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Rennbericht ASS Kart-Schweizermeisterschaft, Finallauf Wohlen 03. Oktober 2009
Meisterlicher Showdown in Wohlen
(doidolino) Nach einer spannenden und intensiven Saison steht der Höhepunkt der nationalen Kartsaison 2009 auf dem Programm. In Wohlen werden die Finalrennen zur Schweizer Kartmeisterschaft ausgetragen. Einzig Mathéo Tuscher reist bereits als KF3-Champion ins Aargau, in allen übrigen Kategorien fallen die Entscheidungen erst am Finaltag, entsprechend umkämpft verlaufen die einzelnen Heats. Hochspannung bieten insbesondere die Rennen der Kategorien Mini, Supermini und KZ2, in denen der Schweizermeister erst auf dem letzten Rennmeter feststeht. Michi Müller (Mini), Shaun Vogel (Supermini) und KZ2-Meister Ken Allemann sichern sich die Meisterkrone in extremis. Eindeutiger fallen die Entscheidungen in den Klassen KF2 und Sport 125. KF2-Leader Patrick Müller baut den Vorsprung im Klassement mit dem Punktemaximum in Wohlen nochmals deutlich aus, während Gregory Von Burg schliesslich trotz einer eher verhaltenen Tagesleistung auch nicht mehr um den Titel zittern muss.

Kategorie Mini: Müllers Schlussspurt zum Meistertitel

Auch wenn über die gesamte Meisterschafts-Saison nur gerade eine Handvoll Mini-Piloten am Start stehen entbehren die Rennen keinesfalls an Spannung. Kaum eine Kategorie liefert so intensive Rad-an-Rad Duelle wie bei den kleinsten Nachwuchs-Cracks. So erstaunt es dann auch nicht, dass der Titelkampf am Finaltag in Wohlen vom ersten bis zum letzten Meter hochspannend verläuft. Gjergj Haxiu nimmt die letzten Wertungsläufe mit gerade mal sechs Punkten Vorsprung auf Michi Müller in Angriff.

Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl starten die Mini-Piloten in den Vorläufen gemeinsam mit dem Supermini-Feld. Haxhiu, Müller und auch Loic Vindice stehen sich dabei in nichts nach und umrunden den Kurs wie gewohnt Rad an Rad bei ständig wechselnder Reihenfolge. Vindice behält dabei das bessere Ende für sich und siegt schliesslich in beiden Vorläufen, während Müller seinerseits seinen Erzrivalen Haxhiu zweimal auf Platz drei verweist. Die Klassements-Spitze rückt damit vor dem alles entscheidenden Finale nochmals enger zusammen, Haxhius Vorsprung schmilzt auf vier Punkte zusammen.

Zum grossen Showdown dürfen die Mini-Piloten schliesslich in einem eigenen Finalrennen ohne die Supermini-Fahrer starten, die Rennleitung beugt damit einer allfälligen Verfälschung der Meisterschaft durch den Einfluss aus der andern Kategorie vor. Die Aufmerksamkeit des Publikums gehört somit den talentierten Minis ganz allein, was sie mit einem weiteren beherzten Rennen danken. Die Meisterschafts-Entscheidung muss nun zwischen Haxhiu und Müller fallen. Vorerst bestimmt aber erneut Vorlaufsieger Vindice die Pace, doch Müller und auch Haxhiu nehmen das Heft bald in die Hand. In Runde drei presst sich Müller erstmals in Führung, doch wenige Kurven später erkämpft sich Haxhiu die Spitze, während Müller dessen Heck nicht mehr loslässt. Nur um Millimeter getrennt pfeilt das Trio um den Kurs, während die letzte Runde unaufhaltsam naht. Und diese hat es dann auch in sich – Müller wirft sich im Infield neben Haxhiu, der umgehend kontert und den Frontspoiler wieder in Führung presst. Doch Müller lässt nicht mehr locker, presst sich nochmals an seinem Rivalen vorbei und überquert die Ziellinie als Sieger und neuer Schweizermeister.

Haxhiu muss sich schliesslich auch noch von Loic Vindice geschlagen geben und verpasst den Titel um winzige vier Punkte. Was für ein Rennen, schade nur dass der Meistertitel nicht zweimal vergeben werden kann, verdient hätten ihn sowohl Müller als auch Haxhiu! Da kann man sich ganz einfach nur auf weitere Rennen mit solchen Fahrern freuen!


Kategorie Supermini: And the winner is…… Shaun Vogel!

