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Kart Rennbericht Rotax Max Challenge Schweiz 2009 - Final, 10. Oktober Wohlen
Wasserschlacht zum Saisonfinale

(doidolino) Eine Woche nach dem grossartigen SM-Finale stellt die Kartbahn Wohlen erneut den Schauplatz für ein weiteres Highlight der Schweizer Kartsaison – das Finalrennen der Rotax Challenge. Zwar stehen die Champions 2009 in fünf von sechs Kategorien bereits vorzeitig fest, dennoch verlaufen die Rennen einmal mehr hochspannend und auf höchstem Niveau. Die grösste Aufmerksamkeit zieht die Kategorie Junior auf sich, wo PCR-Pilot Jonas Rodrigues mit seiner wohl besten Saisonleistung in einem dramatischen Finale dem favorisierten Melville McKee den Titel abringt und damit den totalen Birel-Triumph in der diesjährigen Rotax Challenge knapp verhindert. Nicht ganz meisterwürdig zeigt sich für einmal Petrus, der die Strecke mit teils intensivem Regen unter Wasser setzt. Doch Dario Santoro (Challenge), Alain Chatton (Master), Roger Heiniger (Club), Tobias Widmer (DD2) und Lucas Ayrton Mauron lassen sich auch davon nicht beirren und klettern zum Saisonende zuoberst aufs Siegertreppchen.

Rotax Max Challenge: Glanzvoller Saisonabschluss für Santoro

Auch wenn der prestigeträchtige Meistertitel in der Rotax Max Challenge bereits beim vorletzten Saisonrennen in Vesoul zugunsten von Birel-Pilot Joel Burgermeister entschieden wurde darf das Finale in Wohlen dennoch mit Spannung erwartet werden. Insbesondere Vorjahres-Champion Dario Santoro liess in der zweiten Saisonhälfte seine Klasse nochmals aufblitzen und und dürfte in Wohlen – insbesondere auf regennasser Piste – zu den Favoriten zählen. Schon im Zeitfahren stellt der Oberglatter seine Regenfähigkeiten unter Beweis und powert sich mit überlegener Bestzeit auf die Pole. Einzig Robin Güdel vermag ähnlich schnelle Zeiten zu fahren, die übrigen Piloten verlieren bereits über 7 Zehntel auf die beiden Regenspezialisten. Weit hinten rangiert auch Tabellenführer Burgermeister, der im Regen nicht auf seine gewohnte Leistung kommt und nur Platz 18 einnimmt.

Santoro gibt denn auch in den Vorläufen sogleich den Ton an und gibt auf der rutschigen Piste keinen Führungsmeter preis, zwei überlegene Start/Ziel-Siege sind die logische Folge. Dahinter wird jedoch erbittert um jeden Zentimeter gekämpft, wobei sich insbesondere Robin Güdel, Martin Aregger, Gino Tengg, Dario De Simoi und im zweiten Vorlauf auch Joel Burgermeister zu profilieren wissen. Im ersten Rennen erreichen De Simoi und Martin Aregger das Ziel als erste Verfolger Santoro’s, im zweiten Rennen behalten Güdel und abermals Aregger die Oberhand. Der neue Champion Joel Burgermeister steigert sich nach verhaltenem Rennbeginn und wird im zweiten Vorlauf hinter Dario De Simoi immerhin noch Fünfter.

Zum Finallauf hat Petrus endlich ein Einsehen und schickt sogar ein paar Sonnenstrahlen über die Piste. Auf nun weitgehend abgetrockneter Bahn werden erstmals Slicks aufgezogen, entsprechend rasant geht es nun zur Sache. Doch auch auf trockenem Asphalt lässt Dominator Santoro nichts anbrennen, im Gegenteil, schon in der ersten Runde reisst der Maranello-Pilot eine grosse Lücke auf seine Verfolger auf. Überlegen umrundet Dario in der Folge allein fahrend den Kurs und siegt am Ende mit neun Sekunden Vorsprung. Um Platz zwei entbrennt nun aber ein erbitterter Kampf. Nach einem Blitzstart liegt zuerst überraschend Joel Spycher auf P2, doch Güdel und Martin Aregger machen sich sogleich über den MS-Fahrer her. Mit einem Doppelschlag ringen sie Joel im Infield nieder, dasselbe tun ihnen kurz darauf auch De Simoi und Burgermeister gleich, die im weiteren Rennverlauf zum Duo Güdel/Aregger aufschliessen und die Schlussphase des Rennens zu einem Spektakel werden lassen. Der Kampf um die Podestplätze wird intensiv geführt, insbesondere De Simoi und Aregger zeigen sich dabei besonders hartnäckig. Mehrmals wechselt die Reihenfolge, am Ende klettern De Simoi und Aregger zum strahlenden Dario Santoro aufs Treppchen. Güdel und Burgermeister, der auf trockener Piste nun auch die schnellsten Rennrunden dreht, verpassen das Podium um wenige Meter.

