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Schweizer Kart Meisterschaft Rennen 4 - Lévier, 19. Juli 2009
SM-Läufe mit Starbesetzung
(doidolino) Nur eine Woche nach den spektakulären Rennen der Rotax-Challenge erlebt Levier mit den Protagonisten der ASS Kart-Schweizermeisterschaft erneut eine Invasion von Schweizer Kartsportlern. Die Rennen erfahren durch die Teilnahme des Sodi Kart Werkteams für einmal eine besondere Würze. Dass sich dabei Ken Allemann im KZ2-Finale gegen Superstar Anthony Abbasse durchzusetzen weiss unterstreicht das derzeit hohe Leistungsniveau des Schweizer Kartsports. Doch auch in den übrigen Kategorien zeigen die Sieger grossartigen Rennsport. Levin Amweg (KF3), Leo Chirichiello (Sport 125), Yves von Aesch (KF2), Gjergj Haxhiu (Mini) und Brad Brunner (Supermini) stemmen am Ende des spannenden Renntages die Siegerpokale in die Höhe.

Kategorie Mini: Trio infernale
Leider finden sich auch in Levier erneut nur vier Teilnehmer, welche in der kleinsten Nachwuchsklasse an den Start gehen wollen. Dass aber auch mit diesem kleinen Mini-Feld reichlich Spannung und Hektik auf der Piste aufkommen kann, dafür sorgten die Kids dann gleich selbst. Schon im Qualifying zeichnet sich ab, dass Gjergj Haxhiu, Loic Vindice und Michi Müller auch in Levier wieder eine ausgeglichene Pace fahren können. Einzig Neuling Lucas Legeret’s Rundenzeiten reichen noch nicht ganz, um dem Trio Infernale folgen zu können.

Trio Infernale ist dann genau das richtige Stichwort, um Vorlauf 1 zu beschreiben. Haxhiu besetzt nach einem guten Start die Führungsposition, welche ihm Vindice aber umgehend streitig macht – mit dem Resultat, dass die zwei Streithähne ins Kiesbett am Ende der Start/Zielgeraden abtauchen. Verbissen schaufeln sie sich den Weg zurück auf die Piste frei und nehmen wieder Fahrt auf, just als Lucas Legeret eine Runde später erneut vorbeifahren will, damit steht nun auch Legerets Kart still. Gjergj scheidet aus, Lucas fährt ins Fahrerlager, Loic vermag immerhin nochmals ins Rennen einzusteigen. Einzig Michi Müller bleibt im Chaos unbehelligt und fährt damit natürlich einen überlegenen Sieg ein. Zugegeben, auf einer 1172m langen Strecke ist von Natur aus wenig Platz, um ganze vier Mini-Karts sicher aneinander vorbei zu bringen…..

Das akute Platzproblem auf der Strecke sollte auch im zweiten Rennen seine Folgen haben. Gjergj, Loic und Michi preschen im dicht gedrängten Pulk um den Kurs, einzig Lucas hält sich wohlweislich mit Respektabstand aus dem Kampf heraus. Loic macht mehr und mehr Druck auf Leader Haxhiu und zwängt sich in der schnellen Rechtskurve im hinteren Streckenteil in Front. Doch Gjergj will partout nicht nachgeben, bleibt auf der Aussenbahn auf gleicher Höhe und hängt dabei an Vindice’s Hinterrad an. Spektakulär segelt Gjergj’s Kart durch die Luft und ins weiche Kiesbett, wo Haxhiu das Rennen schliesslich beenden muss. Das verbleibende Spitzenduo Loic und Michi beharkt sich nun auf Biegen und Brechen um den Sieg. Mal liegt Michi vorn, dann wieder Loic, nur um den Gegner in der nächsten Runde schon wieder neben oder vor sich zu sehen. Am Ende saust Loic Vindice hauchdünn vor seinem Gegner über den Zielstrich, Lucas Legeret belegt Rang drei.

