Foto Gallerie
Karting.ch Foto Gallerie
Karting
Rennbericht Schweizer Kartmeisterschaft, Mirécourt 30. Mai 2010
Wetterglück und spannende Rennen
(doidolino) Zum zweiten Renntag der ASS Schweizer Kartmeisterschaft gastierte die eidgenössische Kart-Elite in der französischen Lorraine. Auf dem topmodernen Circuit International Epinal-Mirécourt wurde einmal mehr um Punkte für die aktuelle Meisterschaft gerungen, wobei sich die misslichen Wetterprognosen glücklicherweise nicht bewahrheiteten – sämtliche Rennen konnten auf trockener Piste absolviert werden. Die Fahrerinnen und Fahrer dankten es mit grossartigen und kämpferischen Rennen, wobei insbesondere die Supermini-, KF2- und KF3-Wettkämpfe an Spannung kaum mehr zu überbieten waren. Als Finalsieger freuten sich Loic Vindice (Supermini), Yves Von Aesch (KF2, Kevin Gyr (KZ2), Matheo Tuscher (KF3) und Levin Amweg (Sport 125), ausserdem Kevin Jörg als Gewinner der Junior-Wertung. Ein dickes Lob gehört auch dem organisierenden Berner Kart Racing Club, welcher die Veranstaltung professionell und souverän zum Erfolg führte.



Supermini: Loic Vindice neuer SM-Leader
Schon das Qualifying lässt erahnen, dass uns das Supermini-Feld heute noch ziemlich in Atem halten dürfte. Selten präsentierte sich die Leistungsdichte bei den jüngsten Nachwuchspiloten dermassen eng. Nicht weniger als 8 Pilotinnen und Piloten umrunden den anspruchsvollen Circuit im Zeitfahren innerhalb von eineinhalb Zehntelssekunden, wobei Gjergj Haxhiu die Pole hauchdünn vor Justin Meichtry erringen kann.

Erwartungsgemäss kann denn auch im ersten Wertungslauf keiner der Heisssporne auf und davon fahren. Haxhiu behauptet zwar die Führung, doch an seinem Heck klebt der ganze Verfolgerschnellzug. Einer macht dennoch besonders auf sich aufmerksam – Antonio Barone will sich mit seinem anfänglichen fünften Platz nicht zufrieden geben. Auch wenn eigentlich gar kein Platz im dicht fahrenden Pulk vorhanden scheint, schafft er es dennoch, sich Runde um Runde eine Position nach vorne zu quetschen. Bald schnuppert er denn auch unmittelbar an Haxhius Auspuff und macht sich drauf und dran, diesem die Führung abzujagen. Kurzzeitig gelingt dies mit einem perfekt getimten Angriff im Infield, doch Gjergj kontert unerschrocken und presst sich wenige Kurven später wieder an die Spitze. Das Spiel wiederholt sich nun, mehrmals pro Runde wechseln sich die beiden als Leader ab. Doch auch die Gegner lassen nicht locker, plötzlich schiebt Fabienne Wohlwend ihren Spoiler in Front. Die Gangart wird nun härter, jeder im Spitzenpulk sieht die Möglichkeit zum Sieg. Die letzte Runde bricht an. Wieder ist Haxhiu vorn, Barone attackiert nun mit der Brechstange und schiebt Gjergj neben die Strecke. Dieser kürzt ab und überquert die Ziellinie wohl als Erster, doch umsonst. Der Rennleitung bleibt nichts anderes übrig, als Gjergj ans Ende des Klassements zu setzen. Fabienne Wohlwend freut sich indes über den Sieg, während Antonio Barone seinen vermeintlichen zweiten Platz ebenfalls durch einen Strafe (+10 sec) zunichte gemacht sieht.
Aber noch ist der Renntag jung, zwei weitere Rennen stehen an, um die Scharten auszuwetzen. Ob der zweite Vorlauf wohl ähnlich umkämpft verlaufen sollte? Haxhiu und Barone dürften vollen Angriff fahren, um wieder nach vorne zu fahren. Die Antwort gibt der Nachwuchs umgehend auf der Strecke. Schon der Start verläuft umkämpft, wobei Fabienne Wohlwend gehörig unter die Räder kommt und von der Spitze bis zum fünften Platz abrutscht. Dafür schwingt sich nun Loic Vindice zu Höchstform auf. Der junge Romand fährt als obs kein Morgen gäbe und fährt gar eine Lücke auf seine Verfolger heraus. Dahinter ballt sich erneut ein Grupetto zusammen, wobei Antonio Barone nach sensationellem Start vorerst die erste Verfolgerposition einnimmt. Doch Justin Meichtry und Fabrizio Reich machen ihm diese mit allen Mitteln streitig. Barone verteidigt sich geschickt, doch schliesslich presst sich Reich im Infield vorbei. Von hinten naht nun auch noch Haxhiu, der sich ebenfalls durchs ganze Feld gepflügt hat. Rad an Rad biegt das Quartett in die letzte Runde ein, gar nebeneinander preschen Reich, Barone, Meichtry und Haxhiu auf die Zielgerade. Vindice wird ungefährdet als Sieger abgewunken, während Reich wenige Zentimeter vor Meichtry, Barone und Haxhiu über die Ziellinie jagt. Was für ein Rennen!

