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Rotax Max Challenge 4 - 12. Juli 2009 Lévier, Bericht , Fotos und Ranglisten
Duelle auf Messers Schneide

(doidolino) Die Entscheidungen um die Meisterkrone in den Rotax-Klassen fanden in Levier mit dem vierten Saisonrennen ihre Fortsetzung. Nach prickelnden Rennläufen und teils denkbar knappen Entscheidungen durften Joel Burgermeister (Challenge), Tobias Widmer (DD2), Patrick Wolf (Club), Alain Chatton (Master), Isabelle von Lerber (Junior) sowie Randy Berglas (Mini) die Siegertrophäe in die Höhe stemmen.


Woran mag es wohl gelegen haben, dass der Kampfgeist der Rotax-Piloten und –Pilotinnen auf dem Circuit de l’Enclos in Levier in schwindelerregende Höhen kletterte? War es die Euphorie zum Ferienbeginn? Die frische Höhenluft der Franche Comté? Oder gar vielleicht der als Belohnung auf die Schnellsten wartende Siegerkuss der beiden attraktiven Rotax Grid-Girls Seline und Marlene? Egal was es war, die Zuschauer hatten jedenfalls ihre helle Freude am Geschehen auf der Rennstrecke. Nach einem intensiven und eindringlichen Briefing von Rennleiter Angelo de Simoi setzten die Akteure dessen markige Worte in Taten um und boten spektakuläre Rennen mit dem erlaubten Kampfgrad und dennoch der eingeforderten Fairness.


Rotax Max Challenge: Burgermeister in Extremis zum Sieg

Der Blick auf das Meisterschafts-Zwischenklassement kann den Verdacht aufkeimen lassen, dass ein Fahrer in der Rotax Max Challenge die Szenerie nach Belieben dominiert – schon 30 Punkte Vorsprung weist der Leader Joel Burgermeister auf den nächsten Verfolger Martin Aregger auf. Doch wer die Rennen am Streckenrand verfolgt weiss, wieviel Schweiss jeder Punkt in dieser hart umkämpften Kategorie kostet, besticht die Challenge 2009 doch mit einer aussergewöhnlichen Leistungsdichte. Auch in Levier sollte dies nicht anders sein.

Schon im Zeitfahren zeichnet sich ab, dass viele Köche heiss darauf sind, das Sonntagsmenue zuzubereiten beziehungsweise zu würzen. Nicht weniger als 20 Piloten prügeln ihr Kart mit Zeitabständen von weniger als einer Sekunde auf Polesetter Joel Burgermeister um den Kurs. Zusammen mit dem Tabellenleader stellt sich Dario de Simoi in der Frontreihe auf, dahinter lauern der zweifache Meister Dario Santoro, Yannick Ackermann, Linus Nordström sowie Wohlen-Sieger Martin Aregger.

Der erste Vorlauf gibt denn auch bereits eine deutliche Visitenkarte dessen ab, was am heutigen Renntag zu erwarten ist. Vom Start weg bildet sich eine dicht gedrängte Vierer-Spitzengruppe, wobei sich Burgermeister und Santoro praktisch in jeder Runde in der Führungsposition abwechseln. Santoro scheint im Kurvengeschlängel leichte Vorteile zu haben, Burgermeister vermag dafür auf den Geraden sowie in den Bremszonen zu kontern. Dicht dahinter sorgen de Simoi und Aregger dafür, dass es den beiden Führenden nicht gar zu wohl wird. Doch Santoro und Burgermeister erlauben sich trotz aller Intensität keinen Fehler, somit müssen de Simoi und Aregger mit den Plätzen drei und vier vorlieb nehmen.

Der Sieg geht nach einem letzten Infield-Angriff Santoros an den Maranello-Fahrer, Burgermeister kreuzt die Ziellinie mit einer halben Kartlänge Rückstand.
Nachdem der erste Vorlauf schon viel Adrenalin freisetzte bringt der zweite Lauf dieses vollends zum Kochen. Polemann Santoro quetscht sich noch als Führender in die erste Kurve, doch schon in der nachfolgenden Steigung setzt sich Burgermeister wieder neben den Leader. Santoro hält dagegen, Burgermeister muss zurückstecken und dabei auch de Simoi und Aregger passieren lassen. Das Quartett zeigt nun Rennsport der Spitzenklasse – Rad an Rad powern die vier um den Kurs, wobei sich Burgermeister bald wieder auf P2 vorarbeitet. Die hohe Kampfintensität erlaubt nun auch Michael Jann, Thomas Aregger und Robin Güdel, zur Spitzengruppe aufzuschliessen, somit jagt nun ein Septett dicht gedrängt um den Kurs. Zwischenzeitlich scheint Spitzenreiter Santoro etwas Abstand zu seinen Verfolgern legen zu können, doch zwei Runden später hängt Burgermeister schon wieder im Heck des Oberglatters. Nun geht das Rennen in die letzten Runden. Santoro und Burgermeister können sich nun doch leicht von den Verfolgern lösen und konzentrieren sich nun ganz auf den Endkampf um den Sieg.

