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Saisonstart zur Rotax Max Challenge in Wohlen, 13. April 2009
(doidolino) Nach der langen Winterpause fällt in Wohlen der Startschuss für die nationale Rennsaison. Der Rotax-Tross gastiert für das erste Rennen 2009 in Wohlen. Bei herrlichem Frühlingswetter präsentiert sich den Zuschauern ein erfreulich grosses Starterfeld. Während im Vorjahr noch 65 Fahrer den Saison-Auftakt bestritten, finden sich in Wohlen bereits 92 Piloten in den verschiedenen Rotax-Klassen ein. Die Rotax-Serien setzen also ihren Aufschwung auch 2009 weiter fort und laufen den bisherigen nationalen Rennserien mehr und mehr den Rang ab. Besonders erfreulich fällt auch die Markenvielfalt ins Auge – insgesamt 17 verschiedene Chassis sowie 5 Händler sind auf dem Rennplatz vertreten. Der Markt ist in Bewegung wie schon seit Jahren nicht mehr – beste Voraussetzungen also für eine spektakuläre und spannende Rennsaison.

Im Vergleich zum Vorjahr treten 2009 einige reglementarische Neuerungen in Kraft, welche der Leistung der Piloten noch mehr gerecht werden sollen und die Rennen noch attraktiver gestalten dürften. Einerseits erhält der Schnellste des Zeitfahrens neu zwei zusätzliche Meisterschaftspunkte gutgeschrieben, ausserdem wird der Pilot mit der schnellsten Rennrunde im Finallauf mit drei Punkten belohnt. Doch auch auf technischer Ebene sieht das neue Reglement diverse Änderungen vor, beispielsweise bei der Auswahl/Einstellung der Vergaser, der Ansaugdämpfer sowie im Schalldämpferbereich. Für die Kategorie DD2 sind neu Mojo D3-Reifen vorgeschrieben. Ziel der neuen Regelung soll sein, die Chancengleichheit sämtlicher Konkurrenten sicher zu stellen, welche auch mit einer im Vergleich zum Vorjahr nochmals intensivierten technischen Kontrolle durchgesetzt werden soll – nach den diversen Querelen in der vergangenen Saison dürfte diesen Kontrollen 2009 eine entscheidende Bedeutung zukommen. Wir freuen uns daher schon jetzt auf sportlich faire Entscheidungen auf der Strecke, und nicht am Jury-Tisch.

Wie immer beim Saisonstart stellt sich im Vorfeld der Rennen natürlich die Frage nach den Favoriten in den einzelnen Klassen. Das Potential für Laufsiege oder gar den Titelgewinn weisen zahlreiche Fahrer und Fahrerinnen auf, die Leistungsdichte im Starterfeld ist gegenüber dem Vorjahr nochmals markant angestiegen. Besonders umkämpft dürften auch 2009 die Serien RM Junior, RM Challenge und RM DD2 sein, da dem Champion in diesen Klassen erneut die Teilnahme am Weltfinale in Sharm el Sheik sowie Testfahrten in einem Boliden der Formel BMW bzw. BMW-Junior winken. Die letztjährigen Meister Jerôme Schwab, Dario Santoro und Tobias Widmer werden alles daran setzen, den Titel auch 2009 einzufahren, doch zahlreiche Klassen- und Materialwechsel während der Winterpause haben die Karten neu gemischt. Wir wollen daher zu diesem Zeitpunkt noch keine Prognosen anstellen und warten umso gespannter auf das Fallen der Startflagge.

Rotax Max Mini
Insgesamt 12 Piloten und Pilotinnen im Alter von 9-12 Jahren stellen sich der Herausforderung. Birel-Fahrer Prinz Max Zur Schaumburg Lippe setzt sich schon ab der ersten Quali-Runde bestens in Szene und brennt eine schnellste Runde nach der andern in den Asphalt. Am Ende resultiert für den schnellen Prinzen eine Zeit von 42.904 sec., knapp 3 Zehntelssekunden vor der zweitklassierten Simona Lekaj. Prinz Max bucht damit gemäss dem neuen Reglement als erster Fahrer im Rotax-Feld zwei Punkte auf sein Meisterschafts-Konto.