Es ist Nachmittag in Mirécourt, dunkle Wolken brauen sich über dem Renngelände zusammen. Eine perfekte Ambiance für das dramatische Finale. High Noon in der Lorraine – knisternde Spannung vor dem Start. Und es geht los. Vindice wirft sich aus der Pole als Führender in die erste Kurve. Reich und Meichtry kleben an seinem Heck, wie auch Yoshindo Baumgartner. Das Quartett braust dicht gedrängt um den Kurs, wobei man sich vorerst gegenseitig belauert. Doch in Runde macht Reich ernst. Ein trockener Angriff im Infield bringt ihm die Führung, doch Vindice nimmt dies nicht so einfach hin. Die schnelle Zielgerade bietet Windschatten, am Ende der Gerade ein kurzes Ausscheren, und schon liegt Loic wieder vorn. Reich versucht es wenig später erneut, doch Loic ist nun gewarnt. Gekonnt verteidigt er die Spitze gegen alle Angriffe, während sich Fabrizio stets auch nach hinten gegen den aufsässigen Justin Meichtry absichern muss. Zudem schiebt sich auch Haxhiu ständig näher heran, doch schliesslich beendet die Zielflagge ein erneut hochspannendes Rennen. Vindice, Reich und Meichtry strahlen vom Siegerpodest, während Haxhiu knapp leer ausgeht. Besonders schmerzen dürfte Gjergj, dass ihn Vindice mit dem heutigen Punktemaximum auch von der Spitze des Gesamtklassements verdrängt. Doch das letzte Wort ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen, das Supermini-Feld wird uns auch bei den nächsten Rennen gewiss mit weiteren dramatischen Rennen bestens unterhalten!

KF2: Von Aesch verteidigt die SM-Führung

Nach dem Total-Erfolg beim Auftaktrennen in Pavia reist der Seeländer Swisshutless-Pilot Yves von Aesch als Führender nach Frankreich. Ob Yves die Tabellenspitze in der Lorraine wohl verteidigen kann? Als stärkster Herausforderer profiliert sich erneut Pascal Eberle, der von Aesch im Qualifying alles abfordert. Dennoch powert sich Yves auf die Pole, allerdings lediglich 15 Tausendstelssekunden vor Eberle. Die Konkurrenz verliert dann doch schon über zwei Zehntel auf das entfesselte Duo.

