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EM Qualy KF2 Varennes s/Ailleur 1.5.211 - Flavio Mathys
Flavio Mathys, Werksfahrer der Top Kart Italien hat die EM-Qualifikation der Cik Fia vom 27. April -1.Mai 2011in Varennes Sur Alliers in Frankreich als 18. von 63 internationalen Kartfahrern geschafft.

Dienstag
Am Dienstag reiste ich nach Varennes sur Alliers in Frankreich zur Europameisterschafts- Qualifikaton der Gruppe Süd.
Die Kartpiste liegt mitten in der Auvergne. Die Auvergne besticht durch schöne Landschaften und ist ein beliebtes Touristenziel. Wegen des vulkanischen Ursprungs und vieler Quellen gibt es außerdem einige Kurorte in der Auvergne.

Die Piste hat eine Länge von 1500m und ist zwischen 8 und 10m breit. Sie
hat zwei schwierige Kurven. Die gilt es gut zu fahren. Ansonsten ist es eine Motorenpiste mit vielen Abschnitten, welche Vollgas gefahren werden können.

Mittwoch
Am Mittwoch hatten wir alle Hände voll zu tun. Das Zelt musste aufgestellt und eingerichtet und viele administrative Dinge erledigt werden. Auch die Chassis mussten wir fertig aufbauen und die Zeitmessung und Abgassonde montieren. Für den Mittwoch war die Piste noch gesperrt, sodass noch nicht trainiert werden konnte.

Donnerstag
Am Donnerstag begann endlich das Training. Als erstes musste ich die Motoren einfahren. Dafür benötigte ich zwei Trainingseinheiten. Da der Zeitplan fest vorgegeben und für jede Kategorie zeitlich begrenzt ist, blieb mir somit nur noch ein Training um Chassiseinstellungen zu testen.
Mit mir zusammen fahren noch 3 weitere Piloten meines Teams in der KF2 Kategorie. So können wir in einer Trainingseinheit 4 verschiedene Chassiseinstellungen ausprobieren, um so schneller für jeden die optimale Abstimmung zu finden.

Freitag
Am Freitag hatte ich laut Tagesplan 4 Trainingseinheiten. Für das Rennen habe ich zwei Chassis und zwei Motoren zur Verfügung. Ein Chassis ist eher für Regen geeignet. Es gibt aber Pisten die auch bei schönem Wetter durch ihren Charakter mit dem Regenchassis besser zu fahren sind. Auf dieser Piste aber funktionierte das Chassis für trockenen Belag deutlich besser. Einer der Motoren war etwa zwei Zehntel schneller als der andere. Doch alles in allem funktionierten beide sehr gut.
Ich war zum ersten Mal auf dieser Piste und musste somit in der kurzen Zeit des Trainings lernen, die zwei wichtigen Kurven optimal zu fahren. Am frühen Abend war bereits das Zeitfahren zur Einteilung der Gruppen für Samstag eingeplant.
Im Zeitfahren belegte ich den 40. Rang und wurde in die Gruppe E eingeteilt.

Samstag
Am Samstag musste ich 4 Ausscheidungsläufe absolvieren. Ich startete immer als 16. in der Mitte des Feldes. Der erste Lauf um 11.25 gegen Gruppe C lief gut, die Positionen waren hart umkämpft und ich platzierte mich schlussendlich auf Rang 12.

Der Start im 2.Lauf lief optimal und ich platzierte mich schnell unter den ersten 10 Fahrern. Das Chassis lag super und der Motor lief sehr gut, sodass ich weiter vorrücken konnte bis auf Platz 8. Dann verbremmste ich mich jedoch und landete neben der Piste. Das brachte mich aus dem Konzept und somit verlor ich meinen Rhythmus. Ich machte Fehler um Fehler und viele Fahrer zogen an mir vorbei. Zum Schluss war ich 22. Sowohl mein Mechaniker als auch der Teamchef waren ziemlich verärgert und auch ich war überhaupt nicht zufrieden mit mir. Soeben hatte ich 14 Punkte verschenkt.

Im Lauf gegen Gruppe D kam es direkt nach dem Start zu einer Kollision. Ich reagierte zu spät und geriet mitten ins Getümmel. So konnte ich nicht schnell weiterfahren und musste mich weit hinten einreihen. Im Rennverlauf kämpfte ich mich wieder nach vorne bis auf Rang 14. Mein Mechaniker Paolo war mit mir jedoch nicht zufrieden. Wir analysierten die Startsituation zusammen und besprachen, wie solche Situationen ein anderes Mal besser zu meistern wären.

Für das letze Rennen gegen Gruppe A musste ich Alles geben, da ich nach Möglichkeit ins Finale A kommen wollte. Wer es in das A Finale schafft, ist direkt für die Europameisterschaft qualifiziert. Dieser letzte Ausscheidungslauf lief mir sehr gut. Nach dem Start konnte ich mich in jeder Runde verbessern und wurde schliesslich 10.

Nun begann das grosse Zittern um die Einteilung in das Finale A; denn nur die besten 14 Fahrer des B-Finales dürfen an der Europameisterschaft teilnehmen.

Endlich erfuhren wir das Ergebnis: „Juhu! Als 33. gerade noch im A-Finale! Ich kann an der Europameisterschaft in Zuera /Spanien teilnehmen!“
So konnte ich beruhigt ins Finale A starten.

Während des Tages hatte sich die Piste ständig verändert und Paolo musste die Chassis-Einstellungen laufend anpassen. So hoffte ich, dass es für das Finale gut eingestellt war.

Im Finale musste ich vom 33.Platz starten. Wir hatten zwei Einlaufrunden um die neuen Pneus noch einzufahren. Den Start ging ich verhalten an, da man von so weit hinten die Fahrer vor einem im Auge behalten muss. Die offenen Passagen konnte ich gut ausnutzen, um nach vorne zu kommen. Das Chassis lag super und es machte richtig Spass, dieses Rennen zu fahren. Ich kämpfte mich stetig nach vorne und belegte am Schluss den 18.Rang von insgesamt 63 Fahrern. Mein Mechaniker Paolo klopfte mir am Ziel auf die Schulter: „Hai fatto bene. Complimenti!”.

Weitere Infos unter www.flaviomathys.ch