Die nationale Rotax-Saison ist damit zu Ende, doch noch steht das ganz grosse Saison-Highlight bevor. Burgermeister wird als Champion 2009 an den World Finals in Sharm el Sheik teilnehmen. Und im Wissen darum, dass es in Ägypten auch im Winter kaum regnet, darf man gespannt sein, wie sich Joel gegen die weltweit besten Rotax-Piloten zu behaupten weiss. Wir drücken jetzt schon die Daumen und wünschen Joel für die World Finals im Dezember viel Glück!



Rotax Max Mini: Regenkönig Lucas Ayrton Mauron

Auch in der Kategorie Rotax Mini ist die Titel-Entscheidung bereits vor dem Finalrennen in Wohlen gefallen. Prinz Max zur Schaumburg Lippe liess sich bereits in Vesoul als neuer Champion feiern. In Wohlen hält sich der Meister für einmal vornehm zurück und überlässt die Lorbeeren seinen Gegnern, zumal sich Max auf regennasser Fahrbahn nicht wie gewohnt zu entfalten weiss.
Nach dem Zeitfahren präsentiert sich denn auch eine überraschende Frontreihe mit Polesetter Giuliano Cucciolillo und Boris Kaech auf P2. Dahinter reihen sich mit Lucas Ayrton Mauron und Felix Hirsiger zwei weitere Regenspezialisten ein, während Prinz Max das erste Rennen als Champion aus Position acht in Angriff nehmen wird.

Die Rennläufe haben es in sich – die Mini-Piloten dürfen trotz nasser Strecke ja nicht auf Regenreifen zurück greifen, auf Slicks ist die Aufgabe entsprechend schwierig. Doch die Kids schlagen sich auf bei den schwierigen Bedingungen prächtig, allen voran Lucas Ayrton Mauron. Lucas prescht in beiden Vorläufen vom Start weg in Führung und dominiert die Regenrennen wie weiland sein grosser und unvergessener Namensvetter. Im Ziel beträgt Lucas‘ Vorsprung stolze neun beziehungsweise im zweiten Rennen gar 17 Sekunden, Mauron fährt heute schlicht in einer eigenen Kategorie und kennt keine Gegner. Umkämpft verlaufen die Rennen dafür auf den Verfolgerpositionen. Im ersten Lauf setzt sich Felix Hirsiger knapp gegen Giuliano Cucciolillo durch, im zweiten Rennen behält Boris Kaech gegen Hirsiger die Oberhand. Platz vier geht in beiden Vorläufen an Alain Carigiet.

Im Finale ist die Piste zwar noch feucht, der grosse Regen hat aber nun aufgehört. Doch auch bei etwas mehr Grip als in den Vorläufen vermag keiner dem grossartig fahrenden Mauron das Wasser zu reichen. Lucas legt vom Start weg erneut eine horrende Pace vor und steuert einem weiteren ungefährdeten Start/Ziel-Sieg entgegen. Spannender verläuft das Finale hingegen im Kampf um die restlichen Podestplätze. Zuerst balgen sich Felix Hirsiger und Alain Carigiet um P2, wobei sich Carigiet nach mehreren Positionswechseln schliesslich durchzusetzen weiss und in der zweiten Rennhälfte als allein fahrender Verfolger Maurons unterwegs ist. Hirsiger sieht sich seinerseits bald von den aufrückenden Boris Kaech und Prinz Max bedrängt, wobei Max in Runde fünf das Szepter übernimmt und auf Position drei vorstösst. Hirsiger sieht sich zusammen mit Kaech nun auch noch von den aufrückenden Yanick Jäger, Simona Lekaj und Alessandro Felber bedrängt. Das Quintett zeigt in der zweiten Rennhälfte eine tolle Show, am Ende setzt sich dabei Jäger vor Kaech und Hirsiger durch.


