runde das Qualifying aufgeben muss. Trotzdem gelingt ihm das Kunststück, sich mit nur einer gezeiteten Runde auf Platz 14 zu fahren. Er wird sich gewiss selbst seine Gedanken gemacht haben, wie weit nach vorne ihn das Zeitfahren ohne die Defekthexe hätte bringen können....

Wie im Fahrer-Briefing angekündigt nimmt die Rennleitung Benzinproben nach dem Zeitfahren vor. Dabei stossen die Kontrolleure bei Rahel Frey und Mario Klossner auf vom Muster abweichenden Treibstoff, worauf die Kommissare die beiden Mitbewerber ans Ende der Startaufstellung relegieren.

Vorlauf 1 ICA

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Rahel Frey in 45.824 (Runde 8),  93.488 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1 - 12

Marc Grabher

Wetter:

Sonnig, 25 0

 

 

 

Beim Start zum ersten Rennen des Tages behauptet sich der Trainingsschnellste Marc Grabher gegen seine Mitkonkurrenten. Am Ende der Startgeraden jagt das Feld wie an einer Schnur aufgereiht hinter Grabher, Posch, Schnüriger durch die erste Schikane. In der Mitte des Feldes kommt es dann jedoch zu einer Startkollision, bei der Zaugg, Manuzzi, Rüegsegger und Müller ihre Ambitionen bereits begraben müssen. Zaugg versucht sein Gerät nochmals in Fahrt zu bringen, muss dann jedoch endgültig die Waffen strecken.

Das Mittelfeld wird in Runde 3 weiter dezimiert. Marc Wolhuser gerät im Infield beim Anbremsen auf die Curbs, dreht sich zurück auf die Piste und vor den heranbrausenden Raphael Granito. Für Wolhuser ist Lauf 1 damit frühzeitig beendet, Granito hingegen kann das Rennen mit Rundenrückstand nochmals aufnehmen. Oliver Widmer scheidet wenig später mit Motorschaden aus.

Vorne setzt sich vorerst eine Sechsergruppe mit Marc Grabher, Posch, Schnüriger, Caviezel, Wettstein und Remschnig ab, Kurmann und Michael Grabher folgen mit etwas Abstand auf den nächsten Plätzen. Marc Grabher und Posch können sich vorne nun etwas lösen, in der Verfolgergruppe zeigt sich Remschnig aufsässig und bremst zuerst Marco Wettstein, etwas später auch Michaela Caviezel aus. Beide werden dabei auf die Aussenbahn abgedrängt, worauf sie gleich mehrere Meter einbüssen. Doch damit nicht genug, von hinten nahen nun Kurmann und Michael Grabher, die ihrerseit die Chance sehen, sich noch zu verbessern. Michael Grabher schafft es dann auch zwei Runden vor Schluss, sowohl Kurmann als auch Caviezel zu überrumpeln und Platz fünf zu erobern.

Durch die ständigen Positionskämpfe in dieser Gruppe vermag auch Delea noch aufzurücken, gefolgt von einer fulminant aufholenden Rahel Frey, die sich nach ihrer Relegation bereits wieder durch das halbe Feld gekämpft hat. In der letzten Runde versucht Rahel in jeder Bremszone, an Delea vorbeizugehen, doch der macht sich mächtig breit und vermag seine Position gerade noch bis zur Zielflagge zu verteidigen.

Vorlauf 2 ICA

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Rahel Frey in 45.883 (Runde 7),  93.367 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1 - 12

Marc Grabher

Wetter:

Sonnig, 27 0

 

 

 

Der zweite Lauf bringt für zwei Fahrer gleich zu Beginn Aufregung im Überfluss. Oliver Widmer und Marco Kurmann bleiben in der Einführungsrunde stehen. Widmer muss das Rennen somit schon vor dem Start aufgeben, Kurmann hat mehr Glück und kann nach einem kurzen technischen Eingriff doch noch ins Renngeschehen eingreifen, jedoch mit einem Start vom Ende des Feldes aus.