So, nun wollen wir im Finale aber alle vier Karts bis zur Zielflagge im Rennen sehen. Und siehe da, es gelingt, auch wenn die Kampfintensität auch in diesem letzten Rennen erneut sehr hoch ist. Die Spitzenposition belegt diesmal Michi Müller, der sich aber permanenten Angriffen von Gjergj und Loic widersetzen muss. Die drei liegen über die gesamte Renndistanz so dicht beisammen, dass man sie mit einem Handtuch zudecken könnte. Gegen Rennende wechselt die Führung mehrmals an Gjergi, doch Michi vermag jeweils wieder zu kontern und hat den Sieg vor Augen. In der Hektik wähnt sich der Topkart-Fahrer und aktuelle Leader der Meisterschaft aber in Runde zwölf schon im Ziel und reisst die Arme als vermeintlicher Sieger hoch. Noch dauert das Rennen aber eine Runde, Haxhiu und Vindice jagen weiterhin im Renntempo um den Kurs, während sich Müller auf der Auslaufrunde wähnt. Eine Runde später winkt Rennleiter Markus Gugger Haxhiu als Sieger ab, Vindice überquert die Ziellinie als Zweiter dicht vor Müller, der nun seinen Irrtum bemerkt und sich darüber verständlicherweise entsprechend ärgert. In der Meisterschaft bleibt Müller dennoch knapp vor Haxhiu in Führung, die beiden dürften in Chiavenna und Wohlen sicherlich nochmals für Hochspannung im Kampf um den Meistertitel 2009 sorgen.


Kategorie Supermini: Der Hahnenkampf Berglas/Brunner geht weiter

Der Blick auf das Zwischenklassement in der Supermini-Meisterschaft lässt bereits erahnen, was die Zuschauer in Levier erwarten dürfen – Randy Berglas und Brad Brunner liegen in der Meisterschaft nur durch einen Punkt getrennt an der Spitze und werden auch in der Franche Comté für Spannung sorgen. Schon im Zeitfahren bestätigt sich dieser Verdacht, Brad belegt die Pole hauchdünn vor Randy, doch auch Shaun Vogel, Oliver Holdener und Fabienne Wohlwend verlieren nur marginal Zeit auf die beiden Meisterschaftsfavoriten, spannende Rennen sind damit garantiert.

Der erste Vorlauf wird gestartet, Brunner behauptet vorerst die Führung vor Berglas und Vogel. Doch aus der ersten Runde kommt Berglas als Leader zurück, Brad scheint im hinteren Streckenteil in Schwierigkeiten geraten zu sein und liegt bei der ersten Zielpassage hinter Vogel und Holdener nur auf Platz vier. Doch Brunner lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und macht sich an die Verfolgung der Vorderleute. Shaun Vogel kreiselt am Ende der Geraden ins Kiesbett, just nachdem er die schnellste Rennrunde gedreht hat. Nun liegen nur noch Berglas und Holdener vor Brad, wobei Randy bereits ein schönes Stück enteilt ist und nicht mehr in Reichweite liegt. Holdener hingegen muss sich dem Ansturm Brunners bald beugen und belegt hinter Berglas und Brunner schliesslich den dritten Rang im Rennen.

Zum zweiten Rennen starten Randy und Brad erneut aus der Frontreihe, Berglas vermag die Führung trotz zahlreicher Angriffe Brunners vorerst zu verteidigen. Die beiden legen bald eine kleine Lücke zwischen sich und die Verfolgergruppe mit Oliver Holdener, Raphael Wohlwend und Antonio Barone. Gegen Rennende erhöht Brunner dann aber den Druck auf den Leader und presst sich in der letzten Runde am Ende der Zielgeraden an seinem Rivalen vorbei. Berglas versucht zu kontern, doch Brunner lässt sich nicht mehr bezwingen. Spannung kommt indes auch noch in der Verfolgergruppe auf. Shaun Vogel hat vom Ende des Feldes aus eine tolle Aufholjagd auf den Asphalt gelegt, die ihn zu Rennhälfte bereits Anschluss an die Verfolgergruppe mit Holdener, Barone und Wohlwend finden lässt. Runde um Runde schnappt er sich einen der Gegner und fliegt schliesslich jubelnd auf Platz drei über die Ziellinie.