Rotax Max Junior: Showdown zwischen Rodrigues und McKee

Mit besonderer Spannung wird die Entscheidung in der Kategorie Rotax Junior erwartet. Nicht weniger als vier Fahrer / -innen rechnen sich Chancen auf den Titel aus. Das Zwischenklassement liest sich wie ein Krimi: Melville McKee 497 Punkte, Jonas Rodrigues 490, Thierry Mäder 486, Isabelle von Lerber 484. Selbst Mike Zürcher auf Platz fünf hat mit 472 Punkten rein rechnerisch noch leise Chancen auf die Meisterkrone. Wer wird am Ende des Tages wohl jubeln?
Das Zeitfahren deutet schon an, dass sich die Entscheidung auf ein Duell zwischen McKee und Rodrigues zuzuspitzen dürfte. Mel powert sich knapp vor Jonas auf Pole und bucht schon mal die zwei Extrapunkte für den Sieg im Qualifying, während Von Lerber, Zürcher und Mäder nur in der zweiten Feldhälfte Platz finden.

Der erste Vorlauf bestätigt die Vermutung – McKee und Rodrigues übernehmen das Szepter, wobei sich Rodrigues mit einem tollen Start gleich vor Mel setzen kann. McKee beisst sich an Rodrigues‘ Heck fest, findet aber über die gesamte Renndistanz keinen Weg am PCR-Piloten vorbei. Einzig bei einem Überrundungsmanöver kurz vor Schluss schiebt Mel seinen Spoiler kurz in Front, Rodrigues vermag aber umgehend zu kontern. Jonas überquert die Ziellinie schliesslich mit einem Mini-Vorsprung von gerade mal 0.11 Sekunden.
Das zweite Rennen sieht somit erneut die beiden Hauptrivalen in der Frontreihe. Rodrigues gelingt abermals ein blendender Start, dahinter wird McKee beim Ausgang der ersten Kurve nach aussen gedrängt und hängt an der Streckenbegrenzung an. Mel kann mit wenig Zeitverlust weiterfahren und reiht sich auf P8 wieder ins Feld ein. Doch Rodrigues nutzt nun die Gunst der Stunde und powert allein fahrend an der Spitze davon, während sich McKee schwer tut, Plätze gut zu machen. Jérôme Schwab, Alain Baeriswyl, Pascal Carigiet, Thierry Mäder und auch Isa von Lerber sind ein schwer zu überwindendes Bollwerk auf Mel’s Weg nach vorn. Schliesslich beendet McKee das Rennen lediglich auf P6 und büsst in der Vorlaufwertung wichtige Punkte auf Rodrigues ein, der sich das Punktemaximum sichert. Ein Blick auf das aktuelle Meisterschafts-Zwischenklassement zeigt die Dramatik auf, Rodrigues rückt nun bis auf zwei Punkte zum nach wie vor führenden McKee auf.

