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Rennbericht ASS Kart-Schweizermeisterschaft, Rennen 5, Chiavenna - 16. August 2009
Meisterlicher Auftritt
(doidolino) Der erste Schweizermeister 2009 steht fest! Matheo Tuscher sichert sich in Chiavenna nach dem Supermini-Pokal 2008 mit einer grandiosen Leistung nun auch den Meistertitel in der Kategorie KF3. In den übrigen Kategorien fällt die Entscheidung erst beim Finalrennen in Wohlen. Die weiteren Tagessiege beim vorletzten Saisonrennen gehen an Patrick Müller (KF2), Simone Brenna (KZ2), Mike Zürcher (Sport 125), Shaun Vogel (Supermini) sowie Gjergj Haxhiu (Mini).

Kategorie Mini: Führungswechsel

Was ist bloss aus dem Schweizer Kart-Nachwuchs geworden! Aus vier Startern in Ottobiano und Wohlen wurden deren drei bei den Rennen in Mirécourt und Levier, und in Chiavenna treten gerade noch zwei Fahrer zu den Rennläufen in der kleinsten Nachwuchsklasse an! Einzig Gjergj Haxhiu und Michi Müller können sich von Nintendo DS oder Wii losreissen. Die Verantwortlichen beim ASS werden sich für die nahe Zukunft etwas einfallen lassen müssen, um die Attraktivität dieses Sports bei den Jüngsten wieder herzustellen.

Doch nun zu den Rennläufen: Mit Michi Müller und Gjergj Haxhiu sind immerhin die beiden Fahrer am Start, welche in der Meisterschaft seit Saisonbeginn mit ihrem Kopf an Kopf-Rennen für Spannung sorgen. Michi reist als Meisterschafts-Leader mit gerade mal zwei Punkten Vorsprung auf Gjergj nach Italien. Ob er den Heimweg über den Splügenpass wohl immer noch als Führender wird antreten können?

Gjergj gibt seine Antwort darauf schon im Zeitfahren, welches der Swisshutless-Pilot hauchdünn vor seinem Kontrahenten für sich entscheidet. Doch die Differenz zwischen den beiden ist so marginal, dass keine Prognose über den heutigen Favoriten getätigt werden kann. Die beiden Vorläufe bestätigen diese Vorahnung, Haxhiu und Müller umrunden den Kurs Rad an Rad, immer wieder wechselt die Führung, auch wenn diese insgesamt betrachtet mehrheitlich von Gjergj beansprucht wird. Haxhiu fährt denn verdientermassen beide Vorlaufsiege ein, wobei Müller lediglich 0.2 (1. Vorlauf) respektive 0.5 Sekunden (2.Vorlauf) auf den Sieger einbüsst.

Mit Spannung wird deshalb das abschliessende Finale erwartet. Kann Gjergj nachdoppeln und damit die Meisterschaftsführung übernehmen? Oder schlägt Michi nun zurück? Erneut setzt sich Haxhiu aus Pole vorerst an die Spitze, doch Müller lässt sich nicht abschütteln. Erst ein missglückter Angriff Müllers in Runde fünf scheint eine Vorentscheidung zu bringen, Michi steigt nach der Parabolica an Gjergj’s Heck hoch und büsst rund 2 Sekunden auf den Leader ein. Doch Müller kämpft sich mit dem Messer zwischen den Zähnen nochmals heran und presst sich in der vorletzten Runde im Infield tatsächlich an Gjergj vorbei. Doch Haxhiu’s Konter folgt sogleich, aus dem Windschatten heraus pfeilt er auf der langen Geraden wieder an Michi vorbei in Front. Geschickt verteidigt Gjergj nun die Führung und überquert die Ziellinie als Sieger und damit neuer Meisterschafts-Leader.