Der Titanenkampf zwischen Berglas und Brunner geht nun im Finale in die entscheidende Runde, wobei Brad dank der Bestzeit im Zeitfahren aus der Pole starten darf. Dennoch gewinnt Randy auf der Aussenbahn das Startduell und powert sich als Führender in die Steigung nach der ersten Kurve. Randy und Brad legen eine horrende Pace vor, welche die Verfolgergruppe mit Antonio Barone, Raphael Wohlwend und Oliver Wohlwend bald zurückfallen lässt. Dafür naht von hinten erneut der Meisterschafts-Dritte Shaun Vogel, der mit ebenfalls schnellen Rundenzeiten durch das Feld pflügt und bald schon bis auf Platz drei vorstösst. Berglas und Brunner sind inzwischen aber soweit enteilt, dass Vogel nicht mehr weiter vorstossen kann. Das Duell zwischen Randy und Brad spitzt sich nun mit zunehmendem Rennverlauf zu, Brad ist sichtlich gewillt, den Siegespokal mit nach Hause zu nehmen. Noch liegt Berglas aber vorn, auch wenn sich Brunner in der Steigung in jeder Runde neben seinen Kontrahenten zu setzen vermag. Berglas macht innen jedoch dicht, Brunner findet vorerst keinen Weg an Randy’s Kart vorbei. In der letzten Runde setzt Brad nun aber alles auf eine Karte, quetscht sich im hinteren Streckenteil hart neben Randy, der sich aber auch jetzt noch nicht geschlagen gibt. Nebeneinander biegen die zwei Streithähne auf die Zielgerade ein, Brunner überquert die Ziellinie schliesslich um wenige Millimeter vor Berglas, der die Niederlage kaum fassen kann. Auf dem Podium strahlen die beiden dann aber mit dem Drittplatzierten Shaun Vogel doch wieder um die Wette.

In der Meisterschaft geht die Hochspannung nach den knappen Entscheidungen weiter, Brunner übernimmt dank dem Finalsieg nun die Führung mit einem Punkt Vorsprung auf den bisherigen Leader Randy Berglas. Man darf bereits heute gespannt sein, wer nach den beiden verbleibenden Rennen in Chiavenna und Wohlen am Ende wohl den Meisterpokal entgegen nehmen darf. Verdient hätten den Titel wohl beide….


Kategorie Sport 125: Chirichiello in Champagner-Laune

Nach den bisherigen Meisterschafts-Resultaten scheint die Favoritenrolle in Levier beim aktuellen souveränen Leader Gregory von Burg, dem jungen Herausforderer Patrick Wolf oder bei Kimmy Larsson zu liegen. Im Zeitfahren setzt sich dann aber Intrepid-Pilot Leo Chirichiello mit einer solch überlegenen Bestzeit auf Pole, dass ihm der Sieg in Levier durchaus zuzutrauen ist. Hinter Chirichiello starten Larsson, Antonio Alvaro, Von Burg und Wolf ins erste Rennen.

Auf noch regennasser Piste setzen sich Chirichiello und Alvaro zu Beginn des ersten Vorlaufs vom Feld ab, während das Rennen für die übrigen Mitfavoriten denkbar schlecht beginnt. Von Burg biegt gleich wieder ins Fahrerlager ab, um den Kettenschutz zu befestigen, Larsson kehrt am Ende des Feldes aus der Startrunde zurück. Auch Wolf scheint mit den Regenreifen nicht klar zu kommen und fällt Platz um Platz zurück, ein Dreher am Ende der Gerade wirft ihn schliesslich ebenfalls ganz ans Ende des Klassements. Derweil zeigen Chirichiello und Alvaro an der Spitze ein intensives Duell um den Sieg, welches Alvaro schliesslich nach einem gelungenen Überholmanöver am Ende der Zielgeraden zu seinen Gunsten entscheidet. Chirichiello gerät in der letzten Runde neben die Strecke, was Stefan Dudler und Franco Citino auf die Plätze zwei und drei spült.

Beim zweiten Rennen ist die Strecke soweit abgetrocknet, dass mit Slicks gestartet werden kann. Alvaro prescht aus der Pole los, als ob es kein Morgen gäbe, dahinter formiert sich eine Kampfgruppe mit Citino, Wolf, Dudler und Larsson. Die schnellsten Runden brennen indes Chirichiello und Von Burg in den nun griffigeren Asphalt, bald schon tauchen die beiden an der Spitze des Rennens auf. Alvaro’s Pace verschlechtert sich zunehmend, Chirichiello stürmt in Runde acht bereits an die Spitze. Dahinter fallen Wolf und Von Burg ebenfalls über Alvaro her und schnappen diesem den zweiten Platz kurz vor Schluss noch weg.

