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Rennbericht Swiss Stunden Masters Biesheim, 25. Oktober 2009
Endurance im Elsass

(doidolino) Schon seit einigen Jahren ist das Swiss Stunden Masters ein fester Bestandteil des Rennkalenders. In Biesheim war denn einmal mehr nicht nur der reine Speed auf der Rennstrecke, sondern auch taktisches Geschick, Stehvermögen und eine perfekte Teamleistung gefordert. Am besten wusste dies einmal mehr das Team Santoro/Sabathy umzusetzen, welches nach 221 Runden wie schon 2006 und 2007 bereits zum dritten Mal als Sieger abgewunken wurde. Das Stunden-Rennen der Mini-Kategorien entscheiden Randy Berglas und Giorgio Maggi zu ihren Gunsten.


Mini / Openmini: Sieg für Team Berglas/Maggi

Mit fünf Rotax- und drei Supermini-Teams stellt sich zwar ein kleines, aber dennoch feines Feld der Herausforderung des Stunden-Masters. Mit Randy Berglas und Brad Brunner stehen zwei der herausragendsten Nachwuchspiloten der zu Ende gehenden Saison am Start. Berglas vertraut dabei auf die Unterstützung von Giorgio Maggi, während Brunner zusammen mit Simona Lekaj an den Start geht. Doch auch das Team Boris Kaech/Felix Hirsiger dürfte zu beachten sein, haben doch beide in der Meisterschaft auch schon herausragende Rennen gezeigt. Für den Sieg braucht es aufgrund der starken Konkurrenz in jedem Fall eine hochkonzentrierte Fahrt über die Langdistanz, Fehler dürften wohl kaum verziehen werden. Bei den Supermini-Teams sind indes Fabienne Wohlwend und Ex-Schweizer Meister Antonio Barone klar zu favorisieren.

Und schon geht's los mit den Wettkämpfen. Nach dem Zeitfahren, welches Berglas/Maggi hauchdünn vor Kaech/Hirsiger für sich entscheiden, startet die Konkurrenz erst mal mit dem Sprintrennen über 19 Runden. Berglas braust fulminant los, einzig Kaech vermag einigermassen zu folgen, bis sich Randy mit zunehmender Renndauer endgültig aus dem Staub macht und den Sieg definitiv sichert. Berglas wird somit auch das anschliessende Stunden-Rennen aus der Pole in Angriff nehmen können. Kaech behauptet P2 vor dem aufrückenden Brad Brunner, der sich aus der fünften Position doch noch nahe an die Spitze vorkämpfen kann.

Nun ist es soweit - nun heisst es tief Luft holen für den langen Run. Gut 100 Runden stehen den Mini-Piloten und -Pilotinnen bevor, wobei jedes Team mindestens zwei Wechsel einlegen muss. Wer hat wohl den längsten Atem? Wessen Taktik führt zum Erfolg? Die Antwort kann nur das Rennen selber geben. Berglas übernimmt für sein Team erneut den ersten Stint, Hirsiger und Brunner starten ebenfalls von Beginn weg. Berglas presst sich als Leader aus Kurve 1, dicht gefolgt von Brunner, der den Start gegen Hirsiger für sich entscheidet. Nun bilden sich zwei Paare. Um die Führung balgen sich Berglas und Brunner, dicht dahinter jagen Hirsiger und Felber im ständigen Duell um den Kurs. Runde um Runde dasselbe Bild, doch schon nahen die ersten Wechsel. Berglas biegt nach 15 Minuten als Erster in die Wechselzone ab und übergibt an Maggi, während Brunner nun den Lead auf der Piste übernimmt. Auch Hirsiger überlässt seinem Teampartner Kaech den Kurs. Brunner bleibt lange draussen und hat nach den frühen Wechseln seiner Gegner inzwischen bereits eine Runde Vorsprung. Doch auch er muss nun raus, Simona sollte aufgrund des grossen Vorsprungs aber die Führung behaupten können. Doch der Wechsel misslingt, die beiden vergessen das vorgeschriebene Abklatschen. Brad rennt Simona nochmals hinterher und holt das Versäumte nach, doch inzwischen ist Maggi bereits vorbei gerauscht. Sieben Sekunden hinter dem neuen Leader reiht sich Lekaj als Zweite ein und büsst in der Folge weiter Boden auf den Leader ein. Dafür dreht das drittplatzierte Team Kaech/Hirsiger nun gewaltig auf, wobei Felix Hirsiger zwischendurch gleichzeitig als Fahrer im Team Kotyk am Lenkrad dreht und dabei wahrlich eine Gewaltsleistung erbringt. Kaech/Hirsiger kämpfen sich auf P2 und in Runde 73-78 aufgrund des letzten Wechsels bei Maggi/Berglas temporär gar auf die Leaderposition vor. In der letzten Viertelstunde übernimmt aber wieder Berglas das Szepter, während Hirsiger für den Schluss-Stint im Kart sitzt und auf Position zwei auf die Piste fährt. Brunner, seinerseits Schlussfahrer in seinem Team, liegt rund 8 Sekunden hinter Felix auf dem dritten Platz. Ein kurzer Blick auf die Rundenzeiten zeigt, dass Brunner pro Runde etwa 3/10 aufholt, will heissen, Brunner wird auf die letzte Minute des Rennens zu Hirsiger aufschliessen. Und so kommt es denn auch. Fünf Runden vor Schluss des langen Rennens hängt Brunner an Felix' Heck und macht sich sogleich über diesen her - die lange Linkskurve im Infield bringt die Entscheidung, Brunner fährt nun auf P2. Hirsiger gibt aber noch nicht auf und kontert, doch Brad ist zu abgebrüht, um sich die Butter noch vom Brot nehmen zu lassen. Die Zielflagge winkt Berglas als Sieger ab, kurz darauf erreichen auch Brunner und Hirsiger das Ziel noch in derselben Runde. Felber/Jäger erobern den vierten Platz knapp vor Kotyk/Hirsiger.