Nun geht es in den Rennen zur Sache. Der Start zu Vorlauf 1 verläuft reibungslos, bereits die jüngsten Piloten scheinen die klaren Anweisungen von Rennleiter Patrick Oberer noch in den Ohren zu haben und verhalten sich äusserst diszipliniert. Prinz Max nutzt seine Pole gleich zur Führung. Einzig Simona Lekaj vermag Max einigermassen zu folgen, auch wenn sie während des gesamten Rennens nie in Schlagdistanz für eine ernsthafte Attacke kommt. Die ersten beiden Plätze sind somit klar vergeben, doch dahinter wird um P3 erbittert gefightet. Lange Zeit vermag sich Felix Hirsiger auf Position drei zu halten, doch kurz vor Rennende fährt er die Zielkurve etwas zu schnell an und wird weit nach aussen getragen. Die beiden dicht hinter ihm folgenden Lucas Ayrton Mauron und Giorgio Maggi nutzen dies sogleich aus und stechen innen vorbei. Mauron kann sich allerdings nicht lange über den vermeintlichen dritten Platz freuen, denn ein 10sec-Penalty für Überholen in der Formationsrunde schwemmt den Birel-Fahrer aus den vorderen Rängen. Maggi erbt P3, Hirsiger beendet das Rennen auf Platz 4 vor Alain Carigiet und dem zurückversetzten Mauron.

Vorlauf zwei verläuft im Vergleich zum ersten Rennen ereignislos. Erneut setzt sich Prinz Max unwiderstehlich an die Spitze, wiederum gefolgt von Simona Lekaj und Ayrton Mauron, der einen hervorragenden Start erwischt. Auch dahinter sind die Positionen von Rennbeginn weg bezogen, Überholmanöver sind diesmal Mangelware. Hinter Prinz Max, Simona und Lucas Ayrton erreichen Giorgio Maggi, Felix Hirsiger und Boris Kaech das Ziel auf den nächsten Plätzen. In der Addition der Vorläufe ergibt sich somit die Reihung Prinz Max, Simona Lekaj, Giorgio Maggi, Felix Hirsiger und Lucas Ayrton Mauron. Diese Hackordnung bildet gleichzeitig die Startaufstellung zum abschliessenden Finalrennen.

Das Finale beginnt diesmal mit einem Crash in der ersten Kurve. Maggi und Carigiet verheddern sich am Ende der Zielgeraden und büssen viel Zeit ein, bis sie ihr Gefährt wieder in Fahrt bringen. Schade für Maggi, denn in der Folge vermag er die Pace der Spitzenfahrer problemlos mitzugehen, allerdings mit einer Runde Rückstand. Die Führung übernimmt erneut Prinz Max, den heute nichts aus dem Konzept zu bringen vermag. Souverän und fehlerfrei absolviert er Runde um Runde und holt sich den verdienten Lohn als Tagessieger. Zusätzlich zu den 55 Meisterschaftspunkten sahnt er auch noch die Bonus-Zähler für die schnellste Rennrunde (43.109sec) ab und setzt sich damit mit dem absoluten Punktemaximum deutlich an die Spitze des Meisterschafts-Klassements. Hinter Prinz Max bleiben den übrigen Piloten nur die Brosamen – Simona Lekaj fährt wie gewohnt auf Platz 2, Boris Kaech komplettiert das Podium als Dritter. Viel Pech muss Lucas Ayrton Mauron entgegen nehmen: Nach einem 10sec-Penalty der Rennleitung kommt es für den hoffnungsvollen ABC-Fahrer noch schlimmer – bei einem Ausritt am Ende der Start/Ziel-Geraden und unliebsamer Begegnung mit der Streckenbegrenzung scheidet Mauron gänzlich aus dem Rennen aus.

Insgesamt bieten die jüngsten Fahrer im Feld jedoch eine tolle Vorstellung. Mit viel Disziplin und Fairness fahren sie sich in die Herzen des Publikums – wir freuen uns bereits auf eine Fortsetzung der Show bei den nächsten Rennen.

