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Rennbericht Schweizer Meisterschaft, Rennen 1
Gelungener Start in die neue Saison

(doidolino) Inmitten der malerischen Reisfelder der Lombardei fällt der Startschuss in die Meisterschafts-Saison 2009. Auf der anspruchsvollen Pista South Milano stellen sich 73 Fahrer in sechs Kategorien der neuen Herausforderung. Um den Schwierigkeitsgrad auf der verwinkelten Strecke noch weiter zu erhöhen hält Petrus just zum sonntäglichen Ernstkampf eine Schlechtwetterfront bereit, welche die während des trockenen Samstags-Trainings und im Zeitfahren erarbeiteten Abstimmungsdaten weitgehend nutzlos macht. Zum Warm-Up am Sonntag-Morgen ist die Piste schon mal angefeuchtet, das Freie Training wird denn auch von allen Pilotinnen und Piloten nochmals rege genutzt, um sich an die veränderten Verhältnisse heran zu tasten. Mit den Rennläufen setzt dann aber starker Regen ein, welcher die Piste völlig überflutet. Stehendes Wasser in zahlreichen Kurven führt die Rennläufe an den Grenzbereich der Regularität, mancher Pilot wird durch Aquaplaning in einen wilden Dreher gerissen.

Bei den extremen Bedingungen bieten die wetterfesten Fahrer dennoch oder erst recht unterhaltsame und spannende Rennen. Als Regenkönige präsentieren sich Michael Müller (Finalsieger Mini), Randy Berglas (Supermini), Kimmy Larsson (125 Sport), Mattheo Tuscher (KF3), Patrick Niederhäuser (KF2) und Kevin Lüdi (KZ2). Doch auch zahlreiche andere Fahrer setzen Glanzpunkte, wie beispielsweise Luana Krattiger (KF3) oder Ken Allemann (KZ2), welche nur mit viel Pech eine bessere Klassierung verfehlen.

Bevor wir auf die einzelnen Kategorien näher eingehen muss dem veranstaltenden Lugano Kart Team um Raoul Fontana sowie der Rennleitung mit Markus Gugger ein Kränzchen gewunden werden. Eine weitgehend perfekte Organisation sowie eine stets souveräne Rennleitung ermöglichten trotz der schwierigen Umstände einen gelungenen Saisonauftakt. Besonders lobenswert ist die Neuerung, das Zeitfahren bereits am Samstag durchzuführen. Die Erweiterung der Veranstaltung auf zwei Tage lässt den sonntäglichen Renntag deutlich stressfreier ablaufen. Bereits um 16:45 fand die abschliessende Siegerehrung statt – manch Deutschschweizer dürfte froh gewesen sein, den langen Rückweg über den Gotthard für einmal nicht erst spät Abends antreten zu müssen. Herzlichen Dank im Namen aller Teams sowie der Helfer rund ums Rennen ans organisierende LKT!

Kategorie Mini
Nachdem im Vorjahr immerhin noch 11 Mini-Piloten zur SM antraten stellt sich diesmal ein arg reduziertes Fahrerfeld zu den Wettbewerben auf. Die nur noch fünf Fahrer zeigen dennoch umkämpfte Rennen, obschon die kleinsten Meisterschafts-Kandidaten nicht wie ihre grösseren Kollegen auf Regenreifen zurück greifen dürfen. Auf dem profillosen Gummi rutscht denn jeder Fahrer auf der überfluteten Strecke das eine oder andere Mal über die Pistenbegrenzung hinaus, wobei sich LKT-Pilot Michael Müller am besten aus der Affäre zieht. Mit je einem Sieg im ersten Vorlauf sowie im abschliessenden Finale beendet er den Tag am erfolgreichsten, doch auch Gjergi Haxhiu wird den Tag mit dem Sieg im zweiten Vorlauf in guter Erinnerung behalten. Auch im Finale führt Haxhiu das Feld in den ersten Runden an, bevor er sich dann doch dem immer schneller werdenden Michael Müller geschlagen geben muss.

Kategorie Supermini
Wie bei der Kategorie Mini müssen auch die Supermini einen drastischen Rückgang der Nennungen hinnehmen. Waren in Parma 2008 noch 29 Fahrer am Start treten diesmal gerade noch 10 Karts zu den Wettbewerben an. Immerhin sind darunter hochkarätige Namen wie der aktuelle Mini-Champion Antonio Barone, der frühere Meister Brad Brunner oder der letztjährige Zweite Randy Berglas. Doch auch die übrigen Fahrer werden ihr Bestes geben. Hochstehende Rennen sind also auch mit dem geschmälerten Starterfeld zu erwarten.