Wie in Lauf 1 führt auch beim zweiten Start Marc Grabher das Feld in die erste Kurve. Auch die Reihung hinter Marc ist  weit gehend identisch mit dem ersten Lauf: Posch bleibt erster Verfolger vor Schnüriger, Remschnig, Caviezel, Wettstein und Michael Grabher. Michael Grabher hält es allerdings nicht auf der siebten Position, vehement drängt er nach vorn und überholt zuerst Wettstein, kurz danach auch Caviezel. Und weil es bisher so gut geklappt hat, macht Michael Grabher auch vor Remschnig und Schnüriger nicht Halt.

Zu Rennmitte liegt Michael somit also bereits auf P3, und nur noch Pascal Posch kann den brüderlichen Doppeltriumph verhindern. Doch auch Posch vermag nicht lange Paroli zu bieten – in Runde 8 verdrängt Michael Grabher Pascal Posch mit einem schönen Ausbremsmanöver im Infield von Platz 2. Ein Bruderpaar auf den ersten beiden Plätzen, das kennen wir doch auch aus der Formel 1!

Die ersten beiden Positionen sind also fest in Grabher-Händen, doch dahinter entbrennt gegen Rennende ein intensiver Wettstreit um Position 3. Vorerst balgen sich Posch, Schnüriger, Remschnig und Caviezel um diesen Platz, doch schliesslich vermögen auch Rahel Frey und Marco Bellanca noch aufzuschliessen. Als die Zielflagge fällt, kreuzt das kämpferische Sextett innnerhalb von nur gerade 4 Zehntelsekunden die Ziellinie, doch eine Positionsänderung gelingt trotz letztem Einsatz niemandem mehr. Es ist ein schöner Schlusspunkt in einem sehenswerten Rennlauf, an dem das Publikum seine helle Freude hat.  

Final ICA 

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Remschnig  in 46.041 (Runde 6),  93.047 km/h

17 Runden à 1.190 km = 20.640 km

Leader:

1 - 17

Marc Grabher

Wetter:

Leicht bewölkt, 27 0

 

 

 

Die Addition der beiden Vorläufe zeigt für die Startaufstellung im Finale folgendes Bild: Auf Pole steht selbstverständlich nach seinen beiden Start-Ziel Siegen Marc Grabher. Startplatz 2 belegt Pascal Posch vor Michael Grabher, Maic Schnüriger, Hans Remschnig, Michaela Caviezel und Rahel Frey. 

Der erste Startversuch misslingt, da das Feld zu wenig kompakt in der Beschleunigungszone aufgereiht ist. Eine zweite Einführungsrunde folgt und die Rundenzahl für das eigentliche Rennen reduziert sich dadurch auf 16 Runden. Beim zweiten Versuch klappt es dann schliesslich und nach Startfreigabe zwängt sich das Feld in die erste Kurve. Dabei kommt es zu einer Kollision in der Spitzengruppe. Beteiligt sind Posch, Michael Grabher, Schnüriger und Wettstein, wobei die Karts von Grabher und Schnüriger so stark beschädigt werden, dass sie das Rennen nicht fortsetzen können. Ein herber Rückschlag für die beiden auch im Hinblick auf die Meisterschaft. Posch kann einen Ausfall mit Glück vermeiden, und Wettstein nimmt das Rennen mit grösserem Rückstand nochmals in Angriff. 

An der Spitze des Feldes liegt mit etwas Vorsprung infolge des Startzwischenfalls erneut Marc Grabher, der heute eine grandiose Vorstellung zeigt. Hinter ihm reihen sich Remschnig, Frey, Caviezel und Kurmann ein.