Santoro kreuzt die vorletzte Ziellinie als Leader, doch nun packt Burgermeister die letzten Reserven aus. Im hinteren Streckenteil setzt sich Joel neben Dario, dieser gibt aber keinen Zentimeter Raum frei. Nebeneinander jagen die zwei Kontrahenten um die letzten Kurven, nebeneinander biegen sie auf die Zielgerade ein, den Kopf zwischen den Knien, nebeneinander preschen sie auch über die Ziellinie. Von Auge ist kaum festzustellen, wer den Sieg davonträgt, der Zeitencomputer entscheidet schliesslich zugunsten von Burgermeister, der damit schon wieder das Punktemaximum aus der Addition der Vorläufe auf sein Konto buchen kann. Was für ein Rennen! Ach ja, vor lauter Aufregung gehen die nächsten Plätze fast vergessen. De Simoi sichert sich den dritten Platz ebenfalls hauchdünn vor Martin Aregger. Rinaldo Grämiger, Thomas Aregger und Michael Jann erreichen das Ziel auf den nachfolgenden Positionen.

Nach den ultraspannenden Vorläufen wartet das Publikum nun natürlich gespannt auf das grosse Finale. Der Start verläuft erneut sehr diszipliniert und reibungslos, Burgermeister verteidigt die Spitzenposition vor Santoro, Aregger und De Simoi. Bald schon geht das muntere Treiben an der Spitze analog zu den Vorläufen weiter. Mal ist Santoro vorn, dann wieder Burgermeister. Der intensive Spitzenkampf fordert dann schliesslich doch noch ein Opfer. Einmal mehr quetschen sich Burgermeister und Santoro nebeneinander um eine Kurve, Aregger will seinerseits auf P3 angreifen, hängt dabei aber mit dem Spoiler am zurücksteckenden Santoro an und dreht sich von der Strecke. Als Letzter reiht sich der Zweitplatzierte der Meisterschaft hinter dem Feld ein und fällt damit aus der Entscheidung um einen Spitzenplatz. Am Ende sollte es Aregger nach einer Aufholjagd immerhin noch auf den elften Platz schaffen. Doch nun zurück zur Entscheidung um den Sieg: Burgermeister scheint im Finale den längeren Atem zu haben, Santoro’s Angriffe werden seltener. Bald reisst auch eine Lücke hinter dem Leader auf und Burgermeister eilt nun einem relativ ungefährdeten Sieg entgegen. Santoro seinerseits hält De Simoi auf Distanz, der eine Verfolgergruppe mit Thomas Aregger, Michael Jann, Rinaldo Grämiger und Linus Nordström kontrolliert. In der genannten Reihenfolge erreichen die Fahrer schliesslich auch das Ziel. Burgermeister hamstert mit dem Finalsieg erneut das Punktemaximum und dürfte damit nun bereits auf der Zielgeraden Richtung Titelgewinn sein. Nur zwei Totalausfälle bei den beiden ausstehenden Rennen in Vesoul und Wohlen dürften Joel noch am Titelgewinn hindern können.


Rotax Max Mini: Neue Konkurrenz für Prinz Max – Sieg für Randy Berglas

Nachdem der souveräne Leader im Mini-Zwischenklassement, Prinz Max Zur Schaumburg Lippe, die drei bisherigen Rennen zumeist klar dominiert hatte, erwächst ihm in Levier nun namhafte Konkurrenz. Mit Randy Berglas und Brad Brunner stehen die beiden Führenden der diesjährigen ASS Supermini-Schweizermeisterschaft ebenfalls am Start. Doch Prinz Max scheint auch mit der nochmals gesteigerten Konkurrenzsituation bestens umgehen zu können, das Qualifying entscheidet der stets zurückhaltende Birel-Jüngling schon mal für sich. Brunner, Berglas und Boris Kaech positionieren sich auf den Folgeplätzen.