Schon im ersten Vorlauf geht’s mächtig zur Sache. Quali-Sieger Brad Brunner startet vorerst aus Pole, doch Randy Berglas presst sich kurz nach dem Start am ehemaligen Mini-Meister vorbei in Führung. Das Duo setzt sich rasch vom Feld ab, einzig Shaun Vogel vermag den beiden zu folgen und schliesst nach einigen Runden gar zu den Führenden auf. Fortan kämpft also ein Trio um den ersten Sieg. Brunner setzt Berglas permanent unter Druck und vermag sich zu Rennhälfte Eingangs der Zielgeraden auch kurz an Berglas vorbei zu schieben, doch dieser kontert umgehend und stellt die alte Reihung in der nächsten Kurve wieder her. Auch Vogel drückt von hinten, doch weder Berglas noch Brunner lassen sich dadurch beirren. Berglas erreicht das Ziel denn auch hauchdünn vor Brunner und Vogel als Sieger des ersten Vorlaufs.

Der Dreikampf um die Spitze scheint sich auch im zweiten Rennen fortzusetzen. Diesmal gelingt Vogel aus P3 der beste Start, was ihm kurz zur Führung verhilft. Doch wenige Meter später überschiesst der junge Topkart-Fahrer in Kurve zwei und trudelt ins Gras. Berglas und Brunner ziehen in der Folge ungefährdet vor dem Feld davon. Fabienne Wohlwend und Oliver Holdener folgen mit stetig wachsendem Respektabstand, der Rest des Feldes ist noch weiter distanziert. Berglas hält Brunner auch diesmal bis zur Ziellinie in Schach und jubelt wie schon in Vorlauf 1.

Motiviert durch die beiden Vorlaufsiege drückt Berglas denn auch dem Finalrennen seinen Stempel auf. Erneut liegt der Maranello-Nachwuchsfahrer zusammen mit Brunner an der Spitze, doch diesmal wird der Zweikampf um den Sieg gestört. Die drittplatzierte Fabienne Wohlwend verliert in einer Wasserlache auf der Anfahrt zu Kurve zwei die Kontrolle über ihr Kart und prallt nach einem wilden Dreher ins Heck Brunners. Beide können zwar weiterfahren, doch Brunners Abstand zum Führenden ist nun zu gross, um nochmals um den Sieg mitreden zu können. Brunner kämpft sich immerhin nochmals auf Platz drei und damit aufs Podest nach vorne, doch Berglas Sieg steht zu keinem Zeitpunkt ausser Frage. Platz zwei holt sich nach einem tollen Rennen PCR-Fahrer Oliver Holdener, der sich über das Spitzenergebnis sichtlich freut. Auch der Pechvogel aus Vorlauf 2, Shaun Vogel, legt nochmals eine tolle Aufholjagd auf den Asphalt, welche ihn zeitweilig nahe an die Spitze heran bringt. Doch die schnelle Fahrt nahe am Limit führt in Runde 8 nochmals zu einem Ausflug neben die Piste, womit Shaun‘s Hoffnungen auf einen Podestplatz definitiv zerstört sind.

Kategorie 125 Sport
Nach dem samstäglichen Zeitfahren wäre die Frontreihe für Vorlauf 1 mit Kimmy Larsson auf Pole sowie Stefan Dudler auf P2 bestückt. Dudler fehlt allerdings am Vorstart und ist trotz mehrmaliger Aufrufe der Rennleitung nicht rechtzeitig am Platz, somit braust das Feld vorerst ohne den Corse-Fahrer los. Larsson behält auch bei den schwierigen Streckenbedingungen einen kühlen Kopf und behauptet die Führung vor Patrik Wolf und Gregory Von Burg. Dudler jagt dem Feld mit knapp einer halben Runde Rückstand hinterher und büsst damit jegliche Chance auf einen Spitzenplatz von vornherein ein. An der Spitze sind die Positionen schnell bezogen – Larsson eilt einem ungefährdeten Start/Ziel-Sieg entgegen, Wolf und Von Burg sehen die Zielflagge allein fahrend auf den nächsten Plätzen. Der einzige Positionskampf im Rennen spielt sich um Platz vier ab, wobei Leo Chirichiello den Routinier Franco Citino knapp in Schach zu halten vermag. Auf Platz sechs folgt Felix Kälin, der sich rund zwei Jahre nach seinen schweren Beinverletzungen in Biesheim wieder am Lenkrad zurück meldet.
Umkämpfter verläuft der zweite Vorlauf, zumindest auf den Verfolgerplätzen. Larsson setzt sich vorne erneut unwiderstehlich ab, gefolgt von Gregory Von Burg und Patrick Wolf. Wolf gerät im Infield jedoch früh im Rennen schon neben die Strecke, Von Burg umrundet die Strecke somit allein fahrend auf P2. Dahinter entbrennt zwischen Leo Chirichiello, Franco Citino, Davide Viola und Stefan Dudler ein intensiver Kampf um den dritten Platz. Mit zunehmender Renndauer kämpft sich auch Patrick Wolf wieder nach vorne. Dudler erreicht das Ziel schliesslich als Dritter vor Wolf, Chirichiello und Viola.