Zum abschliessenden Finale herrscht nach dem bisher grauen Tag endlich strahlender Sonnenschein. Bei nun deutlich höheren Temperaturen geht es auch auf der Strecke hitzig zu und her. Alvaro behauptet aus Pole startend vorerst die Führung, dahinter balgen sich Wolf und Chirichiello um die Plätze, wobei Wolf in der schnellen Rechtskurve nach der Steigung auf die verschmutzte Aussenbahn gerät und mehrere Positionen einbüsst. Chirichiello macht sich nun allein fahrend auf die Verfolgung Alvaros, der sich der horrenden Pace des Intrepid-Piloten schliesslich schon bald beugen muss. Chirichiello eilt einem überlegenen Sieg entgegen, während sich Alvaro seinerseits schon bald von Gregory Von Burg bedrängt sieht. Von Burg macht nicht lange Federlesens, zieht an Alvaro vorbei und steigt als Zweitplatzierter zu Chirichiello aufs Podest. Zusammen mit Alvaro erlebt er dort hautnah mit, wie Chirichiello den verdienten Siegeschampagner spritzen lässt.

In der Meisterschaft baut Von Burg trotz der Startschwierigkeiten im ersten Vorlauf seine Führung weiter aus und dürfte in den verbleibenden zwei Rennen kaum mehr vom Titelgewinn abzubringen sein. Spannend bleibt hingegen der Kampf um den Vizemeister-Titel, Wolf und Larsson haben dazu mit Chirichiello wohl einen weiteren starken Gegner gefunden.


Kategorie KF3 Junior: Levin Amweg in Hochform

Nach den umkämpften Rennen im bisherigen Saisonverlauf darf man gespannt sein, wer sich beim heutigen vierten Renntag durchzusetzen vermag. Die Schweizer Piloten sehen sich dabei in Levier mit einigen starken Gastfahrern aus Frankreich konfrontiert, allen voran Sodi-Pilot Pierre Gasly und Intrepid-Fahrer Esteban Ocon. Ocon entscheidet denn auch das Qualifying knapp vor Levin Amweg, Gasly und Severin Amweg zu seinen Gunsten.

Der Start zum ersten Rennlauf erweist sich als schwierig. Rennleiter Markus Gugger schwenkt nach zwei missratenen Startversuchen die rote Flagge und versammelt das Feld für ein paar ernste Worte auf der Zielgeraden. Schliesslich gelingt der Start dann doch noch, Gasly presst sich dabei an Ocon und Levin Amweg vorbei in Front. Levin scheint jedoch ebenfalls ein hervorragendes Setup für die noch leicht feuchte Piste gefunden zu haben und hängt sich ans Heck des Sodi-Fahrers. Am Ende überquert Gasly den Zielstrich aber doch knapp vor dem schnellen Schweizer. Flavio Mathys und der ebenfalls stark aufdrehende Prinz Max belegen die Plätze drei und vier.

Auf nun trockener Piste gelingt der Start ins zweite Rennen reibungslos, Gugger’s Worte scheinen noch in den Köpfen der Piloten nachzuklingen. Gasly gelingt der beste Start, doch schon in der ersten Runde muss er sich dem heute glänzend aufgelegten Levin Amweg beugen. Levin legt eine Pace vor, die kein anderer im Feld mitzugehen vermag, bald schon klafft ein deutlicher Abstand zwischen dem Leader und seinen Verfolgern, der Sieg ist Amweg nicht mehr zu nehmen. Gasly sieht sich inzwischen vom stärker fahrenden Ocon unter Druck und muss diesem Platz zwei auch bald überlassen – mehr noch, auch Meisterschafts-Leader Matheo Tuscher schiebt sich nach kämpferischer Fahrt am Franzosen vorbei und fährt auf Platz drei vor. Mit dem Kampf um die Spitzenplätze nichts mehr zu tun hat hingegen Prinz Max, der seine Ambitionen nach einem frühen Abflug ins Kiesbett begraben muss.

Das Finale startet ebenfalls reibungslos, sämtliche Piloten eilen wie an einer Perlenschnur aufgereiht die Gegensteigung hoch. Levin behauptet die Führung und legt mit deutlich schnellsten Rundenzeiten wie schon im Rennen zuvor bald wieder eine komfortable Lücke zwischen sich und die Verfolger. Um Platz zwei balgen sich Ocon, Gasly und Tuscher, wobei Gasly mit zunehmendem Rennverlauf mehr und mehr in Schwierigkeiten gerät und weit zurückfällt. Ocon und Tuscher steigen zum strahlenden Levin Amweg aufs Podest, während sich Flavio Mathys, Michi Ryter und Severin Amweg auf die Ehrenplätze vorkämpfen.