Wer wird wohl beim Finale in Wohlen die Oberhand behalten? Man darf sich jetzt schon auf den grossen Showdown zwischen Gjergj und Michi freuen. Und vielleicht kommt dann ja doch nochmals der eine oder andere Minipilot dazu, so dass zumindest das Siegerpodest nicht halb leer aussehen muss! Und überhaupt, die Chancen, sich aufs Siegertreppchen zu fahren, sind nirgends so gross wie in der Mini-Kategorie unserer Kartmeisterschaft. Also Kids, schmeisst die Spielkonsole in die Ecke und greift wieder ins Lenkrad ;-)


Kategorie Supermini: Aus dem Titelduell wird ein Dreikampf

Die Kategorie Supermini liefert in der aktuellen Saison wohl die spannendsten Rennen. Der Zweikampf zwischen Brad Brunner und Randy Berglas wogt nun schon seit den ersten Rennmetern in Ottobiano hin und her. Doch auch Mirécourt-Sieger Shaun Vogel lauert auf P3 im Zwischenklassement auf seine Chance und bestätigt seine Ambitionen denn auch gleich mit der schnellsten Zeit im Qualifying. Auch Fabienne Wohlwend vermag eine schnellere Zeit als Brunner und Berglas auf den Asphalt zu legen, somit starten die beiden Kontrahenten für einmal lediglich aus der zweiten Startreihe in den ersten Vorlauf.

Die schnelle Pista Tibi Kart scheint Polesetter Vogel prächtig zu gefallen, auch in den beiden Vorläufen dreht der aufgeweckte Blondschopf mit Abstand die schnellsten Runden und distanziert sämtliche Verfolger deutlich. Vogels Sieg ist nie in Gefahr, beide Vorläufe gehen klar an den Topkart-Fahrer mit der Startnummer 44. Dahinter geht es umso engagierter zur Sache, Berglas und Brunner streiten sich um den ersten Verfolgerplatz, wobei sich Brunner nach einem schlechten Start im ersten Rennen dazu aber erst mal nach vorne kämpfen muss. Auch Fabienne Wohlwend vermag die Pace von Berglas und Brunner mitzugehen, im ersten Vorlauf belegt sie hinter dem zweitplatzierten Berglas und noch vor Brad Brunner den dritten Platz. Erst im zweiten Rennen vermag die junge Rheintalerin nicht mehr ganz zu folgen und fährt aber dennoch hinter Vogel, Berglas und Brunner auf Platz vier.

Dominator Shaun Vogel nimmt auch den abschliessenden Finallauf aus der Pole unter die Räder. Randy, Fabienne und Brad belegen die nächsten Startplätze. Shaun katapultiert sich erneut gleich von seinen Verfolgern weg und fährt nach Mirécourt den zweiten Hattrick (Pole, Vorlauf- und Finalsieg, schnellste Rennrunde) der Saison ein. Um Platz zwei entbrennt nun das ultimative Duell zwischen Berglas und Brunner. Berglas liegt vorerst vorne, doch Brunner presst sich in Kurve drei schon mal an seinem Gegner vorbei. Berglas‘ Konter folgt auf der langen Zielgeraden, bevor sich Brunner im Kurvengeschlängel erneut nach vorne kämpft. Die Reihenfolge wechselt nun fast in jeder Kurve, keiner gibt auch nur einen Millimeter preis, oftmals fahren die zwei Streithähne nebeneinander um die Strecke. Auch am Pistenrand ist der Ehrgeiz der beiden förmlich spürbar. Wenn das nur bis zur Zielflagge gutgeht! Der Rennleiter zeigt die letzte Runde an, nun geht es um die Wurst. Berglas jagt vor Brunner auf der letzten Rille um die Parabolica, Brunner steigt spät in die Bremse, die beiden Karts prallen zusammen. Beide können den Abflug neben die Strecke gerade noch vermeiden, Berglas gerät aber von der Ideallinie und muss Brad schliesslich vorbei lassen. Randy versucht noch einen Konter, doch Brad blockt ab und überquert die Ziellinie schliesslich hauchdünn vor seinem Rivalen.

Die Zielflagge ist gefallen, doch das Rennen scheint noch nicht vorbei. Im Parc fermé müssen Teammitglieder und Offizielle die beiden Hitzköpfe voneinander fern halten, um eine Rangelei zu vermeiden. Prompt zitiert die Rennleitung Brad und Randy zu sich und verhängt je eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, was die beiden im Endergebnis auf Platz sechs und sieben zurück wirft. Oliver Holdener und Raphael Wohlwend rücken somit aufs Siegerpodest nach. Doch Hauptprofiteur der ganzen Geschichte ist schliesslich Tagessieger Shaun Vogel, der damit seinen Rückstand auf Brunner und Berglas zusätzlich deutlich verringern kann. Aus dem Duell um den Titel 2009 ist nun definitiv ein Dreikampf geworden, liegen Brad, Randy und Shaun vor dem Finalrennen in Wohlen doch nun nur noch um vier Punkte getrennt an der Spitze. Jeder der drei kann den Titel aus eigener Kraft einfahren, und in der aktuellen Form schlüpft Vogel vielleicht sogar in die Favoritenrolle…. Wer auch immer den Titel 2009 erobern wird, er wird ein grossartiger und würdiger Champion sein.