Rotax Max Junior
Gegenüber den 13 Fahrern des Vorjahres präsentiert sich auch in der Junior-Kategorie ein stattliches Feld von 18 Piloten. Schon im Zeitfahren geht es engagiert zur Sache, wobei Mach1-Driver Alain Baeriswyl mit ultraschnellen 40.175 sec die Oberhand behält, dicht gefolgt von Birel-Pilot Melville McKee (40.194) und dem CRG Junior-Rookie Pascal Carigiet (40.242). Meister Jerôme Schwab muss sich vorerst mit einer Zeit von 40.447 und der dritten Startreihe begnügen. Die engen Zeitabstände versprechen allerdings bereits jetzt spannende Rennläufe.

Nun fällt die Startflagge zu den Rennläufen. Vorlauf 1 beginnt mit einem Paukenschlag. Der drittplatzierte Pascal Carigiet hängt auf der Startgeraden im Heck von Polesetter Alain Baeriswyl und steigt sehr spät in die Eisen. Der leichte Druck auf Baeriswyls Heck löst bei diesem einen Dreher aus, den Melville McKee sowie Carigiet gleich zum Vorstoss an die Spitze nutzen. Baeriswyl bleibt gegen die Fahrtrichtung stehen und wird dabei auch noch von Sätteli und Drovossekov torpediert. Alle drei können das Rennen zwar fortsetzen, doch insbesondere für Baeriswyl sind die Chancen auf einen Spitzenplatz damit zunichte gemacht. Er wird das Rennen schliesslich auf Platz 11 weit hinter seinen Möglichkeiten beenden.

An der Spitze setzen sich derweil McKee und Carigiet rasch von den Verfolgern ab. Carigiet hält über weite Strecken einen kleinen Respektabstand zum Leader, setzt McKee aber zwischenzeitlich doch immer wieder unter Druck. Zu mehr als zwei oder drei verhaltenen Attacken auf die Spitzenposition reicht es dem Junior-Neuling aber nicht, somit senkt sich die Zielflagge zuerst für McKee, anschliessend für Carigiet. Hinter dem Spitzenduo hat sich ein zweites Kampfduo mit Meister Jerôme Schwab und Cédric Freiburghaus gebildet. Schwab hält seinen Verfolger jedoch sicher in Schach und erreicht das Ziel auf Position drei. Intensiver verlaufen die Positionskämpfe im nächsten Verfolgerpulk. Isabelle von Lerber, Mike Zürcher, Thierry Mäder und Jonas Rodrigues unterhalten das Publikum mit packenden Rad an Rad-Fights, wobei sich die junge Dame schliesslich gegen ihre Gegner durchzusetzen vermag.

Auch der zweite Vorlauf bietet einiges an Spektakel. Melville McKee setzt sich gleich wieder an die Spitze, dahinter gerät Pascal Carigiet jedoch in die Mühlen der aufsässigen Verfolger und rutscht bis auf P5 zurück. Cédric Freiburghaus und insbesondere Jerôme Schwab zeigen nun als erste Verfolger McKee’s ein phantastisches Rennen. Freiburghaus vermag sich während einiger Runden gegen ständige Angriffe Schwab‘s zu wehren, doch dann sticht der Weltfinalist 2008 im Infield unwiderstehlich innen durch und gibt den neu gewonnenen zweiten Platz bis zur Zieldurchfahrt nicht mehr preis, auch wenn gegen Rennende Jonas Rodrigues und Cédric Freiburghaus nochmals aufzurücken vermögen. McKee jedoch ist auch für Schwab nicht mehr einholbar. Ein tolles Rennen zeigt auch der beim Start zurückgebundenen Pascal Carigiet. Mit engagierter Fahrt kämpft er sich nochmals an die Spitzengruppe heran, verliert aber bei einem zu mutig vorgetragenen Angriff erneut vier Plätze. Kurz darauf zeigt er aber das Überholmanöver des Tages, indem er sich im Infield mit einem Innenvorstoss gleich drei Fahrer in einer einzigen Kurve schnappen kann. Am Ende senkt sich die Zielflagge für Carigiet auf Platz fünf hinter McKee, Schwab, Rodrigues und Freiburghaus.
Nun wartet das Publikum gespannt auf eine Fortsetzung des Spektakels im Finalrennen. Erneut setzt sich McKee gleich an die Spitze und distanziert seine Verfolger bald um 10 und mehr Meter. Doch mit zunehmender Renndauer kommt Jonas Rodrigues mehr und mehr in Fahrt. Zu Rennhälfte vermag der PCR-Pilot zu McKee aufzuschliessen und bezwingt diesen mit einem hervorragend getimten Angriff in der Zielkurve. In der Folge bestimmt Rodrigues die Pace und jubelt nach 26 Runden überschwänglich als Sieger des Junior-Finals. McKee muss mit Platz zwei die erste Niederlage an diesem spannenden Renntag entgegen nehmen. Hinter dem Führungsduo bilden sich zwei Verfolgergruppen, in denen engagiert um jeden Zentimeter gekämpft wird. Den Fight um Platz drei führen Jerôme Schwab, Cédric Freiburghaus sowie Alain Baeriswyl, während knapp dahinter ein Duo mit Pascal Carigiet und Mike Zürcher die Harke schwingt. Schwab setzt sich schliesslich in der ersten Verfolgergruppe durch und steigt zusammen mit Rodrigues und McKee aufs Siegerpodest, während Baeriswil, Freiburghaus, Carigiet und Zürcher die nächsten Plätze belegen. Die Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde im Final schnappt sich Carigiet mit einer Zeit von 40.273 Sekunden.