Nun geht es im Finale um den begehrten Tagessieg. Die Strecke steht inzwischen völlig unter Wasser, was Polesetter Larsson aber nicht daran hindert, die Spitzenposition erneut einzunehmen. Larsson ist heute schlicht der stärkste Fahrer im Feld und fährt weit vor seinen Verfolgern seinem dritten Sieg entgegen. Von Burg umrundet den Kurs währenddessen allein fahrend auf Platz zwei, dahinter streiten sich Chirichiello, Citino, Viola und Wolf um den letzten Podestplatz. Wolf schnappt sich Gegner um Gegner und hängt schliesslich auf Platz vier fahrend im Heck Chirichiellos. Rundenlang versucht der junge Birel-Fahrer, seinen Gegner zu bezwingen, vorerst jedoch ohne Erfolg. Kurz vor Rennende lässt Chirichiello die Türe in der letzten Kurve etwas zu weit offen, Wolf presst sich innen an seine Seite und erobert sich den ersehnten Platz auf dem Podium. Larsson, Von Burg und Wolf strahlen somit bei der Siegerehrung um die Wette.

Kategorie KF3
Nach den dünn besetzten Startfeldern der zuvor gestarteten Kategorien präsentiert sich in der Kategorie KF3 erstmals ein einigermassen respektabel besetztes Feld von 19 Pilotinnen und Piloten. Der Start zum ersten Vorlauf bringt einige Schwierigkeiten. Beim Vorstart verweigert vorerst der Motor von Polemann Levin Amweg den Dienst, schliesslich lässt sich das Triebwerk aber doch noch in Gang setzen. Der Start wird vom Rennleiter dennoch mit der roten Flagge abgebrochen, da sich die jungen Heisssporne nicht dazu bewegen lassen, in der Startformation einigermassen langsam auf die Startgerade einzubiegen. Nach entsprechend eindringlicher Ermahnung an Amweg und Ocon setzt sich das Feld dann doch nochmals in Bewegung. Amweg hält in der ersten Kurve noch die Führung, doch kurz danach gerät er durch die intensiv nachdrängenden Verfolger in Nöte und rutscht auf P5 zurück. Mattheo Tuscher führt nun vor Estéban Ocon und Luana Krattiger. Das Spitzentrio zeigt ein hochspannendes Rennen, wobei die schnelle LKT-Pilotin Krattiger den Druck auf Tuscher nochmals erhöht und sich bei Rennhälfte an diesem vorbei presst. Auch Ocon findet eine Lücke, somit erreicht Krattiger das Ziel vor Ocon und Tuscher. Levin Amweg fährt mit grossem Abstand knapp vor Patrick Näscher auf P4 ins Ziel.

Beim Start zum zweiten Vorlauf geht ein Aufschrei durch das Publikum – der Frontplatz von Lokalmatadorin Luana Krattiger bleibt leer, der Motor lässt sich nicht wunschgemäss starten. Als Letzte nimmt sie schliesslich das Rennen in Angriff – eine herbe Enttäuschung nach dem starken Auftritt im ersten Vorlauf. Levin Amweg gelingt ein Blitzstart, erneut setzt er sich am Ende der Startgeraden in Führung, doch wie schon im ersten Rennen hält seine Freude nicht lange an. Mattheo Tuscher presst sich wenig später an Amweg vorbei in Front und setzt sich sogleich ab. Amweg kämpft derweil mit Patrick Näscher um Platz zwei, wobei Amweg die Oberhand behält. Mit deutlichem Rückstand erreichen Alain Valente, Florian Cuculi und Steve Löwe das Ziel auf den Plätzen vier bis sechs, während sich Pechvogel Luana Krattiger immerhin noch bis Position 11 nach vorne arbeitet.