In der Meisterschafts-Zwischenwertung behauptet Matheo Tuscher weiterhin die Führung, dahinter verbessert Levin Amweg mit seinem heutigen Punktemaximum seine Chancen, zumindest den Vizemeister-Titel noch einfahren zu können, zumal der bisherige Meisterschafts-Zweite Alain Valente am heutigen vierten Renntag nicht über unauffällige Mittelfeld-Plätze hinauskommt. Als Gegner von Valente und Amweg ruft sich hingegen nach seiner guten Tagesleistung auch Flavio Mathys in Erinnerung.


Kategorie KF2 Elite: Glanzleistung von Yves von Aesch

Mit den Erinnerungen an die hochdramatischen Rennen der Kategorie KF2 in den bisherigen Rennen sieht das Publikum den Entscheidungen in dieser Elite-Kategorie mit Spannung entgegen. Patrick Müller reist als aktueller Leader des Zwischenklassements in die Franche-Comté, dahinter lauern Patric Niederhauser sowie Yves von Aesch auf ihre Chance, den Rückstand auf den Führenden in Levier wieder zu verkleinern.

Im Zeitfahren zeigt Von Aesch seine Ambitionen auf und brennt mit 47.811 die Bestzeit in den Asphalt. Gastfahrer Reguillon, Matthias Meier und Patrick Müller stellen sich hinter dem Polesetter zum Start in den ersten Vorlauf auf. Der Start verläuft turbulent, die Spitze staucht sich zusammen, Reguillon und Jimmy Antunes graben sich im ersten Kiesbett ein. Patric Niederhauser nutzt das Chaos an der Spitze, um zusammen mit Patrick Müller in Führung zu gehen. Müller ringt indes seinem Tony-Teamkollegen Niederhauser bald schon die Spitzenposition ab. Doch Quali-Sieger Von Aesch setzt dahinter zur Verfolgung an und presst sich in Runde vier an Niederhauser vorbei. Müller gerät auch unter Druck, muss seine Führung dann aber mit technischem Defekt im hinteren Teil der Strecke ohnehin abgeben. Schade, das Duell mit Von Aesch wäre bestimmt sehenswert gewesen. So umrundet Von Aesch den Kurs als alleiniger Führender und wird bis zur Zielflagge nicht mehr bedrängt. Dahinter positionieren sich die Verfolger in der Reihenfolge Eberle, Freimann und Meier.

Beim zweiten Start bleibt das Chaos diesmal aus, Von Aesch behauptet die Führung und setzt sich gleich wieder von den Verfolgern ab, sein Sieg ist zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Um Platz zwei wird indes erbittert gefightet, schliesslich setzt sich Patrick Müller nach einer sehenswerten Aufholjagd gegen Matthias Meier, Jimmy Antunes, Marc Freimann und Patric Niederhauser durch.
Zum Finale stellt sich nach den beiden Vorlaufsiegen erneut Yves von Aesch in der Poleposition auf, sein Start gelingt reibungslos. Dahinter wird der Platz im Feld dann aber zu knapp für all die angriffigen Verfolger, Matthias Meier, Marc Freimann und der französische Gastfahrer Vincent Gayde graben sich im Kiesbett ein. Hinter Von Aesch taucht überraschend Christian Schmid auf der ersten Verfolgerposition auf, die er allerdings schon bald an den fulminant fahrenden Patrick Müller abtreten muss. Auch Patrick Niederhauser und die ebenfalls glänzend fahrende Appenzellerin Jasmin Preisig ziehen noch an Schmid vorbei, der mit Platz fünf dennoch ein tolles Ergebnis einfahren kann. Die Spitzenpositionen sind indes bald klar bezogen, auch wenn Patrick Müller in der Schlussrunde noch zu Von Aesch aufschliessen kann. Dieser lässt sich aber an seinem Heldentag die Sahne nicht mehr von der Milch nehmen und jubelt entsprechend frenetisch über den grossartigen Tageserfolg. Von Aesch verkürzt damit auch den Abstand zu Leader Müller, auch wenn dieser nach wie vor einen komfortablen Vorsprung im Zwischenklassement aufweist. Doch noch sind zwei Rennen ausstehend, der Kampf um den KF2-Titel dürfte durchaus noch Spannung verheissen.


Kategorie KZ2 Schaltkart: Allemann bezwingt Abbasse!