Die Meisterschaft ist somit kräftig lanciert – man darf schon jetzt auf die Fortsetzung der packenden Rad an Rad-Kämpfe in den folgenden Rennen gespannt sein. Die Phalanx der Meisterschafts-Kandidaten dürfte nach der heutigen tollen Vorstellung zum Saisonstart breit gestreut sein.

Rotax Max Club / Master
Die Startfelder werden von Kategorie zu Kategorie grösser, beim Club- bzw. Master-Feld stehen bereits 21 Karts am Vorstart. Das Zeitfahren verläuft ohne grössere Probleme, wobei sich Domenic Emr mit 40.520 sec die schnellste Zeit gutschreiben lässt. Die Club-Wertung sieht denn Emr auch in der Pole vor Patrick Wolf und Roger Heiniger, während Alain Chatton die Master-Wertung vor CRG-Urgestein Jörg Schumacher und Andreas Peter für sich entscheiden kann. Besonders die Präsenz von Jörg Schumacher freut das Publikum, war doch nach seiner schweren Handverletzung keineswegs sicher, ob der Routinier seine lange und erfolgreiche Kart-Karriere wird fortsetzen können. Schumi, wir sind froh, dass du wieder so beherzt am Lenkrad zu drehen vermagst!

Die Schnellsten des Zeitfahrens drücken in der Folge auch den Rennläufen ihren Stempel auf.In Vorlauf 1 übernimmt Alain Chatton mit einem perfekten Start die Führung vor Emr und Wolf, die sich im Verlauf des Rennens ein packendes Duell liefern. Emr hält Wolf vorerst in Schach, doch der junge Ostschweizer setzt den Polemann mächtig unter Druck. In Runde vier presst sich Wolf schliesslich am Ende der Zielgeraden an Emr vorbei und vermag dessen Konter zu parieren. Die beiden schliessen gar nochmals zum zwischenzeitlich enteilten Chatton auf, doch die Zielflagge senkt sich dann doch zuerst für den routinierten Master-Piloten. Wolf gewinnt vor Emr die Club-Wertung, während die auf Platz vier und fünf ins Ziel fahrenden Andreas Peter und Jörg Schumacher die Master-Plätze hinter Chatton belegen. Generell zeigen die Master-Fahrer im Feld eine hervorragende Leistung, denn der nächste Club-Pilot Elio Hahn erreicht das Ziel erst auf Platz zehn im gemischten Feld.

In Vorlauf zwei beherrschen erneut Chatton, Wolf und Emr die Szenerie. Nach fünf Führungsrunden beugt sich Chatton dem intensiven Druck des nachfolgenden Patrick Wolf und lässt diesen am Ende des Bahndamms ohne grosse Gegenwehr passieren. Emr hingegen schafft es nicht, ebenfalls an Chatton vorbei zu ziehen, was es Wolf ermöglicht, die restlichen Runden bis ins Ziel als souveräner Leader zu absolvieren. Chatton seinerseits heimst erneut den Master-Sieg ein, Emr belegt P2 in der Club-Wertung. Hinter dem starken Spitzentrio fährt eine Master-Gruppe mit Andreas Peter, Max Säuberli, Jörg Schumacher, Marianus Papiernik und Beat Mühlemann unter der Zielflagge durch. Roger Heiniger und Elio Hahn belegen als nächstfolgende Fahrer die Plätze drei und vier in der Club-Wertung.