Nach den ereignisreichen Vorläufen verspricht auch das Finale viel Spannung. Mattheo Tuscher beantwortet die Frage nach dem Tagessieg jedoch schon früh, der Sodi-Pilot lässt den Gegnern im abschliessenden Rennen keine Chance. Souverän setzt er sich vom Feld ab und leistet sich auf der überfluteten Strecke keinerlei Fehler, im Gegensatz zu seinen Verfolgern, die bei intensiven Positionskämpfen einige Federn lassen müssen. Das erste Opfer ist Estéban Ocon, der sich kurz nach dem Start mit einem Dreher aus der Entscheidung um die Spitzenplätze verabschiedet. Ocon erreicht am Ende immerhin noch Platz sechs. Bald darauf tut es ihm Levin Amweg gleich, sein Ausrutscher im Infield kostet deutlich mehr Zeit und wirft den Sieger des Zeitfahrens fast eine Runde zurück. Auch wenn Amweg in der Folge die gleichen Rundenzeiten wie der Sieger auf den Asphalt legt resultiert nur noch der elfte Schlussrang. Das Interesse des Publikums liegt währenddessen aber ohnehin beim Kampf um die Podestplätze. Luana Krattiger liegt vorerst auf Platz zwei vor Alain Valente und Dennis Grob. Ein Dreher Krattigers spült nun Valente und Grob auf die ersten Verfolgerplätze, doch Krattiger gibt sich noch nicht geschlagen. Mit schnellsten Rundenzeiten kämpft sie sich nochmals an Grobs Heck, drängt diesen rundenlang zu Höchstleistungen und nutzt schliesslich eine kleine Unachtsamkeit Grobs für den entscheidenden Angriff. Unter dem Jubel des Publikums fährt die junge Dame somit auf den ersehnten Podestplatz und strahlt zusammen mit Tagessieger Mattheo Tuscher und Alain Valente vom Podium.

Kategorie KF2
Gespannt wartet das Publikum nun auf die Entscheidungen in der Kategorie KF2, auch wenn das Fahrerinteresse mit nur noch 15 eingeschriebenen Piloten enttäuschend gering ausfällt. Unter den Anwesenden sind jedoch einige hochkarätige Namen, die viel Spektakel für die Rennläufe versprechen. Unglücklich startet die Konkurrenz für Zoel Amberg. Der Viertplatzierte aus dem Zeitfahren bleibt in der Einführungsrunde stehen und muss dem Geschehen tatenlos zusehen. Währenddessen nutzt der aus P2 startende Patrick Müller seine Chance und presst sich nach dem Fallen der Startflagge an Polemann Patrick Niederhäuser vorbei. Auch Yves von Aesch passiert Niederhäuser, in der Folge bildet sich ein Verfolgertrio mit Von Aesch, Niederhauser und Stefan Mahlknecht. Müller eilt vorne allein fahrend dem Sieg entgegen, Von Aesch und Niederhauser belegen die Plätze zwei und drei, Mahlknecht wird Vierter.
Die Intensität der KF2-Konkurrenz steigert sich in Lauf 2, diesmal sollte es dem Führenden nicht so leicht gemacht werden. Müller liegt zu Rennbeginn zwar erneut vorn, doch dahinter formiert sich eine Kampfgruppe mit Von Aesch, Niederhauser, Mahlknecht und Pascal Eberle. Von Aesch macht mächtig Dampf und ringt Müller in Runde vier die Führung ab. Müller gerät in Schwierigkeiten und muss auch Niederhäuser vorbei lassen. Als nächster macht sich Eberle über Müller her und ringt ihm eine weitere Position ab. Eberle läuft nun zu Höchstform auf, schliesst kurz vor Rennende auch zum Zweitplatzierten Niederhauser auf und fängt diesen praktisch auf dem Zielstrich noch um wenige Zentimeter ab. Ein toller Fight, der Lust auf eine Fortsetzung im Finale macht.
Das abschliessende Finalrennen bietet nochmals eine Steigerung des Spektakels. Erneut heissen die Hauptakteure Müller, Von Aesch, Niederhauser und Eberle, wobei die Duelle nun bisweilen an der Grenze des Erlaubten ablaufen. Von Aesch hält zuerst die Spitze, doch im Infield unterläuft ihm ein kleiner Fahrfehler, der die Türe für den hinter ihm lauernden Patrick Müller öffnet. Müller presst sich innen neben Von Aesch, dieser hält dagegen, doch schliesslich knirscht sich Müller an seinem Gegner vorbei in Front. Wenig später folgt Von Aeschs Konter in der Zielkurve, diesmal resultiert ein heftiger Abflug Müllers in die Streckenbegrenzung beim Fahrerlager-Ausgang. Nachdem Müller die Fender durchschlagen hat kann er das Rennen aber mit relativ wenig Zeitverlust nochmals fortsetzen. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch startet er eine grandiose Aufholjagd, die ihn am Ende bis auf Platz vier nach vorne bringt.
Das Duell zwischen Von Aesch und Müller nutzt Patrick Niederhauser, um sich seinerseits in Führung zu bringen. Dem jungen Tony-Piloten behagt die Spitzenposition derart gut, dass er sie gar nicht mehr abgibt. Sein erster Sieg wird Tatsache, entsprechend glücklich jubelt er mit dem Siegerpokal. Von Aesch erreicht das Ziel auf Platz zwei, während Eberle mit Platz drei das Podium komplettiert.