Das Finale muss nun die definitive Entscheidung bringen. Bei einem Sieg von Rodrigues ist er wohl der neue Junior-Champion, dasselbe gilt für McKee. Ausschlaggebend könnten aber auch die Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde sein. Die Ampel schaltet auf grün, Rodrigues behält auch beim vielleicht wichtigsten Rennen seiner Karriere die Nerven und legt erneut einen blitzsauberen Start hin. McKee reiht sich aus P4 startend vorerst hinter Baeriswyl, Schwab und Carigiet ein, nachdem er in Kurve 1 auf der Aussenbahn erneut in leichte Schwierigkeiten geraten ist. Rodrigues holt das letzte Quentchen Leistung aus seinem Kart und legt abermals eine horrende Pace auf die Bahn. Bald schon klafft eine beruhigende Lücke auf die Verfolgergruppe, die inzwischen von Schwab angeführt wird. McKee kämpft erbittert um jeden Zentimeter und presst sich schliesslich an Carigiet, Baeriswyl und Schwab vorbei. Rodrigues ist inzwischen aber schon weit enteilt, nichts desto trotz nimmt Mel die Verfolgung auf, die nächsten Verfolger Baeriswyl, Schwab und Zürcher sind rasch aus McKee’s Windschatten geschüttelt. Aber Jonas zeigt als Führender keine Schwäche und hält die Rundenzeiten weiterhin hoch, McKee vermag rund 10 Sekunden hinter Rodrigues kaum Boden auf den entfesselt fahrenden Leader gut zu machen. Eine einzige Titelchance bleibt noch für Mel, indem er sich die 3 Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde zu sichern vermag. Doch auch dies gelingt ihm nicht, Rodrigues bucht auch diese Extrapunkte auf sein Konto und überquert die Ziellinie nach einem wahren Finalkrimi als Sieger und neuer Junioren-Champion. Strahlend lässt sich Jonas von seinem Team feiern, während sich Mel als fairer Verlierer zeigt und Jonas zum Titel gratuliert.
Rodrigues sichert sich zusätzlich zum Titel damit auch das Ticket zum Weltfinale in Sharm el Sheik. Der junge PCR-Pilot hat beim heutigen Final-Krimi starke Nerven bewiesen, eine Eigenschaft, die sich insbesondere im hart umkämpften internationalen Umfeld auszahlen dürfte. Wir sind gespannt auf Jonas‘ Rennen in Ägypten und drücken ihm bereits jetzt die Daumen!


Rotax DD2: Widmer nochmals zuoberst auf dem Treppchen

Nach einer äusserst erfolgreichen Saison reist DD2-Tabellenführer Tobias Widmer als frisch gebackener Champion zum Finale nach Wohlen. Der schnelle Birel-Pilot vermochte mit Siegen in Wohlen, Mirécourt und Mulhouse den bereits 2008 erzielten DD2-Titel zu verteidigen. Einzig in Vesoul stand Tobias nach einem kapitalen Motorschaden nicht zuoberst auf dem Podium, der letzte Sieg ging damals an Damian Frizzi, der Widmer auch zum Saisonfinale nochmals mächtig einheizen möchte.

Widmer und Frizzi fahren denn im Qualifying auch mit Abstand die schnellsten Zeiten, doch Frizzi muss sich in der Startaufstellung dennoch ganz hinten einreihen, da sein Kart bei der technischen Kontrolle nach dem Zeitfahren beanstandet wird. Doch wer nun denkt, dass sich Widmer nun im ersten Vorlauf gleich ohne Gegner aus dem Staub machen dürfe irrt sich. Sacha Kriech und auch Markus Mühlemann pressen sich in der ersten Kurve an Widmer vorbei. Kriech und Mühlemann bestimmen gleich das Tempo, doch für den erstmals in einem DD2-Rennen führenden Kriech kommt bald der Hammer – sein Kart rollt in der zweiten Runde nach technischem Defekt neben der Strecke aus. Nun verbleiben nur noch Mühlemann und Widmer an der Spitze, die zwei geben sich mächtig Zunder. Mal liegt Widmer vorn, dann wieder Mühlemann. Der ausgeglichene Kampf geht aber bald nur noch scheinbar weiter, denn in der Hitze des Gefechts hat Mühlemann ein Überholmanöver unter gelber Flagge realisiert, die Rennleitung kommt nicht umhin, ihm eine 10sec-Strafe aufzubrummen. Mühlemann überquert die Ziellinie zwar als Erster, doch nach Abzug der Zeitstrafe rangiert der schnelle CRG-Pilot hinter Widmer und dem weit aufgerückten Frizzi nur noch auf Rang drei.