Der erste Vorlauf wird gestartet, Von Aesch biegt als Leader in die erste Runde ein. Doch Eberle und auch Marc Freimann blasen zum Halali auf den Führenden. Mehrere Runden lang verteidigt Yves die Spitze, Eberle und Freimann lassen jedoch nicht locker. Zum Rennende hin wächst der Druck weiter an und Eberle findet im Infield schliesslich die Lücke, um an Yves vorbei zu ziehen. Auch Freimann folgt wenig später nach, muss sich anschliessend aber mit Händen und Füssen wehren, um die wilden Konter von Aesch’s abzuwehren. Eberle jagt als Erster über die Ziellinie, knapp vor Freimann und von Aesch. Kunz, Gervasoni und Allemann folgen mit Respektabstand auf den nächsten Plätzen.
Männiglich erwartet auch für den zweiten Vorlauf dieselben Verdächtigen an der Spitze. Doch Serienmeister Ken Allemann streut nun Pfeffer in die Suppe. Mit einem Blitzstart katapultiert sich Ken vom sechsten Startplatz aus nach vorne. Einzig Eberle vermag dem anstürmenden Birel-Haudegen die Stirn zu bieten, der nun allerdings die Verfolger etwas einbremst. Eberle nutzt die Gunst der Stunde, um sich allein an der Spitze fahrend aus dem Staub zu machen. Allemann behauptet sich rundenlang auf P2, kann dabei aber das Handicap aus mangelndem Grip seines Karts nicht verhehlen, hinter ihm staut sich der Verkehr fast wie an Ostern vor dem Gotthard. Tapfer hält Ken die Position, einzig Marc Freimann vermag sich im Infield rechts an Allemann vorbei zu bremsen, die übrigen Piloten erhalten bis ins Ziel keinen Passierschein. Im Ziel lautet die Reihenfolge schliesslich Eberle vor Freimann, Allemann, Von Aesch und dem ebenfalls stark fahrenden Steve Löwe.
Zum abschliessenden Finale formieren sich die Favoriten um den Tagessieg erneut an der Spitze des Startfeldes. Eberle startet vor Freimann, Von Aesch und Allemann. Noch hält sich der seit langem drohende Regen vornehm zurück, einzig ein paar Tropfen finden den Weg auf die Piste. Das Feld lässt sich davon nicht beirren, Eberle verteidigt die Führung vor von Aesch. Einzig Freimann gerät in der ersten Runde in Not und rumpelt zwischenzeitlich über den Acker, findet aber den Weg mit einigem Zeitverlust doch wieder zurück auf den Asphalt. Auf Platz sieben abgerutscht dürften seine Ambitionen auf einen möglichen Sieg dann aber doch arg geschmälert sein. Freimann gibt jedoch nicht auf und kämpft sich mit schnellen Rundenzeiten langsam aber sicher wieder nach vorn. An der Spitze duellieren sich derweil Eberle und Von Aesch, wobei die Führung zwischenzeitlich mal zu Von Aesch wechselt. Doch sein St.Galler Herausforderer kontert umgehend. Nun scheint Yves‘ Kampfgeist aber erneut mächtig angestachelt zu sein. Erneut presst sich der Seeländer im Infield an Pascal vorbei und lässt diesem nun keine Gelegenheit mehr, seinerseits zurückzuschlagen. Mehr noch, von Aesch fährt nun gar einen kleinen Vorsprung heraus und braust schliesslich ungefährdet zum Tagessieg. Eberle sieht sich indessen vom immer näher rückenden Marc Freimann bedrängt, den seine tolle Aufholjagd hochverdient doch noch aufs Podest bringt. Die Zielflagge vereitelt allerdings Freimanns Ambitionen, allenfalls gar noch weiter vorzurücken. Mit Von Aesch, Eberle und Freimann stehen schliesslich die drei klar stärksten Fahrer des Tages verdient auf dem Podest. Am meisten freut sich wohl Yves von Aesch, der mit dem Finalsieg auch seine Meisterschaftsführung behauptet.

125 Sport / Junior: Siege für Amweg und Jörg
Schon der Blick auf das Meisterschafts-Zwischenklassement macht die Kräfteverhältnisse in der Kategorie 125 Sport deutlich. Levin Amweg führt die Wertung vor Patrick Näscher an. Die beiden Favoriten setzen sich denn auch im Qualifying deutlich durch und packen praktisch allen Gegnern eine halbe Sekunden und mehr oben drauf.