Kategorie Sport 125: Premierensieg für Mike Zürcher

Der bisherige Meisterschafts-Verlauf in der Kategorie Sport 125 war von der Vielfalt der Sieger geprägt. Bei vier Rennen standen vier verschiedene Gewinner zuoberst auf dem Treppchen. Ob sich diese Tradition wohl auch im Val Chiavenna fortsetzt? Die Anzeichen dazu sind schon im samstäglichen Qualifying vorhanden, denn die drei Schnellsten haben in dieser Saison noch keinen Sieg verbuchen können. Die schnellste Zeit legt Swisshutless-Pilot Mike Zürcher auf die Bahn, gefolgt von Franco Citino und Stefan Dudler. Die Favoriten müssen sich für einmal hinten anstellen, Leo Chirichiello, Kimmy Larsson und Gregory Von Burg starten in einer geschlossenen Phalanx aus Position vier bis sechs. Ganz dicke kommt es für den Meisterschafts-Zweiten Patrick Wolf, der auf Platz neun schon über eine Sekunde auf Zürcher einbüsst.

Zürcher setzt auch in den Vorläufen den Massstab, der schnelle Berner macht sich in beiden Rennen unmittelbar nach Startfreigabe aus dem Staub und landet zwei ungefährdete Start/Ziel-Siege. Dahinter bildet sich in beiden Rennen eine Verfolgergruppe mit Dudler, Citino, Larsson und Von Burg. Im ersten Rennen setzt sich dabei Citino vor Larsson, Von Burg und Dudler durch, während in Lauf zwei Von Burg schliesslich die Oberhand behält. Doch auch Citino zeigt mit dem tollen zweiten Platz, dass ihm der schnelle Kurs bestens behagt.

Aufgrund der bislang drückenden Überlegenheit Mike Zürchers wird auch im Finallauf ein Solo des Berners erwartet. Der Start klappt erneut einwandfrei und Mike katapultiert sich wie gewohnt vom Feld weg. Citino führt die Verfolgergruppe vorerst um den Kurs, doch bald schon machen sich Von Burg und Dudler über Franco her. In Runde vier löst Von Burg Citino auf Platz zwei ab, und gleich darauf huscht auch Dudler auf der Geraden vorbei. Citino kämpft verbissen um den Anschluss, doch sein Material scheint inzwischen mehr und mehr abzubauen, so dass auch Cirichiello und kurzzeitig Antonio Alvaro vorbei ziehen. Citino bäumt sich aber nochmals auf und ringt Alvaro am Ende doch noch Platz fünf ab.

In der Meisterschaftswertung vermag Gregory Von Burg trotz der Niederlage gegen Mike Zürcher zu profitieren, denn seine nächsten Verfolger büssen auf den Leader weiter Terrain ein. Mit nunmehr 36 Punkten Vorsprung auf den heute völlig glücklosen Patrick Wolf dürfte Gregory den Champagner bereits getrost kaltstellen.


Kategorie KF3: Tuschers Meisterleistung

Nach Siegen in Ottobiano und Mirécourt sowie Podestplätzen in Wohlen und Levier geht Sodi-Crack Matheo Tuscher in Chiavenna als Kronfavorit an den Start. Die Ausgangslage ist klar, bei einem weiteren Sieg Tuschers wäre die Meisterschaft vorzeitig entschieden und Tuscher nach dem letztjährigen Triumph bei den Supermini auf Anhieb gleich auch Meister in der Kategorie KF3. Doch Tuscher’s Gegner setzen alles daran, dessen Meisterfahrt zu verhindern, allen voran Flavio Mathys, der Zweitplatzierte des Gesamtklassements. Im Qualifying legt vorerst zwar Levin Amweg die Pole vor, doch Mathys dreht im ersten Vorlauf fulminant auf und übernimmt bald schon den Lead. Auch Tuscher vermag Flavio’s Pace nicht mitzugehen, somit fällt die Zielflagge zuerst für den entfesselt fahrenden Topkart-Piloten. Tuscher wird Zweiter vor Michi Ryter und Alain Valente.