Rahel Frey vermag in der zweiten Runde auf der Zielgeraden an Remschnig vorbei zu ziehen. Rahel legt nun einige Kohlen nach und kann mit Remschnig im Schlepptau bald auch zu Grabher aufschliessen. Bereits in der ersten Rennphase setzt sich nun diese Dreiergruppe deutlich vom Rest des Feldes ab. Das Spitzentrio liegt über die gesamte weitere Renndistanz sehr eng beisammen, doch die hohe Pace des führenden Grabher erlaubt keine ernsthaften Angriffe. In dieser Reihenfolge passieren sie somit schliesslich auch die Zielflagge, Marc Grabher feiert also seinen dritten Start-Ziel Sieg an diesem Tag!

Auch das Verfolgerfeld muss sich nach der turbulenten Startphase wieder neu ordnen. Vorerst liegt Michaela Caviezel allein fahrend auf Rang vier, doch bald wird sie von Kurmann, Roggenmoser und Bellanca ingeholt.

Der Kampf um Position 4 verläuft sehr engagiert, und in Runde 5 zwängt sich Kurmann in der schnellen Rechtskurve nach der Gegengeraden an Caviezel vorbei. Dabei wird Michaela so weit nach aussen getragen, dass auch Roggenmoser und Bellanca innen durchschlüpfen können.


In der Folge ergeben sich auf den vordersten Positionen abgesehen von einem vorübergehenden Positionstausch zwischen Kurmann und Roggenmoser keine weiteren Verschiebungen mehr. Pascal Posch kann nach seinem Zwischenfall in der ersten Runde immerhin noch Gafner und Rohner überholen und bis zu Michaela Caviezel vorrücken, doch an Michaela kommt er trotz vehementer Attacken nicht mehr vorbei.



In der Meisterschaftswertung liegt Hans Remschnig mit 60 Punkten nach wie vor auf Platz 1. Neu auf Platz zwei vorgestossen ist nach seinem grossartigen Auftritt in Parma Marc Grabher (57), der diese Position von seinem Bruder Michael übernimmt. Michael rutscht als Folge seines Nullers im Final mit nun 46 Punkten auf Platz 5 ab. Platz 3 hält weiterhin Pascal Posch (52) vor Rahel Frey (46). Auch Marco Kurmann liegt mit ebenfalls 46 Punkten aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft, für Spannung ist also sicherlich bis auf Weiteres gesorgt.


Kategorie A-150


Zeitfahren A-150

Das Zeitfahren der Kategorie A-150 wird von Reto Carigiet gewonnen. Mit einer Zeit von 47.002 liegt er hauchdünn vor Alexandre Girault (47.071), Andreas Brändli (47.159) und Philipp Folghera (47.213). Auf den weiteren Plätzen folgen Adriano Scardino, Biagio Mancina, Nino Betschart und Gregory Bronz.

Vorlauf 1 A-150

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Betschart in 47.304 (Runde 10), 90.563 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1 - 12

Alexandre Girault

Wetter:

Sonnig, 25 0

 

 

 

Am Start geht Girault gleich am Pole-Mann Carigiet vorbei und holt sich die Führung. Hinter Carigiet reihen sich Folghera, Mancina und Brändli ein. Betschart kollidiert im Infield mit Markus Lüscher, worauf beide das ganze Feld an sich vorbeiziehen lassen müssen. Für Nino Betschart ist das Rennen somit zwar nicht zu Ende, doch resultatmässig vorbei. Er fährt zwar in der Folge noch die schnellste Rennrunde, doch das dürfte angesichts von Platz 15 nur ein schwacher Trost für ihn sein.

Vorne setzt sich ein Duo mit Girault und Carigiet ab, dahinter setzt Brändli den drittplatzierten Mancina enorm unter Druck. Auf der Gegengeraden powert sich Brändli schliesslich an Mancina vorbei und erobert Rang 3. Auch Folghera will im Windschatten von Brändli an Mancina vorbeiziehen, muss dann aber nochmals zurückstecken. Der nächste Angriff Folgheras folgt sofort, Mancina will gegenhalten, dabei geht ihm im Infield die Strasse aus und Folghera kann vorbeiziehen. Mit Glück schafft es Mancina zurück auf die Piste und setzt sofort wieder zur Verfolgung Folgheras an.