Etwas im Schatten des spannenden Rotax-Mini Fights dominieren bei den Supermini-Fahrern wie erwartet Fabienne Wohlwend und Antonio Barone, die ihren Gegnern nie den Hauch einer Chance lassen. Müller/Senn und Agnello/Agnello steigen als Zweit- und Drittplatzierte aufs Siegertreppchen.


Stunden-Masters: Dritter Sieg für Santoro/Sabathy

Nach dem intensiv geführten Mini-Masters harren die Zuschauer gespannt auf den Höhepunkt des Tages, das klassische Swiss Stunden-Masters über zwei Stunden. Es dürfte interessant sein, zu sehen, wie sich die verschiedenen Teams auf unterschiedlichen Karts über die lange Distanz behaupten. Als Kronfavorit auf den Gesamtsieg steht einmal mehr das Team Santoro/Sabathy am Start, welches den Tagessieg in Biesheim bereits 2006 und 2007 einfahren konnte. Ob es heute wohl auch im DD2-Chassis zum Triple reicht? Umstritten dürfte auch die Rotax Challenge Wertung werden, bei der sich sieben Teams eingeschrieben haben.

Los geht’s zuerst aber auch hier mit einem Sprintrennen über 26 Runden. Dabei sortiert sich das Feld naturgemäss nach den Leistungsdaten der unterschiedlichen Karts, der Laufsieg geht an KZ2-Pilot Kevin Lüdi vor Santoro, Kriech und Hirschi in den schnellen DD2. Stark fährt auch Michi Ryter, der sich mit KF3-Befeuerung vor der ganzen Phalanx der Challenge-Fahrer einreiht.
Nun ist es soweit, das Feld formiert sich zum Marathon über zwei Stunden. Die Pole gehört dem KZ2-Team, wobei der zweite Fahrer Kurt Allemann das Rennen eröffnet. Santoro greift für das favorisierte DD2-Team als Startfahrer ins Lenkrad, ebenso Kriech und Hirschi. Allemann braust beim Start mal vorne weg, doch auch Santoro will Führungsluft einatmen – bald schon presst sich der Zweite der Challenge 2009 an Allemann vorbei. Santoro‘s Vorsprung auf alle Verfolger wird grösser und grösser, das favorisierte Team ist damit bereits im Fahrplan für den angepeilten Sieg. Etwas Aufregung gibt’s dann aber vor dem ersten Wechsel. Santoro’s Bremse fällt aus, der Leader biegt in langsamer Fahrt in die Boxengasse ab, sein Teampartner Oli Sabathy schafft es gerade noch als Leader auf die Strecke und baut den Vorsprung danach rasch wieder aus.