Vorlauf zwei scheint zuerst gleich zu verlaufen wie das erste Rennen, Mathys eilt erneut auf und davon. Doch dahinter scheint nun Tuscher’s Kart mit zunehmender Renndauer besser zu funktionieren, ab Rennhälfte macht Matheo sichtlich Boden gut. Kann er den Führenden vielleicht gar noch einholen? Die Antwort gibt Tuscher umgehend auf der Rennstrecke, in der vorletzten Runde schliesst Tuscher zu Mathys auf und passiert diesen auch gleich. Mit Respektabstand auf die beiden Schnellsten erreichen erneut Ryter und Valente das Ziel auf den Plätzen drei und vier. Erwähnenswert ist vielleicht auch noch Polesetter Levin Amweg, dessen schon fast unheimliche Pechsträhne in dieser Saison wohl kein Ende mehr nimmt. Nach Leistungsverlust im ersten Vorlauf und Rückfall auf Platz acht zeigt Levin im zweiten Lauf eine tolle Aufholjagd, die ihn wieder bis zur Spitzengruppe nach vorne bringt. Mit Reifenschaden kreiselt der unbestritten schnelle Tony-Pilot zu Rennhälfte aber erneut von der Strecke und ist in der Folge einmal mehr nur Zuschauer.

Das abschliessende Finale nimmt Tuscher aus der Pole in Angriff, beste Chancen also, den Sack im Titelrennen mit einem weiteren Sieg vorzeitig zuzumachen. Im Stile eines Profis setzt Matheo das Vorhaben in die Tat um und gibt keinen Meter Führung preis. Souverän kontrolliert er das Rennen und erreicht das Ziel nach 18 Runden als frischgebackener und entsprechend jubelnder neuer Schweizermeister. Hinter Tuscher verblasst beinahe die tolle Leistung des zweitplatzierten Michi Ryter, der Flavio Mathys mit einem grossartigen Finallauf ebenfalls zu bezwingen vermag. Auf den weiteren Plätzen laufen Alain Valente, Severin Amweg und dessen Bruder Levin im Ziel ein, während Tuscher bereits die Ovationen seines Teams und seiner Fans entgegen nimmt. Bravo Matheo!


Kategorie KF2 Elite: Machtdemonstration von Patrick Müller

Die Ausgangslage vor dem fünften Saisonrennen in Chiavenna verspricht viel Spannung – gerade mal sechs Punkte trennen den Führenden Patrick Müller vom Zweitplatzierten Yves Von Aesch, welcher zuletzt in Levier gross auftrumpfen konnte. Doch auch Ottobiano-Sieger Patrick Niederhauser rechnet sich mit weiteren neun Punkten Rückstand sicherlich noch Chancen auf den Titelgewinn aus. Doch die Verhältnisse in Chiavenna mit viel Abrieb und entsprechend kraftzehrenden Bedingungen sprechen wohl eher für den konditionsstarken Müller, zumal auch die extreme Hitze jedem Piloten zu schaffen machen wird.

Schon im Qualifying bestätigt der Meisterschafts-Favorit die Erwartungen, seiner Polezeit von 46.353 sec vermögen seine Gegner nur ansatzweise Paroli zu bieten. Immerhin kämpfen sich Patrick Niederhauser und Yves Von Aesch auf die nächsten Startplätze, dahinter lauern Marc Freimann, Cyndie Allemann und Leonardo Corti auf ihre Chance. Doch Müller macht auch im Rennen schnell klar, dass er heute nur schwer zu bezwingen sein dürfte, vom Start weg katapultiert er sich vom Feld weg und erarbeitet sich umgehend einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger. Eine Schrecksekunde erleben derweil die Zuschauer und insbesondere die im Mittelfeld gestarteten Mirko Gervasoni und Jasmin Preisig, deren Kart in der ultraschnellen Parabolica an Gervasonis Rad hochsteigt und hart neben der Piste aufprallt. Mit Rückenprellungen kommt die zähe Appenzellerin noch glimpflich davon und tritt in der Folge gar tapfer wieder zu den nachfolgenden Rennen an. Doch zurück zum Renngeschehen: Müller führt mit zunehmendem Vorsprung auf einen Verfolgerpulk mit Niederhauser, Von Aesch, Allemann und Freimann, die sich intensiv um Position zwei beharken. Niederhauser behält am Schluss das bessere Ende für sich und sorgt einmal mehr für einen Doppelsieg des Tony-Teams.