Man kann wohl lange in den Kart-Annalen des Schweizer Kartsports wühlen und findet dennoch selten eine Rennkategorie, welche vor dem Finalrennen eine ähnlich spannende Ausgangslage präsentiert wie die Supermini des Jahrgangs 2009. Was Brad Brunner, Randy Berglas und Shaun Vogel in der aktuellen Saison zeigen ist schlichtweg Sonderklasse. Nur schon der Blick auf das Zwischenklassement lässt jedem Kartsport-Interessierten das Herz höher schlagen: 177 Punkte weist Brunner’s Konto auf, je 173 Zähler bringen Berglas und Vogel mit nach Wohlen. Wer aus dem Trio infernale wird am Ende des Tages wohl als Meister nach Hause reisen?

Schon im Zeitfahren zeigt sich, dass das schnelle Trio bereit ist, den Titelkampf bis zur letzten Konsequenz auszufechten. Vogel, Berglas und Brunner stellen sich auf den Startplätzen eins, zwei und drei auf. Einzig Antonio Barone vermag auf Startplatz vier ähnlich schnelle Zeiten auf die Bahn zu legen. Der erste Vorlauf wird gestartet, der grosse Showdown beginnt. Vogel katapultiert sich von seinen Rivalen weg und nistet sich in der Führungsposition ein. Brunner eilt ihm als erster Verfolger hinterher, während sich Berglas in der Startphase etwas schwer tut und einige Zeit braucht, um den schneller gestarteten Rudolf Rhyn wieder zu passieren. Bald schliesst Berglas dann aber zu Brunner auf und setzt den ehemaligen Mini-Champion mächtig unter Druck. Vogel ist vorne aber bereits enteilt und gibt den Sieg nicht mehr her, während Brunner knapp vor Berglas den zweiten Platz einfährt.

Der zweite Vorlauf zeigt ein ähnliches Bild wie das erste Rennen, Vogel legt erneut einen Blitzstart auf die Bahn. Rasch klafft eine Lücke zu den nachfolgenden Brunner und Berglas, die sich über die gesamte Renndistanz um Platz zwei duellieren. Brunner behält dabei erneut das bessere Ende für sich. Vogel bucht 20 weitere Punkte auf sein Konto und rückt damit bis auf einen Zähler zum nach wie vor führenden Brad Brunner auf. Berglas seinerseits weist nun sechs Punkte Rückstand auf Brunner auf und hat damit vor dem alles entscheidenden Finallauf die schlechtesten Karten im Titelkampf. Doch eigentlich reduziert sich alles auf einen Sieg im allerletzten Rennen - wer das Finale gewinnt dürfte wohl gleichzeitig Schweizer Meister werden.

Shaun Vogel startet zum dritten Mal aus der Pole und lässt auch im Finale nichts mehr anbrennen, der junge Topkart-Crack ist heute schlicht in blendender Form. Brunner heftet sich zwar an seine Fersen, doch das Unheil naht in Form einer schlecht befestigten Stossstange am Heck des Swisshutless-Fahrers. Bald schon hat sich die Befestigungsschraube selbständig gemacht und die Stossstange schleift über den Asphalt. Vorerst lässt die Rennleitung Brunner noch fahren, doch im weiteren Verlauf des Rennens entscheidet Rennleiter Markus Gugger, den Titelaspiranten wegen Gefährdung der andern Fahrer aus dem Rennen zu nehmen. Was für ein bitteres Ende für das ehrgeizige Nachwuchstalent, auf diese Art aus der Titelentscheidung gerissen zu werden. Nun ist der Weg definitiv frei für Shaun Vogel, der auch das Finalrennen souverän gewinnt. Freude zeigt aber auch der Zweitplatzierte Randy Berglas, der damit den Vizemeister-Titel einfährt. Doch noch einer freut sich, Antonio Barone rückt nach Brunners Zwangsstop auf den dritten Platz vor und steigt strahlend zu Vogel und Berglas aufs Siegerpodest.

Damit endet eine wohl unvergessliche Supermini-Saison mit einem überglücklichen Shaun Vogel als neuem Schweizer Meister. Doch auch Berglas und Brunner dürfen durchaus stolz sein auf ihre tolle Leistung, jeder aus diesem fulminanten Trio hätte die Meisterkrone verdient. Wir dürfen uns bereits heute auf weitere Glanzleistungen in den kommenden Jahren freuen und sind uns sicher, dass für das Trio noch der eine oder andere weitere Titel nachfolgen wird, stehen alle drei doch noch am Anfang einer sicherlich glanzvollen Motorsport-Karriere!