Im ersten Vorlauf ist es aber mit der Ruhe vorbei. Berglas und Brunner knallen einen Blitzstart auf den Asphalt und überrumpeln den Polesetter, der gleich auch noch Felix Hirsiger passieren lassen muss. Max macht aber nicht lange Federlesen, kurze Zeit später passiert er die Vorderleute wieder. Allerdings wird Max nun etwas übermütig und überschiesst beim Überholmanöver gegen Berglas am Ende der Zielgeraden. Zuerst scheint er sein Kart noch abfangen zu können, doch schliesslich dreht es ihn doch von der Strecke. Als Letzter findet er wieder auf die Piste zurück und jagt dem Feld hinterher. Berglas führt indessen weiterhin vor Brunner und erreicht das Ziel trotz mehrerer Attacken Brunners auch als Erster, Simona Lekaj, Lucas Ayrton Mauron und Felix Hirsiger folgen mit leichtem Respektabstand auf die beiden Cracks. Das Publikum hat seine Aufmerksamkeit aber inzwischen wieder Prinz Max zugewandt, der sich mit dem Messer zwischen den Zähnen durchs Feld kämpft. Es gibt keine Stelle auf der Strecke, die nun nicht zum Überholen taugt, am Ende jagt Max als Sechster durchs Ziel. Einen weiteren Platz gewinnt Max zusammen mit Lekaj, Mauron, Hirsiger, Kaech und Maggi nach dem Rennen, da die Jury Brunners Start als Frühstart wertet und ihm dafür 10 Sekunden Strafzeit aufbrummt. Schade um die tolle Leistung auf der Strecke.

Im zweiten Vorlauf sieht sich Berglas nun seiner härtesten Gegner vorerst entledigt, entsprechend souverän entscheidet er dann auch den Start für sich. Mehr noch, nach zwei Runden weist Berglas einen grossen Vorsprung auf die nachfolgende Simona Lekaj auf, auch Mauron vermag Berglas‘ Pace nicht mitzugehen. Schneller als Berglas fahren indes Prinz Max und Brad Brunner, die aus der dritten bzw. sechsten Startreihe ins Rennen gingen. Bis zur Zielflagge kämpfen sich die beiden bis auf den zweiten und dritten Platz nach vorne, doch Berglas vermögen sie dann noch nicht mehr ganz einzuholen. Hinter dem schnellen Trio belegen Mauron, Lekaj und Hirsiger die nächsten Plätze.

Das Finale sieht nun Berglas und Prinz Max in der ersten Startreihe, dahinter lauern Lekaj, Mauron, Hirsiger und Kaech auf einen Fehler der Spitzenfahrer. Die Ampel schaltet auf grün und der Pulk quetscht sich um die erste Kurve, doch diesmal ist der Platz für 16 Hitzköpfe und 64 Räder nicht ganz ausreichend. Simona Lekaj verhakt sich beim Kurvenausgang an Max‘ Heck und bis die beiden ihr Kart wieder zu trennen vermögen ist das Feld zur Gänze vorbei gewischt. Ganz heftig trifft es aber Mitfavorit Brad Brunner, der am Ende der ersten Runde die Werkstatt ansteuert und das Rennen aufgeben muss. Schade! Doch auf der Strecke wird es deswegen noch lange nicht langweilig. Wie schon im ersten Lauf macht sich Max daran, das Feld von hinten aufzufressen, und dies mit Erfolg. Platz um Platz schiebt er sich unaufhaltsam nach vorne. Naja, schliesslich konnte er im ersten Vorlauf ja schon mal üben! An der Spitze umkreist indessen Berglas als souveräner Leader die Bahn, dahinter fährt Felix Hirsiger wohl auch für ihn selbst überraschend auf Position zwei, denn sein Jubel unter der Zielflagge wäre auch einem Sieg gut angestanden. Wenige Zentimeter hinter Hirsiger jagt aber schon Prinz Max über die Finish-Linie und steigt damit trotz aller Schwierigkeiten an diesem Renntag verdientermassen doch noch aufs Podest. In der Meisterschaft baut Max seinen Vorsprung auf Mauron und Hirsiger weiter aus und dürfte kaum mehr am Titelgewinn zu hindern sein.