Bald kann er wieder aufschliessen, und in der Folge zeigen die beiden ein packendes Duell über die gesamte Renndistanz. Praktisch in jeder Runde wechseln die Positionen, zum Teil gar mehrmals. Der intensive Zweikampf zwischen Mancina und Folghera erlaubt gegen Rennende auch Scardino, zu den beiden aufzuschliessen. In der letzten Runde kann Scardino gar auf der Gegengeraden an Mancina vorbeiziehen. Mancina kontert nochmals, doch Scardino gibt Platz 5 nicht mehr preis.

Brändli kann sich bereits in der ersten Rennhälfte von Folghera und Mancina lösen. Der Rückstand auf den zweitplatzierten Carigiet wird immer geringer und schliesslich kann er Reto gar einholen. Carigiet verteidigt Platz 2 allerdings trotz zahlreicher Angriffe von Brändli erfolgreich. Die Zielflagge fällt als erstes für Girault, knapp vor Carigiet und Brändli. Folghera folgt mit deutlichem Abstand auf Platz 4 vor Scardino, Mancina und Bronz, der ebenfalls ein engagiertes Rennen gezeigt hat.

Vorlauf 2 A-150

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Carigiet in 47.382 (Runde 8),  90.414 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1 - 12

Alexandre Girault

Wetter:

Sonnig, 27 0

 

 

 

Alexandre Girault gewinnt auch das Startduell zum 2. Lauf gegen Reto Carigiet. Dahinter reihen sich Folghera, Brändli, Bronz und Mancina ein. Bronz gerät in Runde 2 im Infield aufs Gras und muss einige Fahrer passieren lassen. Kurz darauf kann Brändli an Folghera vorbeiziehen, Folghera gibt jedoch nicht klein bei und bleibt dicht am Heck von Brändli. In Runde 5 leistet sich Brändli einen kleinen Schnitzer, worauf sofort Folghera und auch Mancina vorbeiziehen.

Folghera und Mancina zeigen uns nun erneut einen packenden Fight, wie schon in Lauf 1. Mehrmals wechselt die Position, wobei Folghera vor allem im Infield, Mancina hingegen auf den Geraden leichte Vorteile zu haben scheint. Brändli lauert indessen knapp hinter den beiden Streithähnen auf seine Chance, und von hinten naht nun auch Scardino. Rundenlang dauert dieser hochspannende Kampf um P3. In Runde 10 spitzt sich die Situation noch mehr zu. Folghera / Mancina berühren sich in der engen Haarnadelkurve im Infield, worauf Brändli und auch Scardino blitzschnell reagieren und innen durchschlüpfen. Scardino versucht in der Folge auch noch, an Brändli vorbeizugehen, doch der wählt für die letzten paar Kurven seine Linie geschickt derart, dass die Attacken Scardinos erfolglos verlaufen.

Girault fährt also vorne seinen zweiten Start-Ziel Sieg ein, Platz zwei geht erneut an Reto Carigiet. Die Addition der beiden Vorläufe bringt daher wichtige 20 Meisterschaftspunkte für Girault, 17 für Carigiet, gefolgt von Brändli (15), Folghera (13), Scardino (11) und Mancina (10).

Final A-150

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Betschart in 47.303 (Runde 8),    90.563 km/h

17 Runden à 1.190 km = 20.640 km

Leader:

1

Reto Carigiet

Wetter:

Leicht bewölkt, 27 0

 

2 - 17

Andreas Brändli

Der Finallauf der Kategorie A-150 beginnt mit einem Paukenschlag. Der bisherige Dominator Alexandre Girault fährt sich in der Formationsrunde den Spoiler ab und muss bereits bevor die Startampel auf Grün schaltet an die Box zurück, um seinem Kart eine neue Nase zu verpassen. Er nimmt das Rennen von der letzten Position aus in Angriff, ist jedoch chancenlos, um nochmals in die Punkte zu fahren. Etwa zur Rennhälfte scheidet Girault dann schliesslich ganz aus.