Kategorie Sport 125: Tagessieg für Grämiger, Von Burg wird Meister

Beim Blick auf das Meisterschafts-Zwischenklassement dürften kaum Zweifel aufkommen, wer am Ende des heutigen Finaltags als Nachfolger von Rinaldo Grämiger zum neuen Schweizermeister ausgerufen wird, zu gross ist Von Burg’s Polster auf seine Verfolger. Rein rechnerisch hat zwar Rotax-Club Champion Patrick Wolf noch Chancen auf den Titel, doch bei 36 Punkten Rückstand müsste es wohl mit dem Teufel zugehen, damit Von Burg die Krone noch verlieren sollte. Patrick Wolf müsste dazu jedenfalls das Punktemaximum in Wohlen einfahren, während Von Burg maximal acht Punkte machen dürfte.

Wolf legt im Zeitfahren los wie die Feuerwehr und ist sichtlich gewillt, seinerseits das Möglichste herauszuholen. Doch einer ist noch schneller als der Herausforderer – Vorjahresmeister Rinaldo Grämiger gibt zum Saisonende nochmals ein Gastspiel und powert sich knapp vor Wolf auf Pole. Von Burg bleibt ungewohnt weit hinten auf Startplatz elf stehen. Sollte die Meisterschaft tatsächlich nochmals spannend werden?

Der Start zum ersten Vorlauf wird freigegeben, Wolf versucht gleich an die Spitze zu gehen, doch Grämiger lässt sich nicht so einfach überholen. Im Gegenteil, Rinaldo gibt in der Folge die Pace vor, Wolf vermag zwar zu folgen, doch für ernsthafte Attacken reicht es nicht. Im weiteren Rennverlauf tut sich gar eine kleine Lücke zwischen dem Führenden und Wolf auf, Grämiger überquert die Ziellinie schliesslich mit rund zwei Sekunden Vorsprung. Spannend verläuft der Kampf um die nächsten Verfolgerplätze. Der Drittplatzierte Stefan Dudler bleibt im Dauerduell mit Alain Baeriswyl siegreich, während Leo Chirichiello die aufsässige Isabelle von Lerber in Schach hält. Von Burg tritt nicht gross ins Rampenlicht und beendet das Rennen nach unauffälliger Fahrt auf Position acht.

Im zweiten Rennen startet Grämiger erneut vor Wolf aus der Frontreihe. Grämiger kommt erneut am besten weg, Wolf hingegen wird auf der Aussenbahn leicht abgedrängt und reiht sich nur noch auf Position vier ins Feld ein, während sich Dudler und Chirichiello hinter Grämiger einnisten. Grämiger zieht als Führender auf und davon, gleichzeitig liegen Dudler und Chirichiello im Clinch um P2 – Chirichiello sollte dabei schlussendlich die Oberhand behalten. Wolf gerät in die Mühle der weiteren Verfolger und verliert im weiteren Rennverlauf nochmals zwei Plätze gegen Laurenz Reifferscheid und Kimmy Larsson und büsst damit auch die letzte rechnerische Chance auf den Titelgewinn ein. Gregory Von Burg fährt auf Platz neun als neuer Champion über die Ziellinie.

Das Finale wird somit hinsichtlich der Titelentscheidung zur Makulatur, einzig der Kampf um den Vizetitel sorgt nochmals für Spannung, denn Chirichiello liegt im Zwischenklassement nur noch wenige Punkte hinter Wolf. Vorerst sorgt aber Dudler für Aufsehen, mit einem Blitzstart zwängt er sich am bisherigen Dominator Grämiger vorbei in Führung. Grämiger lässt sich aber nicht lumpen und bläst gleich wieder zum Angriff. Ein erster Vorstoss Grämigers in der Zielkurve wird von Dudler noch gekontert, doch kurz darauf setzt sich Grämiger doch endgültig in Front und eilt in der Folge seinem dritten Sieg an diesem Finaltag entgegen. Der abtretende Meister zeigt damit zum Saisonende seine Stärke nochmals klar auf. Hinter Grämiger geht nun aber die Post ab. Dudler’s zweiter Platz gerät durch die aufrückenden Chirichiello und Wolf in Gefahr, dahinter brausen auch Mike Zürcher, Alain Baeriswyl sowie Isabelle von Lerber heran. Insbesondere Zürcher dreht mit jeder Runde mehr auf und rückt mit einer schnellsten Rennrunde nach der anderen immer näher zur Spitze. In der letzten Runde holt er gar noch Dudler ein, setzt sich in der zweitletzten Kurve innen neben diesen, doch Dudler will nicht nachgeben. Zürcher bleibt auf der Ideallinie während sich Dudler um 180 Grad dreht. Chirichiello, Wolf, Baeriswyl, Michael Muntwyler und auch Isa von Lerber huschen vorbei, bis sich Dudler wieder fängt und gerade noch vor dem neuen Schweizer Meister Gregory Von Burg ins Ziel wirft.