Verlief das Rennen bislang ziemlich ruhig und den Erwartungen entsprechend, so sollte sich dies nun bald ändern. Den Auftakt zum Umsturz auf den vorderen Plätzen macht das Team Lüdi/Allemann mit einem unfreiwillig langen Stillstand beim ersten Wechsel. Mit fünf Runden Rückstand geht das Team als Letztes im Zwischenklassement wieder auf die Bahn und sollte sich dann im weiteren Rennverlauf aber wieder weit nach vorne arbeiten. Der nächste Zwischenfall betrifft die auf P3 fahrenden Hirschi/Papiernik. Ein Dreher und kurz darauf ein veritabler Crash reissen die zwei ambitioniert fahrenden Piloten aus der Entscheidung um den Tagessieg. Am Ende beträgt ihr Rückstand auf die Führenden über 10 Runden. Insgeamt zeigt das ganze Feld aber viel Disziplin, abgesehen von ein paar harmlosen Ausflügen ins Kiesbett sind auf der Strecke selbst wenig Zwischenfälle und Rempeleien zu verzeichnen.

Aber nun wieder zurück zum Renngeschehen: Sabathy/Santoro belegen nach wie vor die Spitzenposition, doch nicht weit zurück zeigen auch Kriech/Aebi ein ausgezeichnetes und vor allem fehlerfreies Rennen. Stets in der gleichen Runde wie die Leader unterwegs übernimmt Aebi ab Runde 104 für etwa 10 Minuten gar die Führung. Sollte der Sieg doch nicht an die Favoriten gehen? Bald schon steht auch bei Aebi der nächste Wechsel zu Kriech an, damit pfeilt Santoro wieder vorbei, womit die alte Hierarchie wieder hergestellt ist. Ein reges Kommen und Gehen herrscht dafür auf der dritten Position des Resultat-Monitors. Nach dem Rückfall von Hirschi/Papiernik und Lüdi/Allemann zeigen sich mal Zehnder/Leu, mal Branwandt/Säuberli und kurzfristig gar das KF3-Team Prinz Max/Michi Ryter so weit vorne. Doch auch dies ändert sich, als Kevin Lüdi nach einer langen 80 Runden dauernden Aufholjagd das KZ2-Team vom letzten Platz wieder nach vorne bringt. Fünf Runden waren aufzuholen, in Runde 124 ist immerhin der dritte Platz erreicht, wobei die beiden Schnellsten nochmals zwei Runden Vorsprung aufweisen. Doch das KZ2-Team arbeitet nun fehlerfrei und jagt fulminant um die Strecke. Sollte es gar noch bis ganz nach vorne reichen? Die Antwort kommt in der Schlussphase des Rennens vom Himmel. Die dunklen Wolken, die schon lange über der Strecke liegen, öffnen nun ihre Schleusen. Auf nun feuchter bis nasser Bahn ist der Vorteil der leistungsstarken Motoren dahin, das Feld umrundet den Kurs wie auf Eiern, bis der Rennleiter endlich die karierte Fahne rausholt.
Bei der abschliessenden Siegerehrung darf dann aber aufgrund der grossen Kategorienvielfalt doch fast jedes Team aufs Podest. Den grössten Applaus erhält das Tagessieger-Team Santoro/Sabathy, welches logischerweise auch die DD2-Wertung vor Kriech/Aebi und Hirschi/Papiernik gewinnt. Im Rotax-Klassement schwingen Aregger/Stirnimann vor Zürcher/Larsson und Hahn/Schweizer obenaus, wobei das Zweitplatzierte Team den Sieg möglicherweise mit zwei Strafrunden wegen Untergewicht selbst vergeben hat. Und die Open-Wertung geht schliesslich an die im Gesamtfeld ausgezeichnet mithaltenden Prinz Max/Ryter vor Zehnder/Leu. Doch damit noch nicht genug der Lorbeeren: Schwitter/Carigiet erhalten den Siegerpokal für die schnellsten Rotax-Junioren, der KZ2-Pott geht selbstverständlich an Lüdi/Allemann, die mit ihrer Aufholjagd durchs gesamte Feld viel zur Unterhaltung der Zuschauer beigetragen haben.

Monaco-Kart

Im Rahmen des Stunden-Masters treten einmal mehr auch die Monaco-Karts zu zwei Rennen an. Dabei beweist Carmelo Serrano einmal mehr, dass er mit den spektakulären Gefährten bestens umzugehen weiss. Ein erkämpfer Laufsieg im Préfinale und ein hoch überlegener Sieg im Finalrennen sind der Lohn für eine konzentrierte Fahrt. Die übrigen Podestplätze gehen an Pascal Trüeb und Christian Nüssli. Doch was soll ich hier lange über die Rennen schreiben – viel mehr Spass machen ohnehin die Bilder dazu in unserer Fotogalerie.

So, das war’s einmal mehr von einem interessanten Renntag.


Euer Doidolino

Ranglisten

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