Rotax Max Junior: Spannung bis zur letzten Kurve – Von Lerber bestätigt Mulhouse-Sieg

Die Ausgangslage zum vierten Renntag bei den Junioren könnte spannender nicht sein – Leader Melville McKee reist mit nur gerade drei Punkten Vorsprung auf Jonas Rodigues nach Levier. Auch Pascal Carigiet und Mirécourt-Siegerin Isabelle von Lerber dürften mit minimalem Rückstand berechtigte Hoffnungen auf den Sprung an die Tabellenspitze haben.

Doch vorerst sorgen zwei andere Fahrer für die Musik – Thierry Mäder und Mike Zürcher haben für Levier offensichtlich genau das passende Setup gefunden und dominieren das Qualifying. Aus der zweiten Startreihe preschen Steeve Kiener und Isabelle von Lerber in den ersten Vorlauf. Mäder und Zürcher setzen auch im Rennen den Massstab, wobei sich Zürcher schon in der zweiten Runde von Mäder die Führung erobert. In der Folge umrunden die beiden Jungs den Kurs auf bestechende Art und Weise, nur durch wenige Zentimeter getrennt enteilen sie ihren Verfolgern, die sich mit Von Lerber, Kiener und dem ebenfalls stark fahrenden Samuel Sätteli zu einem Trio formieren. An der Spitze kontrolliert derweil Zürcher das Geschehen und erreicht das Ziel schliesslich als Sieger vor Mäder, ohne nochmals einen Führungsmeter abzugeben. Isabelle von Lerber hält ihrerseits Sätteli und Kiener in Schach und zeigt damit ihre Ambitionen auf, die Tabellenspitze zu erobern, denn Melville McKee kommt nicht über einen sechsten Platz hinaus, während Pascal Carigiet und Alain Baeriswyl nach einem Zwischenfall und dem Rückfall ans Ende des Feldes ihre Chancen deutlich schwinden sehen.
Der zweite Lauf sieht erneut Zürcher und Mäder in Front, bald schon enteilen die beiden ihren Verfolgern. Der Verfolgerpulk wird auch diesmal von Isabelle angeführt, wobei ihr nun anstelle von Kiener und Sätteli die beiden in der Meisterschaft führenden Rodrigues und McKee nachjagen.

Insbesondere McKee setzt die junge Dame unter massiven Druck und treibt sie in der schnellen Kurve am Ende der Steigung schliesslich in einen Fahrfehler. Von Lerber biegt zu schnell in die Biegung ein, wird weit nach aussen getragen und schon ziehen McKee und Rodrigues vorbei. Von Lerber muss den Kontakt zu den beiden abreissen lassen und fährt auf P5 ins Ziel. Den Sieg sichert sich erneut Zürcher hauchdünn vor Mäder, Platz drei geht an McKee, der Rodrigues sicher zu kontrollieren weiss. In der Addition der Vorläufe sichert sich Zürcher damit die maximalen 55 Punkte, Mäder ergattert 52 und Isabelle von Lerber vermag mit 50 Zählern gegenüber McKee’s 49 Punkten ihren Rückstand im Gesamtklassement nochmals minimal zu verringern.

Doch nun steht das abschliessende Finale an. Bei der knappen Ausgangslage darf nochmals ein prickelndes Rennen erwartet werden, und die Vorahnungen haben schliesslich nicht getäuscht. Vom Start weg formiert sich eine Sechsergruppe mit Zürcher, Mäder, McKee, Von Lerber, Rodrigues und Kiener. Die Kampfintensität ist hoch, Rad an Rad prescht der Pulk um den Kurs. In Runde drei verabschiedet sich mit Mäder einer der Hauptakteure des Tages aus der Entscheidung um den Tagessieg. Nach einem leichten Rempler Von Lerbers gerät Thierry neben die Strecke und reiht sich erst am Ende des Feldes wieder ein. Von Lerber hat sich inzwischen P2 vorgekämpft, gibt sich damit aber auch noch nicht zufrieden. Sie wittert ihre Chance auf den Sieg und damit die mögliche Tabellenführung, denn McKee hat sich mittlerweile mit einem Ausritt neben die Strecke auch aus der Spitzengruppe verabschiedet. Zürcher und Von Lerber liefern sich nun ein erbittertes Duell um den Tagessieg. Mehrmals presst sich Isabelle in Front, doch Zürcher vermag vorerst jedesmal zu kontern. Der heisse Tanz um den Finalsieg bremst die beiden nun etwas ein, so dass auch Steeve Kiener wieder aufzuschliessen vermag. Doch den Sieg machen dann doch Zürcher und Von Lerber unter sich aus. Die beiden letzten Runden sind ein wahrer Genuss. Isabelle hat inzwischen die Spitze übernommen, doch Mike powert sich auf der Geraden wieder an seiner Gegnerin vorbei, nur um sie in der nachfolgenden Steigung erneut passieren lassen zu müssen. Dasselbe wiederholt sich auch in der letzten Runde, womit Von Lerber die Zielflagge als jubelnde Siegerin passiert. Auch Zürcher freut sich trotz der knappen Niederlage über den tollen zweiten Rang, Steeve Kiener komplettiert als Dritter das Podium, während Baeriswyl und Rodrigues das Ziel auf P4 und P5 überqueren. Thierry Mäder bucht nach einer tollen Aufholjagd am Ende noch den neunten Platz, McKee hingegen muss einen enttäuschenden elften Schlussrang hinnehmen.