Damit ist auch der Kampf um den Vizetitel entschieden – Patrick Wolf verteidigt den zweiten Meisterschaftsrang mit seinem vierten Finalplatz knapp vor Leo Chirichiello, der mit seiner Saison insgesamt aber auch zufrieden sein dürfte.

Kategorie KF3 Junior: Meisterliche Vorstellung von Matheo Tuscher

Nach einer grossartigen Saisonleistung reist Matheo Tuscher bereits als KF3-Meister nach Wohlen. Tuscher reiht damit nach dem Supermini-Titel 2008 gleich einen weiteren Grosserfolg in sein Palmarès ein und kann das Saisonfinale ohne Druck und unbelastet angehen.

Doch auch andere Piloten haben in der zu Ende gehenden Saison ihr Talent aufgezeigt, allen voran Levin Amweg, Alain Valente und Flavio Mathys. Insbesondere Levin Amweg war oft der Schnellste im Feld, doch eine hartnäckige Pechsträhne hat den schnellen Tony-Piloten frühzeitig aus dem Kampf um die Meisterkrone gerissen. Zum Saisonende will sich Levin aber nochmals ins Schaufenster stellen und unterstreicht dies mit der deutlich schnellsten Zeit im Qualifying. Neben ihm startet Alain Valente aus der Frontreihe, dahinter reihen sich Patrick Näscher, Matheo Tuscher, Michi Ryter und Flavio Mathys ein.

Amweg gelingt ein Superstart in den ersten Vorlauf, schon nach wenigen Kurven sind seine Verfolger aus dem Windschatten geschüttelt. Valente führt das kompakte Verfolgerfeld mit Näscher, Ryter und Tuscher an, dicht gedrängt umrundet das Qartett das Feld und erreicht das Ziel schliesslich auch in dieser Reihenfolge. Von den Spitzenpiloten fehlt einzig Flavio Mathys, der nach einem Startzwischenfall dem Feld hinterher jagt und schliesslich immerhin noch Neunter wird.

Levin Amweg hat sich nun endgültig auf die kurvige Wohlen-Piste eingeschossen und drückt auch dem zweiten Rennen den Stempel auf. Wie schon im ersten Rennen lässt Levin seinen Gegnern keine Chance und realisiert den zweiten Start/Ziel-Sieg. Umkämpft ist hingegen Position zwei, erneut sind es Näscher, Ryter, Tuscher und Valente, die sich dabei in den Haaren liegen. Ryter presst sich schliesslich in der Zielkurve an Näscher vorbei und jubelt über den kleinen Sieg hinter Amweg.

Die Startaufstellung für das abschliessende Finalrennen präsentiert sich wie folgt: Pole für Levin Amweg, Tuscher auf P2, Ryter und Valente in Reihe zwei vor Näscher, Severin Amweg und Flavio Mathys. Levin behauptet vorerst die Führung, doch schon in der ersten Runde überschlagen sich die Ereignisse. Am Ende der Gegengeraden staucht sich der Spitzenpulk dicht zusammen, der Platz wird eng. Ryter streift sich den Frontspoiler ab, Levin Amweg wird auf die Aussenbahn abgedrängt. Tuscher sticht als neuer Leader in die nächste Kurve, während Amweg bis auf P6 durchgereicht wird. Ryter biegt in die Boxengasse ab und hat damit mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun. Tuscher hingegen nutzt die Führungsposition, um sich gleich von seinen Gegner abzusetzen, während dahinter Valente die Attacken von Mathys und Näscher abwehren muss. Levin Amweg bleibt vorerst hinter dem ebenfalls vorbeigeschlüpften Dominik Fischli hängen und verliert Meter um Meter auf den Spitzenpulk. Zu Rennhälfte findet Levin endlich die Lücke und jagt den bereits weit enteilten Vorderleuten hinterher, der Abstand ist aber inzwischen zu gross, um noch aufs Podest zu fahren. Tuscher sichert sich den Sieg, Mathys ringt Valente noch den zweiten Platz ab, während Amweg mit dem undankbaren vierten Platz vor Patrick Näscher vorlieb nehmen muss. Tuscher nutzt die Ehrenrunde, um den Sieg und Meistertitel mit der Schweizer Flagge gebührend zu feiern – ein schöner Abschluss am Ende einer grossartigen KF3-Saison.