Der Start wird diesmal eine Beute von Andreas Brändli, der sich sofort von seinen nächsten Verfolgern Carigiet, Folghera, Bronz und Mancina absetzen kann. Das Feld zieht sich bereits auf den ersten Runden leicht auseinander, nur gerade Folghera und Carigiet befinden sich in einem direkten Zweikampf, den Folghera in Runde 3 schliesslich für sich entscheiden kann. In der Folge scheinen die Positionen vorerst bezogen zu sein.

Erst in Runde 7 kommt wieder mehr Spannung auf. Biagio Mancina schafft den Anschluss zu Reto Carigiet und kann im Infield auch gleich an Reto vorbeiziehen. Kurz danach zieht Folghera die Aufmerksamkeit auf sich. Irgendwas an seinem Kart scheint nicht in Ordnung zu sein, denn er wird plötzlich langsamer und muss zuerst Mancina und Carigiet, danach auch Lombardi und Angiola passieren lassen. Schliesslich scheidet er mit technischem Defekt (Vergaserbruch) ganz aus. Schade angesichts der aussichtsreichen Position, auf der er bis dahin gelegen hat.

Vorne sind die Positionen nun bezogen, Brändli führt klar vor Mancina und Carigiet. Umstritten ist lediglich noch Platz 4, um den sich Bronz und Lombardi balgen. Vorerst behält Bronz das bessere Ende für sich. Mit etwas Abstand folgen Scardino und Betschart, wobei vor allem Betschart einen hervorragenden Eindruck macht. Er kann an Scardino vorbeiziehen und holt mit Riesenschritten auf Bronz / Lombardi auf. Scardino scheint nun ebenfalls ein technisches Problem zu haben und fällt mit langsamerer Fahrt bis auf Platz 10 zurück.

In der letzten Runde gerät Bronz in der ersten Schikane auf die Streckenbegrenzung, worauf Lombardi und Betschart sofort vorbeiziehen. Betschart attackiert nun auch noch Lombardi, doch dieser rettet Platz vier über die Ziellinie. Der Zieleinlauf lautet somit Brändli vor Mancina, Carigiet, Lombardi, Betschart, Bronz und Angiola.

In der Meisterschaftswertung kann Girault seine Führung gerade noch verteidigen, liegt aber nun mit 64 Punkten nur noch knapp vor Brändli (61), Carigiet (60) und Mancina (50). Wie in den übrigen Kategorien liegt die Spitze also auch bei A-150 eng beisammen und verspricht viel Spannung für den weiteren Meisterschaftsverlauf.


f.

Kategorie Junior

Zeitfahren Junior

Nachdem Sébastien Buemi am Eröffnungsrennen in Wohlen nicht teilgenommen hatte, meldet er sich in Parma gleich mit einer ausgezeichneten Vorstellung zurück. Das Zeitfahren gewinnt Buemi überlegen in einer Zeit von 46.873, die auch in der Kategorie A-150 für Pole gereicht hätte. Die zweitbeste Quali-Zeit erreicht der englische Gastfahrer Jordan Oakes in 47.123, gefolgt von Simona de Silvestro (47.201) und Marco Zipoli (47.535). Adrian Gugger, Fabio Leimer und Renan Battista, die das Eröffnungsrennen in Wohlen noch dominiert hatten, belegen mit deutlichem Zeitrückstand die folgenden Plätze 5 bis 7.

Michèl Stocker und Alain Giancotti werden auf der Waage mit leichtem Untergewicht gemessen, als Konsequenz müssen sie das Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen.

Vorlauf 1 Junior

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

Buemi in 47.289 (Runde 4),  90.591 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1

De Silvestro

Wetter:

Sonnig, 25 0

 

2 - 12

Buemi

Sébastien Buemi geht gleich beim Start in Führung, vor seiner Teamgefährtin Simona de Silvestro, Fabio Leimer, Adrian Gugger und Renan Battista. Jordan Oakes fällt weit zurück und geht auf Platz 9 in Turn 1. Buemi wird gleich von de Silvestro attackiert, und auf der Gegengeraden schnappt sie sich die Führungsposition. Diese Fünfergruppe bleibt eng beisammen und kann sich vom nachfolgenden Feld sofort leicht absetzen.