In der Meisterschafts-Zwischenwertung ist damit der Umsturz an der Tabellenspitze Tatsache geworden, Isabelle von Lerber klettert nach ihrem grandiosen Tagessieg neu auf Platz 1, während sich der bisherige Leader Melville McKee hinter Rodrigues nur noch auf dem dritten Platz wieder findet. Doch die Abstände bleiben denkbar knapp, der Titelkampf dürfte die Gemüter auch in Vesoul und Wohlen nochmals tüchtig erhitzen.


Rotax Max DD2: Widmer’s Griff nach dem Meisterpokal

Nach den überragenden Darbietungen von Tobias Widmer in den bisherigen Rennen und der überlegenen Tabellenführung des Spirit-Fahrers ist die Frage nach dem Favoriten des heutigen Rennens scheinbar schnell beantwortet. Doch im Zeitfahren leuchtet plötzlich Damian Frizzi’s Name an der Spitze des Klassements auf. Sollte Widmer heute seine erste Saisonniederlage schlucken müssen? Im ersten Vorlauf scheint diese Vorstellung realistisch zu werden, denn Frizzi vermag die Führung zu behaupten und Widmer Runde für Runde gar etwas zu distanzieren – ein klarer Sieg Frizzi’s scheint sich abzuzeichnen. Doch weit gefehlt! Ab Rennhälfte wird Damian’s Kraftwerk sichtlich langsamer, ein defekter Auslassschieber kostet zunehmend Leistung. Frustriert muss der ehemalige World Final Teilnehmer Gegner um Gegner passieren lassen und erreicht das Ziel schliesslich auf dem undankbaren siebten Platz, während Widmer den Sieg vor Philip Hirschi und David Freiburghaus ins Trockene fährt.

Nach Frizzi’s grossem Pech hat Widmer im zweiten Rennen nun scheinbar leichtes Spiel, sein Hauptgegner hat aus der vierten Startreihe wohl ein arges Handicap im Kampf um den Sieg. Doch Damian scheint sich auch davon nicht entmutigen zu lassen, denn kurz nach dem Start presst er sich schon auf den zweiten Platz nach vorne. Der energische Vorstoss geht nicht ganz ohne Opfer im Feld über die Bühne, Leidtragender ist Philip Hirschi, der im Kampf mit Frizzi und Winzen neben die Strecke gerät und dem tollen zweiten Platz aus dem ersten Vorlauf nun einen Ausfall gegenüberstellen muss. Die Aufmerksamkeit wendet sich aber wieder dem Kampf um die Spitze zu, denn Frizzi hat inzwischen gar zu Leader Tobias Widmer aufgeschlossen. Der Druck auf Widmer wächst, im Infield presst sich Frizzi schliesslich ein erstes Mal am Tabellenführer vorbei. Widmer kontert jedoch und behauptet in der Folge die Führungsposition. Frizzi muss schliesslich wieder abreissen lassen und sieht sich plötzlich vom immer stärker aufdrehenden Antonio Ruggiero bedrängt, der mit schnellsten Rundenzeiten bis zum Spitzenduo aufzuschliessen vermag. Frizzi verteidigt aber Platz zwei mit breiten Ellbogen, Ruggiero erzielt mit dem dritten Platz aber dennoch endlich ein Achtungsergebnis, nachdem er im bisherigen Saisonverlauf ständig vom Pech verfolgt war.