Das abschliessende Finalrennen wird abermals durch Chatton, Wolf und Emr dominiert, auch wenn sich Andreas Peter zumindest in der Anfangsphase des Rennens tapfer in der Spitzengruppe zu halten vermag und insbesondere den viertplatzierten Emr während einiger Runden schier zur Verzweiflung bringt. Schliesslich muss sich Peter den pausenlosen Angriffen Emrs aber doch noch beugen. Chatton seinerseits lässt sich diesmal die Führung aber auch von Wolf und Emr nicht mehr abjagen, zumal sich die beiden im Kampf um die Club-Führung in der zweiten Rennhälfte mächtig die Sporen geben. Wolf hält Emr fast über die gesamte Renndistanz hinter sich, doch kurz vor Rennende setzt Emr im Infield zum entscheidenden Angriff an und presst sich beherzt an Wolf vorbei. Der Tagessieg in der Club-Wertung geht somit doch noch an den Quali-Sieger, während Chatton die Master-Wertung vor Peter und Säuberli souverän für sich entscheidet.

Rotax Max Challenge
Aufgrund des erfreulich grossen Starterfeldes (30 Piloten) entschliesst sich die Rennleitung, das Challenge-Feld in zwei Gruppen ins Qualifying zu schicken, wobei die Fahrer mit geraden Startnummern zuerst auf die Strecke geschickt werden. Aufgrund der idealen Wetter- und Pistenbedingungen dürfte daraus jedoch für keinen der Fahrer ein deutlicher Vor- oder Nachteil entstanden sein. Eindrücklich präsentieren sich die gefahrenen Zeiten, denn Martin Aregger als Polesetter mit 39.881 als auch der Zweitplatzierte und Vorjahres-Meister Dario Santoro (39.989) unterbieten die 40er-Schallmauer. Auf Platz drei klassiert sich Gino Tengg (40.031) vor Joel Burgermeister und Linus Nordström.

Der Start zum ersten Vorlauf verläuft sehr diszipliniert, einzig für den Favoriten und auf P2 startenden Vorjahres-Champion Dario Santoro wird die erste Kurve zum Fiasko. Santoro beschleunigt ganz links, ausserhalb des Pulks. Innen sticht die geschlossene Phalanx des gesamten Feldes Stossstange an Stossstange in die Rechtskurve und Santoro hat keine Möglichkeit, sich nochmals ins Feld einzureihen. Ganze 24 Positionen büsst der Meister durch seinen Fehler ein und hetzt dem Feld mit dem Messer zwischen den Zähnen hinterher. Eine packende Verfolgungsjagd bringt den Oberglatter Maranello-Fahrer schliesslich noch auf Platz 8, trotz der vielen Überholmanöver klar eine Enttäuschung für den Meisterkandidaten. Der Laufsieg geht indessen an den erstaunlich schnellen CRG-Fahrer Martin Aregger, der sich von seinen schnellen Verfolgern Joel Burgermeister und Linus Nordström zwischenzeitlich gar deutlich abzusetzen vermag. Zum Zieleinlauf wird es hingegen nochmals eng, Burgermeister legt in den Schlussrunden eine imposante Pace mit 39er-Rundenzeiten vor und schliesst in der Schlussrunde dicht zu Aregger auf, den Start/Ziel-Sieg Areggers vermag er hingegen nicht mehr zu gefährden.

Fulminant verläuft der Start zum zweiten Lauf. Aregger und Burgermeister behaupten die ersten Plätze, doch dahinter prescht Dario Santoro aus Position acht mit einem phantastischen Start sogleich auf P4. Kurz darauf schnappt sich Santoro am Ende des Bahndamms auch Rinaldo Grämiger, immerhin aktueller Schweizer Meister der Kategorie Sport 125. Doch Santoros Vorwärtsdrang ist noch immer nicht erschöpft, in Runde fünf presst er sich in der Zielkurve auch noch an Joel Burgermeister vorbei und umrundet den Kurs nun bereits auf Platz zwei. Der Führende Martin Aregger hingegen lässt sich auch vom fulminant aufdrehenden Meister nicht mehr bezwingen und erreicht das Ziel erneut als Sieger. Burgermeister auf Platz drei hält seinerseits Rinaldo Grämiger hinter sich und beendet das Rennen auf Platz drei, während Lukas Martin, Linus Nordström und Gino Tengg hinter Grämiger die Plätze fünf bis sieben einfahren.