In Runde zwei holt sich Buemi an gleicher Stelle, an der er zuvor die Spitze abgeben musste, die Führung zurück. Ab Runde 3 vermögen Leimer und Gugger das Tempo der beiden Führenden nicht mehr mitzugehen, und Renan Battista verliert seinerseits an Terrain auf Gugger. Nach hinten hat Battista zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits einen grossen Abstand zu den nächsten Verfolgern und scheint auf P 5 nicht gefährdet zu sein, doch gegen Rennmitte verschlechtern sich seine Rundenzeiten deutlich. Schon bald kann Oakes den Rückstand mehr und mehr verringern, und schliesslich gar an Battista vorbeiziehen.

Oakes schafft schliesslich beinahe noch den Anschluss an Leimer und Gugger, doch seine Aufholjagd wird durch die Zielflagge in Runde 12 gestoppt.

Aufgrund der Überlegenheit von Buemi / De Silvestro lässt das Rennen etwas an Spannung vermissen. Buemi gewinnt also vor De Silvestro, Leimer, Gugger, Oakes und Battista. Auf den nächsten Plätzen folgen Simon Trummer und Florian Pisteur.

 

Vorlauf 2 Junior

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

De Silvestro in 47.425 (Runde 7),   90.332 km/h

12 Runden à 1.190 km = 14.280 km

Leader:

1 - 4

De Silvestro

Wetter:

Sonnig, 27 0

 

5 - 11

Buemi

     

12

De Silvestro

Der Start gelingt erneut Buemi am besten, er setzt sich vor De Silvestro, Leimer und Oakes in Führung. Auf der Gegengeraden erfolgt jedoch wie in Lauf 1 der Angriff von Simona und sie erobert sich die Spitzenposition. Ebenfalls in der ersten Runde muss Leimer im Infield gegen den aufsässigen Jordan Oakes Platz 3 hergeben.

An der Spitze setzt sich erneut das Intrepid-Duo De Silvestro / Buemi ab, rasch wächst der Vorsprung auf Oakes, der sich seinerseits von Leimer ebenfalls bald lösen kann. Im Verfolgerfeld passiert Gugger Simon Trummer und schliesst erneut zu Renan Battista auf Platz 5 auf. Battista kann auch diesmal nicht lange Gegenwehr gegen Gugger leisten, nach wenigen Runden zieht Gugger vorbei und davon.

Simona de Silvestro kann bis in Runde 5 die Spitzenposition verteidigen, doch dann kontert Buemi und kämpft sich zurück an die Spitze. Simona gibt jedoch nicht auf und hält hartnäckig das Hinterrad von Sébastien. Vor allem gegen Ende des Rennens scheint sie gar wieder etwas schneller fahren zu können als Buemi, doch für ein Überholmanöver reicht es vorerst nicht.

In Runde 11 jedoch kommt Simona De Silvestros Gelegenheit. Auf der Zielgeraden steht die Überrundung Giancottis an, Sébastien liegt zu dicht hinter Giancotti und muss leicht vom Gas. Simona erkennt ihre Chance blitzschnell und vermag mit etwas Geschwindigkeitsüberschuss an Buemi vorbeizuziehen. In der folgenden letzten Runde gibt sie Platz 1 nun nicht mehr preis und empfängt die Zielflagge als Erste. Buemi hadert zwar etwas mit dem Schicksal, muss die Niederlage schliesslich jedoch akzeptieren.

Hinter dem Führungsduo belegt Jordan Oakes Rang 3, Leimer, Gugger und Battista folgen auf den nächsten Positionen.

Die Addition der beiden Vorläufe bringt also 20 Punkte für  Buemi, 17 für De Silvestro, gefolgt von Leimer (15), Oakes (keine SM-Punkte, da keine CH-Lizenz), Gugger (13), Batista (11) und Trummer (10).