Im abschliessenden Finale starten Widmer und Frizzi wiederum aus Reihe 1, das Duell der beiden geht somit in die dritte und entscheidende Runde. Vorerst hält Widmer die Spitze, doch nach dem ersten Umlauf presst sich Frizzi am Ende der Geraden ein erstes Mal an Widmer vorbei. Nun ist das Duell so richtig lanciert, die beiden liefern sich einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau. Runde um Runde wechselt die Führung, wobei der Kampf bei aller Intensität stets ausreichend fair bleibt. Erst in der allerletzten Runde fällt die Entscheidung, Widmer vermag Frizzi mit einer nochmaligen Tempoverschärfung minimal zu distanzieren und jubelt im Ziel frenetisch über den hart erkämpften Sieg. Neben Widmer und Frizzi steigt Philip Hirschi zu den beiden Duellanten aufs Podium, nachdem er sich mit einer sehenswerten Aufholjagd erneut weit nach vorne gearbeitet hat. Schnellster im ganzen Feld ist jedoch wiederum Antonio Ruggiero, auch wenn er dafür mit dem siebten Schlussrang nur schlecht belohnt wird. Mit der aktuellen Formsteigerung dürfte Ruggiero aber in den verbleibenden zwei Rennen zu beachten sein.

In der Meisterschafts-Zwischenwertung ist nach dem erneuten Punktemaximum Widmer’s die Titelentscheidung wohl gefallen, auch wenn Tobias rein mathematisch die Korken noch nicht knallen lassen kann. Doch realistisch gesehen kann wohl keiner mehr am Triumph des Spirit-Fahrers rütteln.


Rotax Max Club / Master: Wolf und Chatton weiterhin auf Titelkurs

Auch in den Club- und Master-Wertungen stehen mit Patrick Wolf und Alain Chatton zwei überlegen führende Piloten an der Spitze ihrer Meisterschaften, alles andere als ein Sieg der beiden Birel-Fahrer wäre in Levier wohl eine Überraschung. Chatton setzt die Favoritenrolle denn im Zeitfahren auch gleich in die Pole um, während sich Wolf vorerst auf Platz fünf unerwartet weit hinten aufstellen muss, vor ihm liegen Dominic Emr, Roger Heiniger sowie auch Laurenz Reifferscheid.
Im ersten Vorlauf beherrscht Alain Chatton das Geschehen auf der Piste, einzig Emr vermag die Pace mitzugehen, während sich Wolf mit Reifferscheid um Platz drei balgt. Heiniger sieht seine Ambitionen gleich zu Beginn des Rennens entschwinden, nachdem er in einem Startcrash viel Boden einbüsst. Chatton gewinnt schliesslich das erste Rennen vor Emr, Wolf, Reifferscheid und Klaey. Max Säuberli und Hans Riesen belegen die Plätze zwei und drei in der Master-Wertung.
Das zweite Rennen sieht erneut Chatton in Front, doch diesmal heftet sich Wolf nach einem ausgezeichneten Start an seine Fersen. Die beiden distanzieren den Rest des Feldes deutlich, nachdem Emr nach einem Auffahrunfall Klaeys mit gebrochenem Auspuff neben der Strecke parkiert. Wolf sieht von ernsthaften Attacken auf Chatton’s Führungsposition ab, die beiden gewinnen somit ihre jeweilige Kategorienwertung, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Anders präsentiert sich dann aber das Finalrennen. Chatton behauptet vorerst die Führung, doch Wolf gibt sich hinter dem Birel-Kollegen nun aufsässig, nicht zuletzt weil dicht hinter ihm Laurenz Reifferscheid folgt und Wolfs Sieg in der Club-Wertung gefährden könnte. In Runde fünf presst sich Wolf schliesslich an Chatton vorbei, der sich in der Folge aber keineswegs mit der Verfolgerrolle zufrieden gibt. Energisch greift Chatton am Ende der Steigung an und berührt dabei Wolf’s Chassis, was den Rennleiter auf den Plan ruft. Mit einer Verwarnung ruft Angelo De Simoi Chatton zur Vernunft auf, in der Folge lässt Alain von weiteren harten Attacken auf den Club-Leader ab. Am Endergebnis ändert sich damit nichts, Wolf holt sich das Punktemaximum in der Club-Kategorie, während Chatton seinerseits weitere 110 Punkte auf sein Master-Konto schaufelt. Die beiden bauen damit ihren bereits grossen Vorsprung in der Meisterschaft weiter aus und dürften den beiden verbleibenden Rennen wohl ohne grosse Sorgen entgegen sehen.

Bis zum nächsten Rennen (19. Juli, 4. Lauf zur Schweizer Kartmeisterschaft in Levier)

Euer Doidolino





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