Männiglich erwartet daher einen Sololauf der beiden Tony-Fahrer. Doch nach dem Start liegt überraschend Kurt Wenger in Front, der sich aber nicht lange darob freuen kann. Ein Rempler seiner Verfolger schiebt ihn auf die Randsteine, wo sich Wenger gleich auch noch die Kette abstreift. Enttäuscht rollt der Gillard-Pilot im Infield neben die Strecke. Levin Amweg hat inzwischen standesgemäss die Führung übernommen, doch erneut bahnt sich Unheil über dem Leader zusammen – Levins Stossstange hängt schief und schleift über den Asphalt. Die Rennleitung zückt bald die technische Flagge und holt Amweg von der Strecke. Indessen übernimmt Patrick Näscher die Führung. Ob ihm wohl mehr Glück beschert ist? Ja, Näscher bleibt bis ins Ziel souverän auf der Strecke und überquert die Ziellinie mit riesigem Vorsprung vor Elio Hahn und Antonio Alvaro, der sich rundenlang mit dem aufsässig fahrenden Stefan Dudler herumschlägt und am Ende die Nase vorne hat. Pech haben indes Patrick Wolf und Isabelle von Lerber, die sich bereits in der Startphase mit Crash bzw. Dreher um sämtliche Chancen auf ein Spitzenergebnis gebracht sehen. Erwähnenswert ist an dieser Stelle aber auch noch der Weesener Kevin Jörg, der die Junior-Wertung für sich entscheidet. Naja, er ist schliesslich auch der einzige Starter in dieser neuen Kategorie, nachdem in Pavia noch drei Piloten anwesend waren.

Der Start zum zweiten Rennen verläuft weniger turbulent als im ersten Vorlauf. Näscher verteidigt seine Führung vor Elio Hahn und Antonio Alvaro, während sich Levin Amweg vom Ende des Feldes auf die Verfolgung seiner Vorderleute macht. Schon am Start macht Levin viele Plätze gut. Auch in den folgenden Runden macht Levin nicht lange Federlesens, in Runde drei hängt der Favorit schon im Heck des Führenden Patrick Näscher. Ein paar Kurven lang sucht Levin nach der geeigneten Überholstelle, die er dann im Infield auch bald findet. In Kurve drei presst sich Levin an seinem Tony-Kollegen vorbei und lässt diesen mit unwiderstehlicher Fahrt auch gleich deutlich hinter sich. Mit einer Solofahrt fährt Levin nun einem standesgemässen und souveränen Sieg entgegen, während Näscher ebenso deutlich den zweiten Platz sichert. Die folgenden Plätze gehen an Antonio Alvaro, Elio Hahn und Kurt Wenger.

Zum Finale formieren sich Näscher, Hahn, Alvaro und Amweg in den ersten beiden Startreihen. Als die Ampel auf Grün springt gelingt beschleunigt Hahn am schnellsten, ihm gehört dann auch die erste Kurve. Alvaro hingegen dreht sich in eben dieser und fällt damit aus der Entscheidung um die Spitzenplätze. Hahn hingegen behauptet sich vorerst in Front, spürt aber bereits Amwegs heissen Atem in seinem Genick. Und Amweg weiss genau, wo er problemlos überholen kann, erneut wählt er dazu die Kurve 3. Kaum ist Amweg an Hahn vorbei enteilt er wie schon im zweiten Vorlauf und fährt überlegen dem Finalsieg entgegen. Hahn duelliert sich derweil noch mit Näscher, der sich aber schliesslich ebenfalls durchsetzt. Doch Hahn bleibt aufsässig an Näscher dran, mehr noch, gegen Rennende attackiert der Thurgauer gar nochmals vehement – im Ziel bleibt Näscher aber mit wenigen Zentimetern Vorsprung auf der glücklichen Seite. Das Podest gehört also Levin Amweg, Patrick Näscher und Elio Hahn, während Kurt Wenger und Isabelle von Lerber das Podium knapp verpassen.
Kevin Jörg bucht seinerseits die Maximalpunkte für den Sieg in der Junior-Wertung. Leider geht diese Kategorie in der abschliessenden Siegerehrung vergessen – der einzige Makel in der ansonsten souveränen Organisation des Berner Kart Racing Club. Bleibt zu hoffen, dass bei künftigen SM-Rennen wieder sämtliche Kategorien die Siegerehrung zelebrieren dürfen.