Kategorie KF2 Elite: Alles Müller oder was?

Vor dem grossen Saisonfinale kommen noch drei Piloten für den Meistertitel 2009 in Frage, wobei sich Tony-Crack Patrick Müller mit 23 Punkten Vorsprung auf Patric Niederhauser und einem Polster von 28 Zählern auf Yves Von Aesch in der klar besten Position im Kampf um die Krone befindet. Müller ist auch der einzige Fahrer im Feld, der bislang zwei Saisonsiege einfahren konnte. Ob es heute gar zum dritten Sieg reicht?

Herausforderer Patric Niederhauser scheint indes gewillt, dies zu verhindern und brennt im Qualifying eine deutliche Polezeit auf den Asphalt. Auch Matthias Meier gelingt eine schnellere Zeit als Müller, der das erste Rennen auf P3 in Angriff nimmt. Ein Erfolgserlebnis dürfte auch Jasmin Preisig haben, sie startet neben Müller aus der zweiten Reihe.

Der Start zu Vorlauf 1 verläuft hektisch. Severin Kunz prescht aus der sechsten Position weit nach vorn, in der ersten Kurve wird der Platz an der Spitze dann aber zu eng, Meier wird abgedrängt und auch Kunz kommt aus der ersten Runde mit Verspätung zurück. Nidi übernimmt die Führung, gefolgt von Pascal Eberle, Müller und Marc Freimann. Von Aesch und Preisig führen die weiteren Verfolger an. Niederhauser verschafft sich etwas Luft und stürmt ungefährdet dem Sieg im ersten Vorlauf entgegen, dahinter erkämpft sich Freimann schliesslich den zweiten Platz vor Müller und Eberle.

Auch das zweite Rennen wird aggressiv in Angriff genommen, Nidi schiesst als Leader aus Kurve 1, doch dann übernimmt Meisterschaftsfavorit Müller das Szepter. Niederhauser kontert nochmals und scheint die Führung verteidigen zu können, aber dann verliert sein Motor sichtlich an Leistung. Müller vermag nun die Frontposition ohne Mühe zu übernehmen, Nidi biegt sichtlich enttäuscht in die Boxengasse ab. Damit ist der Meisterweg für Müller definitiv frei, zumal der Tony-Pilot nun einem deutlichen Laufsieg und dem Gewinn der Vorlaufwertung entgegensteuert. Mit dem Fallen der Zielflagge ist es denn auch amtlich, der neue KF2-Champion heisst Patrick Müller.

Das Finale nutzt Müller schliesslich für ein eindrückliches Schaulaufen. Vom Start weg kennt Müller keine Gegner mehr, einzig Yves Von Aesch kann in den ersten Runden einigermassen mithalten. Gefahr droht im weiteren Rennverlauf einzig von Niederhauser, der sich mit einer tollen Aufholjagd mehr und mehr der Spitze nähert. Mit einer Serie schnellster Rennrunden liegt Nidi bald auf P2 und rückt Müller in der Schlussphase nochmals nahe. Doch Müller erhöht die Pace nochmals und hält Nidi auf Distanz. Mit dem glänzend aufgelegten Severin Kunz erreicht ein weiterer Tony-Pilot das Ziel auf Platz drei, damit ist das Siegerpodest einmal mehr gänzlich in Tony-Hand. Auch im Gesamtklassement resultiert mit Müller/Niederhauser ein Doppelsieg für Tony-Kart, einzig Yves Von Aesch vermag als Gesamtdritter einigermassen Paroli zu bieten.


Kategorie KZ2 Schaltkart: Dramatik zum Saisonfinale, Allemann verteidigt den Titel

Schien nach den ersten vier Saisonrennen der 10. Titel für Seriensieger Ken Allemann schon fast gesichert vermochte Kevin Lüdi in Chiavenna mit dem Punktemaximum bei gleichzeitigem Ausfall von Ken die Ausgangslage wieder spannend zu machen. Mit nur noch 15 Punkten Vorsprung nimmt Ken die Finalrennen in Angriff. Man darf gespannt sein, ob Kevin zum Saisonabschluss doch noch der grosse Coup gelingt.