In der Addition der Vorläufe belegen Aregger und Burgermeister die ersten beiden Plätze und somit die erste Startreihe für den Finallauf. Dahinter stellen sich Grämiger, Nordström, Santoro und Martin auf. Aregger presst sich nach Startfreigabe erneut als Spitzenreiter in die erste Kurve, gefolgt vom prima gestarteten Rinaldo Grämiger sowie Burgermeister und Santoro. Santoro gibt sich aber mit dem vierten Platz nicht zufrieden und setzt sich nach zwei gelungenen Überholmanövern im Infield zwischenzeitlich auf Platz zwei. Burgermeister kontert hingegen umgehend und erobert sich am Ende der Start/Ziel-Geraden den ersten Verfolgerplatz hinter Aregger zurück. Aregger, Burgermeister und Santoro bilden nun ein dicht gedrängtes Spitzentrio, welches das Publikum mit hochstehenden Rad an Rad-Duellen von den Sitzen reisst. Wer aus dem Trio Infernale würde wohl nach 26 Rennrunden den Sieg einheimsen? Lange Zeit sieht es danach aus, als ob Aregger nach den beiden Vorlaufsiegen auch das Finale für sich entscheiden kann, doch in der zweitletzten Runde lässt Aregger in Kurve zwei die Türe ein bisschen zu sehr offen, Burgermeister fasst sich ein Herz und quetscht sich innen am bisherigen Leader vorbei in Front. Der Konter von Aregger greift nicht mehr, Burgermeister überquert die Ziellinie mit gereckter Faust und riesengrosser Freude. Aregger behauptet P2 vor dem drittplatzierten Santoro, während Tengg, Grämiger und Yannick Ackermann die Plätze vier bis sechs einfahren. Auf dem Siegerpodest sieht man nur strahlende Gesichter. Nicht nur der Egnacher Burgermeister strahlt über alle Backen, auch Aregger und Santoro freuen sich sichtlich über das gelungene Rennen und das tolle Resultat.

Rotax Max DD
Last but not least stellt sich das Feld der DD2-Fahrer zu den Wettbewerben auf. Zwar erreicht das Feld mit 12 Piloten/Pilotinnen nicht ganz die Stärke der Club/Master und Challenge-Kategorien, doch auch in dieser Serie ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen – die kräftigen Getriebemotoren erlangen mehr und mehr Beliebtheit, auch wenn sie im Vergleich zu den konventionellen Rotax-Karts etwas schwieriger zu fahren sind und insbesondere hohe Anforderungen an die Kondition stellen.

Das Zeitfahren zeigt denn auch die Leistungsfähigkeit der DD2-Karts: Tobias Widmer brennt eine Fabelzeit von 39.203 in den Asphalt, dicht gefolgt von Markus Mühlemann und Werner Henz. Die drei Cracks prägen denn auch die Vorläufe, wobei sich insbesondere Tobias Widmer von seiner besten Seite zeigt. Der letztjährige DD2-Weltfinalist dominiert beide Vorläufe beinahe nach Belieben, während Markus Mühlemann und Werner Henz ein packendes Duell um P2 abliefern. Mühlemann behält dabei in beiden Läufen die Oberhand, auch wenn Henz dem CRG-Fahrer in nichts nachsteht. Erst im zweiten Vorlauf lässt der Druck auf Mühlemann nach, nachdem Henz mit fürchterlichen Fehlzündungen in der zweiten Rennhälfte die Segel streichen muss beziehungsweise von der Rennleitung mit der technischen Flagge aus dem Rennen genommen wird. Henz muss als Folge der Motorenprobleme schliesslich gar auf den Finallauf verzichten, schade für den symphatischen MS-Piloten.