Vor dem zweiten Vorlauf hat sich das Wetter gebessert, die Strecke ist teilweise abgetrocknet. Das Feld steht mit Slicks am Vorstart. Doch wenige Sekunden vor dem Start öffnen sich die Schleusen erneut, der Regen prasselt auf die Piste nieder. Die Rennleitung reagiert vernünftig und verschiebt den Start um fünf Minuten, damit die Karts wieder mit Profilreifen versehen werden können. Mit etwas Verspätung geht das Feld dann doch auf die Strecke. Diesmal lässt sich Widmer am Start nicht erwischen und katapultiert sich als Führender aus der ersten Kurve, dicht gefolgt von Mühlemann und Frizzi, die sich an Widmers Heck festkrallen. In Runde drei presst sich Mühlemann in der Zielkurve gar an Widmer vorbei in Front. Tobias sieht sich nun auch von Frizzi bedrängt, der auf der regennassen Piste die schnellsten Rundenzeiten zu fahren vermag. Das intensive Duell der beiden erlaubt Mühlemann, sich leicht abzusetzen, der Sieg scheint in Griffweite. Doch in der zehnten Runde ist Mühlemanns Glück vorbei, ein Dreher im Infield kostet ihn die Führung, Widmer und Frizzi huschen vorbei, bis sich Mühlemann wieder in Fahrt setzt. Und auch für Widmer hat das Rennen noch eine unliebsame Überraschung bereit, nach einem Fahrfehler bohrt sich sein Kart neben der Strecke in den Sand. Frizzi hat nun leichtes Spiel und fährt mit überlegener Führung als Sieger ins Ziel, während sich Mühlemann auf P2 gegen den gefährlich aufrückenden Sacha Kriech verteidigen muss. Widmer wird in diesem ereignisreichen Rennen immerhin noch Vierter und muss sich in der Vorlauf-Gesamtwertung lediglich Damian Frizzi beugen.

Zum abschliessenden Finale ist nun die Strecke definitiv abgetrocknet, ja sogar die Sonne scheint zum Saisonabschluss durch die Wolken. Die leistungsstarken Karts können somit zum Schluss nochmals gehörig um die Strecke geprügelt werden. Frizzi startet aus Pole und behauptet die Spitze, dahinter presst sich Mühlemann erneut am mässig startenden Widmer vorbei. Dahinter kollidieren Ramona Bodmer und Sacha Kriech, der damit erneut sämtlicher Chancen auf ein Spitzenergebnis beraubt wird. Mühlemann und Widmer zeigen an der Spitze nun ein spektakuläres Duell, wobei sich Widmer nach kämpferischer Leistung schliesslich durchzusetzen vermag. Doch Tobias will sich nicht mit P2 zufrieden geben, sondern standesgemäss zuoberst aufs Podium klettern. Bald ist Frizzi eingeholt, doch dieser denkt nicht daran, sich kampflos überholen zu lassen. Das Duell der beiden wogt hin und her, Widmer vermag in der Zielkurve in Führung zu gehen, doch wenig später schiebt sich Frizzi auf der Gegengeraden wieder in Front. Eine heisse Schlussphase bahnt sich an, doch dann schlägt bei Frizzi die Defekthexe zu. Mit Schaltdefekt biegt Damian sichtlich enttäuscht in die Box ab, während Widmer nun ungefährdet dem Sieg entgegenfährt. Mühlemann klettert als Zweiter ebenfalls strahlend aufs Podium, wie auch der Drittplatzierte David Freiburghaus.


Rotax Club / Master: Dramatisches Finale

Auch wenn sowohl die Club- wie auch die Master-Meisterschaft bereits in Vesoul zugunsten von Patrick Wolf und Alain Chatton entschieden wurde dürfen beim Saisonfinale nochmals spannende Rennen erwartet werden. Insbesondere die Wetterverhältnisse lassen die Ambitionen der Regenspezialisten im Feld auflodern. Auf der schwierig zu fahrenden Strecke sind die Routiniers im Vorteil, was sich auch in der Startaufstellung deutlich macht. Die Zeitenliste nach dem Qualifying führt die praktisch gleichauf liegenden Master-Piloten Alain Chatton und Jörg Schumacher auf der Frontreihe auf, dahinter lauern mit Elio Hahn und Patrick Wolf die beiden schnellsten Club-Fahrer.
Chatton und Schumacher kommen wie im Zeitfahren denn auch im ersten Vorlauf am besten mit den schwierigen Bedingungen klar, die zwei setzen sich bald von den Verfolgern ab. Das Feld zieht sich rasch in die Länge. Chatton und Schumacher umrunden den Kurs mit riesigem Vorsprung, dahinter erreichen Hahn, Wolf und nach kämpferischer Fahrt auch Laurenz Reifferscheid das Ziel auf den nächsten Plätzen.