Vorlauf zwei verläuft analog zum vorhergehenden Rennen, zumindest auf den ersten beiden Plätzen. Müller enteilt erneut mit einer horrenden Anfangspace, während sich Niederhauser komfortabel auf Platz zwei einnistet. Dahinter bekommt Cyndie mit Matthias Meier einen neuen Gegner, dem sie sich schliesslich knapp geschlagen geben muss. Im hart umkämpften Verfolgerfeld endet das Rennen für Stefan Mahlknecht, Zoel Amberg, Mirko Gervasoni und Philipp Herrmann aprupt, die vier landen nach einem spektakulären Massencrash in Kurve drei neben der Strecke. Rasch sind die Trümmer und Karts aus der Gefahrenzone entfernt, das Rennen geht regulär weiter und Müller eilt zu seinem zweiten Sieg.

Zum abschliessenden Finalrennen erreicht die Hitze auf der Piste fast unerträgliche Dimensionen, das Rennen über 18 Runden wird zu einem Abnützungskampf für Piloten und Material. Müller lässt sich davon aber erneut nicht beirren, was er mit dem dritten Start/Ziel-Sieg deutlich manifestiert. In Verbindung mit der schnellsten Rennrunde realisiert er damit einen lupenreinen Hattrick und demonstriert seine Superform auf eindrückliche Art und Weise. Doch auch hinter Müller kämpfen sich die Verfolger im Backofen von Chiavenna tapfer um den Kurs, Patrick Niederhauser fährt auch im dritten Rennen auf Platz zwei, gefolgt von Cyndie Allemann, die damit bei ihrem zweiten Gaststart in der KF2-Kategorie zum zweiten Mal aufs Siegerpodest steigt.

In der Meisterschafts-Zwischenwertung legt Müller mit dem heutigen Punktemaximum einen weiteren wichtigen Grundstein für den Meistertitel 2009. Patrick Niederhauser vermag mit seinen Ehrenplätzen den bisherigen Zweiten Yves Von Aesch zu überholen, doch Nidi’s Rückstand auf Müller beträgt nun doch schon stolze 23 Punkte – wohl zu viel, um den formstarken Leader beim letzten Rennen noch ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Doch die definitive Entscheidung fällt erst am 3. Oktober in Wohlen.


Kategorie KZ2 Schaltkart: Titelentscheidung vertagt

Eine Tatsache steht in der Schaltkart-Kategorie KZ2 schon vor den Rennen in Chiavenna fest, der Titel wird definitiv ans junge Bremgartener Spirit Racing Team gehen. Rekordmeister Ken Allemann und sein Teampartner Kevin Lüdi dominieren die KZ2-Rennen schon seit Saisonbeginn und liegen in der Meisterschaft entsprechend weit voraus. Ken hat dabei mit seinerseits 32 Punkten Vorsprung auf Kevin alle Trümpfe in der Hand und könnte den Sack mit einem weiteren Sieg in Chiavenna vorzeitig zumachen. Doch auf der Pista Tibi Kart haben auch die beiden schnellen Birel-Piloten ihren Meister gefunden, der italienische Lokalmatador Simone Brenna demonstriert auf seiner Hauspiste sein Können und zeigt schon im Qualifying mit überlegener Polezeit auf, dass er in seinem Spielzimmer schlicht unbesiegbar sein dürfte. Immerhin reihen sich hinter Brenna die Schweizer in der gewohnten Reihung Allemann, Lüdi und Fröhlich auf.