Ein aussergewöhnliches Starterfeld gibt es in der Schaltkart-Kategorie KZ2 zu bewundern. Das neu geschaffene Sodi Werks-Rennteam nutzt die Gelegenheit, im Rahmen der Schweizer Meisterschaft in Lévier an den Start zu gehen. Die Schweizer Schaltkart-Gilde trifft somit für einmal auf Stars wie Anthony Abbasse, Pierre Ragues, Vincent Gaglione und Jean Pierre Girardet. Auch Alban Varutti ist gemeldet, tritt dann aber nicht zum Rennen an.

Für die Schweizer Cracks gibt es somit eine einzigartige Gelegenheit, sich mit der Kart-Elite zu messen. Vorerst scheint es, als ob Anthony Abbasse unbezwingbar wäre, legt er doch schon im Zeitfahren eine überlegene Bestzeit auf die Bahn. Einzig Ken Allemann und Pierre Ragues vermögen einigermassen zu folgen, Heinz Fröhlich und Kevin Lüdi auf den Startplätzen vier und fünf büssen hingegen schon fast eine halbe Sekunde auf Abbasse ein.

In den Vorläufen bestätigt sich dann vorerst die Erwartung, Abbasse schüttelt im ersten Rennen seine Konkurrenten locker aus dem Windschatten, auch wenn die Strecke stellenweise noch nass und somit tückisch ist. Ken Allemann fährt sich auf P2 frei und rückt im Rennverlauf nochmals näher zum Führenden auf, eine Tempoverschärfung Abbasse’s macht den Sieg dann allerdings klar, Allemann überquert die Ziellinie als Zweiter. Dahinter findet Kevin Lüdi Runde um Runde den Tritt besser und bezwingt den Rest des Feldes nach kampfstarker Vorstellung auf Position drei.

Beim Start zum zweiten Rennen bleibt die Reihung unverändert. Abbasse gibt die Pace vor, gefolgt von Allemann und Lüdi, der sich aber nun von Vincent Gaglioni bedrängt sieht. Gaglioni findet schliesslich den Weg am Spirit-Fahrer vorbei, ebenso wie Heinz Fröhlich, der auf nun trockener Fahrbahn zu gewohnter Stärke zurück findet. Abbasse scheint einem weiteren Sieg entgegen zu fahren, doch zu Rennhälfte rollt der Star im Infield ohne Vortrieb aus. Allemanns Sieg ist nun nicht mehr in Gefahr, Gaglioni hält derweil Fröhlich und Lüdi in Schach.

Zum Finale startet Allemann somit aus Pole, Gaglione, Lüdi und Fröhlich stellen sich auf den nachfolgenden Plätzen auf. Abbasse lauert auf Platz sechs und dürfte bald wieder nach vorne stossen. Vorne prescht jedoch Allemann als erster um Kurve 1, Abbasse stösst mit einem Blitzstart hinter Gaglione auf Platz drei vor, gefolgt von Lüdi, Fröhlich und Tobias Borel. Die Aufmerksamkeit bleibt hingegen an der Spitze, wo Allemann mehr und mehr Distanz auf Gaglione und Abbasse schaffen kann. Endlich ist Abbasse an seinem Teamkollegen vorbei und macht sich nun auf die Hatz nach Allemann. Doch dieser denkt nicht daran, sich einholen zu lassen und brennt eine schnellste Runde nach der anderen in die Bahn. Erst gegen Rennende verringert Allemann die Pace, Abbasse vermag noch bis auf wenige Meter zum Schweizer Rekordmeister aufzuschliessen, der seine Freude über den grossartigen Sieg einmal mehr mit spektakulären Donuts auf der Strecke feiert. Hinter Abbasse erreichen Kevin Lüdi, Tobias Borel und Pierre Ragues das Ziel auf den nächsten Plätzen.
In der Meisterschaft ist mit Allemanns weiterem Sieg eine Vorentscheidung im Kampf um den Titel gefallen, Ken’s Triumph dürfte in Chiavenna und Wohlen wohl nur noch mathematisch in Frage stehen, ein weiterer Grosserfolg im eindrücklichen Palmarès des derzeit wohl besten Schweizer Kartfahrers. Auch der Vizetitel dürfte bereits vergeben sein, Kevin Lüdi baut seine Position diesbezüglich mit 37 Lévier-Punkten ebenfalls weiter aus.

Bis zum nächsten Rennen (16. August, 5. Lauf zur Schweizer Kartmeisterschaft in Chiavenna)

Euer Doidolino



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