Final Junior

Renn-Telegramm:

Kartodromo Parma, Italia

Schnellste Runde:

De Silvestro in 47.238 (Runde 4),   90.689 km/h

17 Runden à 1.190 km = 20.640 km

Leader:

1 - 17

Buemi

Wetter:

Leicht bewölkt, 27 0

     

Der Start gelingt erneut Buemi am besten, dahinter folgt zuerst De Silvestro, die sich jedoch noch in der ersten Runde von Oakes überholen lassen muss. Leimer gerät in der Schikane auf die Curbs, wo er sich die Kette beschädigt. Vorerst kann er zwar noch weiterfahren, muss jedoch schon in der dritten Runde das Rennen endgültig aufgeben, da die beschädigte Kette sowohl Kettenblatt wie auch Kupplungsglocke zerstört hat. Leimer, der bisherige Meisterschafts-Leader, kann also keine Punkte aus dem Final mitnehmen.

Hinter Buemi, Oakes und De Silvestro folgen Battista, Gugger und Trummer. Trummer hat sich jedoch im Startgetümmel den Frontspoiler abgestreift und muss demnächst die Box ansteuern, was er nach einem wenig höflichen Schubs von Ronnie Theiler vor dem Parc Fermé unfreiwillig etwas früher macht. Trummer landet nach seinem Abflug als Folge des auffahrenden Theilers genau vor seinem Mechaniker, der bereits mit dem Spoiler auf ihn wartet. Glück im Unglück für Trummer also.

Renan Battista sieht sich auf P 4 erneut von Gugger bedrängt. Gugger geht auch sofort vorbei, muss nach einem Konter Battistas aber nochmals hinten anstehen. Lange kann Battista Gugger aber nicht widerstehen, und ein paar Kurven später ist Gugger definitiv vorbei.

Nun scheinen die Positionen bezogen, Zweikämpfe sind vorerst kaum auszumachen. Buemi liegt also vor Oakes und De Silvestro in Front. In Runde 13 muss De Silvestro ebenfalls mit defekter Antriebskette ausscheiden, die nachfolgenden Fahrer gewinnen dadurch kampflos eine weitere Position, was im Hinblick auf den Meisterschaftsstand von Wichtigkeit ist.



Gegen Rennende gerät der Führende Buemi mehr und mehr unter Druck von Oakes, der nun aufschliessen kann. Buemi kann jedoch seine Position bis zur Ziellinie verteidigen und gewinnt somit nach Lauf 1 auch den Final. Da er bereits aus den Vorläufen 20 Punkte mitnehmen konnte, bringt Buemi somit also das Punktemaximum mit nach Hause.

In der Meisterschaft ergibt sich durch den turbulenten Ausgang des Finals eine neue spannende Situation: Renan Battista übernimmt mit 60 Punkte die Führung von Fabio Leimer, der nun auf 59 Zähler kommt und damit auf Rang 3 abrutscht. Adrian Gugger erreicht ebenfalls 60 Punkte, liegt jedoch trotz Punktegleichstand aufgrund der Platzierungen hinter Battista vorerst auf Rang 2. Buemi stösst mit 40 Punkten direkt auf Rang 4 vor.

Schlussbemerkung 

Nach dem zweiten Renntag ist die Schweizermeisterschaft 2003 nun so richtig lanciert. In allen drei heute gefahrenen Kategorien liegt die Spitze sehr dicht beisammen, und zahlreiche Fahrer kommen nicht nur für Siege, sondern auch für den Gewinn der Gesamtmeisterschaft in Frage. Für Spannung ist also gesorgt, somit darf man sich bereits auf die nächsten SM-Läufe freuen.  

Ein grosser Dank gilt dem organisierenden Kart Club Locarno sowie den zahlreichen Helfern auf und neben der Piste, die eine bestens organisierte und speditiv abgehaltene Veranstaltung ermöglicht haben. 

Bis zum nächsten Rennen also! 

Euer Doidolino 



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