Im Qualifying sorgen dann zunächst aber andere Fahrer für die Musik. Der Meisterschafts-Dritte Heinz Fröhlich powert sich auf Pole, und auch Damian Frizzi sowie Tobias Borel starten vor dem favorisierten Birel Duo Kevin/Ken, welches den ersten Vorlauf auf P4 bzw. P7 in Angriff nimmt. Gespannt wartet das Publikum auf das erste Rennen. Fröhlich katapultiert sich mit einem blitzsauberen Start in Front, Borel und Lüdi reihen sich als erste Verfolger ein. Dahinter wird es dramatisch, Ken bohrt sich nach einem missglückten Angriff in die Reifenstapel, macht sein Kart zwar wieder flott, biegt dann aber kurz darauf in die Boxengasse ab. Kevin setzt nun alles auf eine Karte und presst sich im Infield gekonnt an Fröhlich vorbei in Führung. Auch Frizzi macht sich über Fröhlich her und ringt diesem Platz zwei ab. Die Zielflagge winkt Lüdi als Sieger vor Frizzi und Fröhlich ab – die Meisterschaftsentscheidung spitzt sich somit weiter zu.

Für das zweite Rennen darf eine fulminante Aufholjagd von Ken Allemann erwartet werden, und tatsächlich macht Ken von der letzten Startposition aus rasch Platz um Platz gut. Sein Rivale Kevin liegt derweil vor Frizzi und Fröhlich in Führung, doch Ken macht Meter um Meter Boden gut. In Runde drei schliesst Ken zum Spitzentrio auf und macht sich ohne zu zögern über die Vorderleute her. Und tatsächlich übernimmt Allemann zu Rennhälfte gar die Spitze. Lüdi und Frizzi balgen sich dahinter um Platz zwei, mit dramatischen Folgen! In der Zielkurve kollidieren die beiden Streithähne und scheiden aus dem Rennen aus. Für Ken ist nun der Weg zu einem überlegenen Sieg frei, Fröhlich und Lokalmatador Fabian Stutz erreichen das Ziel auf den folgenden Plätzen.

In der Meisterschafts-Zwischenwertung bleibt die Spannung vor dem alles entscheidenden Finallauf hoch, Ken führt das Klassement mit noch 11 Punkten vor Kevin an. Bei einem Lüdi-Sieg reicht Ken somit ein vierter Platz, um den Titel definitiv zu sichern. Es stehen uns also noch 26 dramatische Runden bevor. Fröhlich startet aus Pole und behauptet vorerst auch die Führung im Rennen, doch dahinter macht sich Kevin als erster Verfolger bereit, die Entscheidung zu seinen Gunsten zu erzwingen. Der Angriff lässt denn auch nicht lange auf sich warten, in Runde fünf presst sich der Birel-Pilot an Fröhlich vorbei in Front. Doch auch Ken nimmt das Heft in die Hand und macht seinerseits Platz um Platz gut. Bald schon schlüpft auch er an Fröhlich vorbei und liegt damit auf dem titelbringenden zweiten Rang. Fröhlich vermag als Einziger im Feld die Pace der beiden Meisterkandidaten mitzugehen und kann das Duell der beiden Cracks aus der Ehrenloge mitverfolgen. Ob Allemann wohl auf dem zweiten Platz still hält und den Titel defensiv einfährt? Oder will er gar den Finalsieg? Vorerst hält sich Ken zurück, doch dann greift er im Infield plötzlich energisch an. Kevin denkt aber nicht daran, seinen Teamkollegen passieren zu lassen und wirft die Türe beherzt zu, Ken steckt zurück und beschränkt sich in der Folge darauf, P2 gegen Heinz Fröhlich abzusichern. Die Zielflagge winkt Lüdi als Sieger ab, Ken fährt auf Platz zwei ins Ziel und lässt sich nach einem dramatischen Finaltag mit 236 Meisterschaftspunkten einmal mehr als KZ2-Meister feiern. Lüdi erreicht schliesslich 230 Zähler und darf mit Recht behaupten, ein ebenbürtiger Gegner für Ken gewesen zu sein. Was für ein toller Abschluss nach einer spannenden und dramatischen Saison!
Soweit die Berichterstattung vom SM-Finale in Wohlen. Nun steht am kommenden Wochenende mit dem letzten Rennen der Rotax Max Challenge in Wohlen ein weiterer Saisonhöhepunkt bevor, bevor wir die spannende Kartsaison 2009 auf nationaler Ebene abschliessen.

Bis dann, euer Doidolino

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