Kategorie KZ2
Hochkarätig besetzt zeigt sich auch das Feld der Schaltkart-Piloten, auch wenn bei lediglich 14 eingeschriebenen Fahrern noch viel Platz in der Startaufstellung übrig bleibt. Mit Ken Allemann, Kevin Lüdi, Fabian Stutz und Heinz Fröhlich sind dafür Fahrer mit von der Partie, welche auch international im Einsatz sind und mit der schwierigen Strecke sowie den misslichen Wetterbedingungen bestens zu Rande kommen dürften. Insbesondere Ken drückt den Vorläufen denn auch gleich seinen Stempel auf, mit zwei ungefährdeten Start/Ziel-Siegen unterstreicht er seine Ambitionen deutlich. Platz zwei geht beide Male an seinen Spirit-Teamkollegen Kevin Lüdi, wobei Lüdi im zweiten Vorlauf nach einem zwischenzeitlichen Ausflug in die Botanik - zusammen mit Fröhlich, Dubach und Frizzi - eine sehenswerte Aufholjagd aufs Parkett legen muss, bevor er schliesslich wieder als erster Verfolger Ken’s platziert ist. Tobias Borel vervollständigt den totalen Spirit-Triumph mit dem dritten Platz in Vorlauf zwei, nachdem diese Position im ersten Rennen noch von Fabian Stutz belegt worden war.

Nun steht nur noch das Finalrennen aus. Mit einem Blitzstart aus P2 katapultiert sich Lüdi diesmal an Ken vorbei in Front, doch Allemann kontert wenig später und stellt die gewohnte Hackordnung wieder her. Bald darauf wird auch der Topfavorit ein Opfer der extremen Wetterbedingungen – durch Aquaplaning wird Ken’s Kart in einen wilden Dreher gerissen. Lüdi und auch Borel zischen vorbei, bis Allemann sein Gefährt wieder in Fahrt bringt. Allemann bleibt vorerst hinter Borel hängen, während Lüdi vorne weit enteilt. Die Entscheidung im Rennen scheint gefallen. Doch Allemann streckt die Waffen noch nicht, presst sich in Kurve 2 innen an Borel vorbei und macht sich auf die Verfolgung des Leaders, der inzwischen aber um sieben Sekunden voraus liegt. Die Aufholjagd Allemanns ist schlicht sehenswert, Ken prügelt sein Kart mehr fliegend als fahrend über die Curbs und schafft es in der letzten Runde tatsächlich an Lüdi‘s Heck, Lüdi rettet sich gerade noch unter der Zielflagge durch und jubelt frenetisch über seinen Finalsieg. Erneut läuft Borel auf P3 ein, womit sich das Podium ganz in Spirit-Farben präsentiert. Fabian Stutz, Kurt Wenger und Philippe Dubach laufen auf Platz vier bis sechs ins Ziel ein, während Mitfavorit Heinz Fröhlich nach einem rabenschwarzen Renntag und viel Pech nicht über P8 hinaus kommt.

Nach dem Rennen stellt sich heraus, dass der Triumph des Spirit-Teams an einem seidenen Faden hing. Nach Wasserverlust bei Ken’s Kühler bleibt der Sieger in der Auslaufrunde stehen, und auch Lüdi’s Kart lag mit Kupplungsschaden in den letzten Zügen. Glück für die beiden, dass die Rennleitung die Finalläufe aufgrund der extremen Wetterbedingungen um 4 Runden verkürzt hatte. Wer weiss ob die beiden das Ziel sonst erreicht hätten.
So, das war’s von meiner Seite zum Saisonstart der Schweizer Kart-Meisterschaft. Sofern die Kameras bis dann wieder trocken und einsatzfähig sind gibt’s den nächsten Rennbericht aus meiner Feder am 17.05.2009 anlässlich des zweiten Renntags zur Rotax Challenge in Mirécourt.

Bis dann
Euer Doidolino