Das Finale sieht erneut Widmer und Mühlemann überlegen in Front, wobei diesmal Mühlemann in der Anfangsphase des Rennens Widmer sogar in Schach zu halten vermag. Doch Widmer behagt es auf Platz zwei sichtlich wenig, bald schon presst er sich im Infield wieder an seinem Gegner vorbei und eilt nach den beiden Vorlauf-Siegen auch zum Tagessieg im Finale. Mühlemann seinerseits braucht keine Gegner zu fürchten, zumal der härteste Verfolger Damian Frizzi nach technischen Problemen bei Rennhälfte ausscheidet. Somit wird der Weg zum Podest frei für Lothar Winzen, seinerseits Weltfinalist 2007 in Al Ain. Sichtlich abgekämpft, aber überglücklich steigt Winzen zu Widmer und Mühlemann aufs Podest. Als Favoriten auf den Titel 2009 gelten nach der eindrücklichen Tagesleistung jedoch Mühlemann und insbesondere Tobias Widmer.

Appell von Marc Surer
Während der Mittagspause ruft die Streckensprecherin Barbara Oberer alle Piloten und Pilotinnen beim Zielstrich zusammen, wo das Schweizer Rennsport-Idol Marc Surer auf die Fahrer wartet und diesen mit Tipps und Ratschlägen basierend auf seiner langen und erfolgreichen persönlichen Karriere beisteht. Marc, dessen Herz auch heute noch sichtlich für den Kartsport schlägt, weiss aus eigener Erfahrung bestens um die Wichtigkeit der Nachwuchs-Förderung insbesondere im Kart. Bleibt zu hoffen, dass die eindringlichen und verständlichen Worte Surers betreffend Einstellung und Verhalten der Fahrer in den Köpfen unseres Motorsport-Nachwuchses haften bleiben. Das Potential für eine vielversprechende Zukunft ist bei zahlreichen Piloten und Pilotinnen vorhanden und die Tür für eine Fortsetzung der Karriere im Automobil- oder Formel-Sport steht bei korrekter und umsichtiger Planung für viele weit offen. Bei dieser Gelegenheit sei Marc Surer ein herzlicher Dank für seine Unterstützung des Kartsports ausgesprochen.

Mit der Siegerehrung und Pokal-Zeremonie geht ein gelungener Saison-Auftakt stimmungsvoll zu Ende. An dieser Stelle gilt der kompetenten Renn-Organisation um Rennleiter Patrick Oberer, Starter Angelo De Simoi, der Jury mit Reto Carigiet, Dani Meier und Patrick Oberer sowie allen anderen fleissigen Helfern auf und neben der Strecke ein grosser Dank. In dieser Form machen die Rennen rundum Spass! Auch die für diese Saison erstmals engagierten Rotax Grid-Girls tragen zu einer Belebung dieser attraktiven Rennserie bei. Herzlichen Dank an die jungen Damen, die sich dabei in Wohlen erstmals für repräsentative Zwecke zur Verfügung gestellt haben – ihr habt das bereits beim ersten Rennen ganz toll gemacht!

Schlussbemerkung in eigener Sache
Nachdem ich die journalistische Betreuung der Kartszene Schweiz in den vergangenen zwei Jahren aus privaten und beruflichen Gründen zwischenzeitlich abtreten musste freue ich mich nun sehr, zumindest in der aktuellen Saison wieder Rennluft schnuppern zu dürfen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Fahrern und Teammitgliedern sowie bei der Rennleitung und den Organisatoren für die herzliche Wiederaufnahme in den Renntross bedanken. Mein Dank gilt aber insbesondere auch Karl Senti, der während meiner Abwesenheit dafür gesorgt hat, dass die Berichterstattung über die wichtigsten Schweizer Kartrennen lückenlos weiter geführt werden konnte. Danke Karl! Nun hast du wieder mehr Zeit, deinen Sprössling auf hoffentlich weitere Siege in der Club Challenge zu trimmen!
Wenn alles wie vorgesehen klappt werde ich 2009 sämtliche Rotax-Rennen sowie die offizielle Kart-SM begleiten können. Für 2010 hingegen sind aus beruflichen Gründen noch keine Termine planbar, wir sind daher nach wie vor auf der Suche nach Interessenten, welche die spannende medientechnische Betreuung der Kartszene Schweiz mittel- und längerfristig anpacken wollen. Schreiberlinge und Fotografen, meldet euch!

Bis zum nächsten Rennen (26. April, SM1 in South Milano)
Euer Doidolino

Ranglisten Mini - Junior - Challenge - DD2 - Club/Master/Team