Die Start-Ampel schaltet auf Grün und Brenna pfeilt mit horrender Anfangspace allen Gegnern gleich um Längen davon, gefolgt vom ebenfalls glänzend startenden Lüdi, Allemann und Fröhlich. Ken versucht sogleich, den verlorenen Platz von Kevin zurück zu holen, doch dieser zeigt seinem Teamkollegen auf, dass er ihm den Meistertitel gewiss nicht kampflos überlassen will. Das Duell der beiden ist sehenswert, mehrmals stechen die zwei Kampfhähne Seite an Seite in die Kurven. Kurz vor Rennende gelingt es Allemann schliesslich doch, Lüdi in extremis zu passieren und jagt hauchdünn vor Kevin über den Zielstrich. Heinz Fröhlich, Fabian Stutz und Damian Frizzi überqueren die Ziellinie auf den folgenden Plätzen.

Das zweite Rennen wird gestartet und abermals demonstriert Brenna vom Start weg seine Heimstärke. Schon nach der ersten Runde sind alle Gegner aus dem Windschatten geschüttelt, Brenna kann in der Folge dosiert dem nächsten Sieg entgegen fahren. Dahinter jagt Ken auf Position zwei um den Kurs, während Kevin Lüdi mit etwas Abstand Platz drei belegt. Doch plötzlich fehlt Allemann an der Spitze des Feldes, nachdem er sein Kart in Kurve 1 unbedrängt neben die Piste gesetzt hat. Auch einem Champion unterlaufen offensichtlich zuweilen kleine Fehler… Als Letzter nimmt Ken das Rennen wieder auf, ohne Chancen auf einen Spitzenplatz. Das Feld hat sich unterdessen positioniert, grosse Zweikämpfe sind nicht mehr auszumachen. Kevin Lüdi erreicht hinter Brenna Platz zwei, die nächsten Plätze gehen an Stutz, Frizzi, Fröhlich und Kurt Wenger. Lüdi verkürzt mit dem Punktemaximum aus den Vorläufen den Rückstand auf Allemann deutlich, somit ist auch ein vorzeitiger Titelgewinn Allemanns in Chiavenna nicht mehr möglich.

Zum Finale starten Brenna und Lüdi aus der Frontreihe, Allemann nimmt das Rennen aus Startposition sechs in Angriff. Ein Blitzstart katapultiert den Meisterschaftsführenden dann aber gleich wieder auf Platz drei, wo er schon wieder auf Kevin Lüdi trifft. Brenna macht sich vorne sicherheitshalber aus dem Staub, und überlässt es dem Birel-Duo, sich gegenseitig um Position zwei zu beharken. Erneut entbrennt ein intensives Duell, bei dem mal Ken, mal Kevin vorne liegen. Kurz nach Rennhälfte muss Ken Kevin aber wegen einer defekten Zündkerze ziehen lassen. Mit dem marode klingenden und nun leistungsschwachen Triebwerk ist Allemann auf verlorenem Posten. Bald schon zieht auch Fabian Stutz vorbei, Allemann verliert weiter Meter um Meter auf die Schnellsten. Von hinten naht schliesslich ein nächster Pulk mit Frizzi, Wenger und Marco Buechli, Allemann droht nun gleich mehrere Plätze zu verlieren. Doch schon ist die letzte Runde angebrochen, Allemann macht sich so breit wie möglich und schafft es tatsächlich noch, den Pulk bis zur Zielflagge hinter sich zu halten.

In der Gesamtwertung vermag Allemann damit den Schaden in Grenzen zu halten, auch wenn Kevin Lüdi mit dem Chiavenna-Punktemaximum weiter Boden auf Allemann gutmachen kann. Mit noch 15 Punkten Vorsprung sollte Ken jedoch den Titel in Wohlen doch noch einfahren können, vorausgesetzt, sein Material lässt ihn nicht wieder im Stich. Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf den letzten Showdown.



Soweit unsere Berichterstattung zum vorletzten Saisonrennen der ASS Kart Schweizermeisterschaft. Abschliessend gilt unser Dank der Rennleitung und dem organisierenden Lugano Kart Team um Präsident Raoul Fontana, dessen Team selbst bei den kochend heissen Temperaturen in Chiavenna stets den Überblick und einen kühlen Kopf behielt. Bleibt zu hoffen, dass sich das Lugano Kart Team auch in den kommenden Jahren wieder als Ausrichter von Rennläufen zur Schweizer Meisterschaft zur Verfügung stellt.

Bis zum nächsten Rennen (23. August, 5. Lauf zur Rotax Max Challenge in Vesoul)
Euer Doidolino


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