Das zweite Rennen zeigt ein ähnliches Bild, Chatton und Schumacher setzen sich gleich vorne ab. Hahn führt ein dicht gedrängtes Verfolgerfeld mit Reifferscheid, Andreas Peter und Beat Mühlemann an. Doch die Aufmerksamkeit des Publikums wird durch ein packendes Duell zwischen Chatton und Schumacher gefesselt. Schumacher rückt dem zwischenzeitlich enteilten Chatton gegen Rennende immer näher und vermag diesen kurz vor Schluss sogar zu passieren. Doch der vermeintliche Sieger wird auf den Ranglisten als Letzter geführt, nachdem bei der technischen Kontrolle ein reglementswidriger Auspuff festgestellt wird. Chatton wird nachträglich zum Sieger erklärt, Reifferscheid, Peter und Hahn rücken auf die Plätze zwei bis vier vor.

Zum abschliessenden Finale stehen die Piloten vor einer schwierigen Entscheidung. Der Regen hat inzwischen aufgehört, die Strecke ist auf einem Teil der Ideallinie abgetrocknet. Regenreifen oder doch schon Slicks, was ist wohl die bessere Wahl? Das Gros des Feldes nimmt das Rennen auf Regenreifen in Angriff, einige wenige riskieren den Start mit profillosen Slicks, wie z.B. die auf P2, 3 und 6 startenden Elio Hahn, Laurenz Reifferscheid und Patrick Wolf. Auch Jörg Schumacher entscheidet sich im Gegensatz zu Pole-Setter Alain Chatton für die Trockenreifen, startet aber nach seiner Relegation lediglich von Startplatz 13 und dürfte für das Finale ohnehin schlechte Karten haben. Auch auf Slicks geht Master-Fahrer Lino Coppola ins Rennen.

Die Ampel schaltet auf grün und das Feld reiht sich bald nach Reifenbestückung getrennt ein. Vorne zieht die Regenreifen-Fraktion angeführt von Alain Chatton ihre Bahn, während die slick-bereiften Fahrer zu Beginn sehr viel Zeit verlieren. In Runde vier liegt beispielsweise Reifferscheid als Schnellster Slick-Fahrer schon satte 23 Sekunden hinter der Spitze. Doch das Finalrennen dauert 26 Runden, die Strecke trocknet mit jeder Runde weiter ab. Noch sind die Regenreifen schneller, doch bis zu Rennhälfte haben sich die Rundenzeiten angeglichen, erst jetzt geht das Rennen für Reifferscheid und Co. richtig los. Chatton liegt zusammen mit dem schnellsten Club-Fahrer Roger Heiniger an der Spitze, mit gehörigem Vorsprung auf Marius Papiernik und Andreas Peter. Doch jetzt drehen die Slicks-Piloten mächtig auf. Während Chatton auf abbauenden Regenreifen weiterhin tapfer 48er-Rundenzeiten dreht, purzeln diese bei Reifferscheid, Hahn, Wolf und auch Lino Coppola Runde für Runde tiefer. Mit 44er-Zeiten rollt die Slicks-Brigade das Feld von hinten auf. Doch die Rundenanzeige zeigt schon die Schlussphase des Rennens an, der Vormarsch der mutigen Trockenreifen-Piloten wird um zwei bis drei Runden zu früh gestoppt, für Reifferscheid und Coppola reicht es immerhin fürs Podest. Die Club-Wertung sieht Roger Heiniger vor Severin Schraner und Reifferscheid auf dem Podium, während sich Beat Mühlemann und Lino Coppola zu Sieger Chatton aufs Master-Podest gesellen - lauter strahlende Gesichter nach einem insgesamt packenden und hochdramatischen Finalrennen! Genau so machen die Kartrennen doch einfach Spass!

So, das war’s nun von der nationalen Saison 2009. Herzlichen Dank an alle Fahrer / Fahrerinnen für die packenden Rennen, vielen Dank auch an die Organisatoren und Helfer am Pistenrand, ohne die dieser schöne Sport nicht möglich wäre. Und ganz besonders bedanke ich mich bei jenen Lesern/Leserinnen, die mich mit Feedback jeder Art, sei sie positiv oder auch mal korrigierend, begleitet haben. Ich wünsche euch allen eine kurzweilige Zeit, bis im Frühling 2010 die schönste Nebensache der Welt mit der kommenden Saison neu gestartet werden kann.

Euer Doidolino



Ranglisten
Mini - Junior - Challenge - DD2 - Club/Master/Team