KF3: Unwiderstehlicher Matheo Tuscher
Zu den Highlights unter den SM-Rennen zählen in den vergangenen Jahren stets auch die Rennen der KF3-Klasse. Auch 2010 gehört diese Kategorie zu den umkämpftesten Wettbewerben. In der aktuellen Saison sorgen insbesondere Mathéo Tuscher, Alain Valente, Shaun Vogel, Randy Berglas und auch Annika Lundin für die Musik. Das Qualifying gewinnt diesmal Valente vor Tuscher, Vogel und Berglas.
Die ersten vier des Zeitfahrens nehmen auf der Strecke sogleich das Heft in die Hand, während Annika Lundin in der ersten Runde weit zurück fällt. Das Spitzenquartett umrundet den Kurs dicht gedrängt mit Valente als erstem Leader. Doch insbesondere Vogel scheint Valente die Spitzenposition nicht zu gönnen, er zeigt sich in jeder Kurve aufsässig und presst sich gegen Rennhälfte schliesslich an Alain vorbei in Führung. Auch Tuscher folgt wenig später nach, während Berglas gegen Rennende den Kontakt etwas abreissen lassen muss. Doch die Spannung wird deswegen nicht geringer, das Führungstrio hätte bis zum Fallen der Zielflagge fast unter einem Handtuch Platz. Valente schiebt sich kurz vor Schluss nochmals an Tuscher vorbei, doch dieser schlägt zurück und braust hinter Vogel doch als Zweiter über die Ziellinie. Hinter dem viertplatzierten Berglas dauert es ein Weilchen, bis Nikolaj Rogivue und Felix Nilsson auf den nächsten Plätzen das Ziel erreichen. Lundin hingegen muss sich schliesslich mit Platz acht begnügen.

Auch der zweite Vorlauf wird vom Spitzenkampf zwischen Vogel, Valente, Tuscher und Berglas geprägt. Das Quartett schenkt sich wiederum nichts, Vogel, Valente und Tuscher wechseln sich als Leader ab. Einzig Berglas vermag über die Distanz das Tempo nicht ganz zu halten und muss erneut abreissen lassen. Der Sieg geht schliesslich an Mathéo Tuscher vor Alain Valente und Shaun Vogel.
Nach den tollen Vorläufen wartet man gespannt auf eine Fortsetzung im Finale. Erneut formiert sich eine Spitzengruppe mit denselben Fahrern. Tuscher gewinnt das Startduell, doch Vogel schlägt im Infield zurück. In Runde zwei prescht jedoch erneut Tuscher als Erster über die Zielgerade und vermag nun einen kleinen Vorsprung heraus zu arbeiten. Vogel verteidigt sich gegen einen aufsässig fahrenden Valente, doch in Runde fünf schlüpft der Swisshutless-Fahrer an seinem Topkart-Gegner vorbei. Valente fährt sich nun wie Tuscher ebenfalls frei, während sich die Positionskämpfe um Rang drei intensivieren. Vogel spürt Berglas im Nacken, und auch Dominik Fischli dreht im weiteren Rennverlauf mehr und mehr auf. Der Kampf wogt hin und her, Berglas schlüpft schliesslich an Vogel vorbei und fährt nun auf Podestkurs. Doch für Vogel ist die Sache damit noch nicht ausgestanden, auch Fischli macht sich nun über den Blondschopf her und ringt diesen kurz vor Schluss ebenfalls nieder. Dabei gerät Vogel von der Ideallinie, was auch Luis Mahlknecht und Annika Lundin erlaubt, einen Platz gut zu machen. Am Ende rutscht Vogel also gar noch auf P7 ab, ein schlechter Lohn für eine insgesamt tolle Darbietung. Als Sieger jubelt indes Matheo Tuscher vor Alain Valente und Randy Berglas vom Podest. Valente verdrängt zudem mit seinem zweiten Platz auch die bisher führende Annika Lundin von der Spitze des Meisterschafts-Zwischenklassements.

KZ2: Kevin Gyr beisst sich zum Sieg

Nun ist die Reihe an den schnellen Schaltkarts, von denen sich leider nur noch sieben Stück in Mirécourt einfinden. Naja, man kann alles auch positiv betrachten – damit bleibt jedem Piloten halt umso mehr Platz auf der Strecke, um sich auszutoben. Zwei Fahrer stechen bereits im Qualifying heraus – Kevin Gyr und Marco Bellanca nehmen ihren Gegnern schon im Qualifying 3 Zehntel und mehr ab, auch Mitfavorit Kevin Lüdi kommt mangels Traktion vorerst noch nicht wie gewünscht auf Touren. Mit Startplatz drei bleibt er indes auf Tuchfühlung mit der Frontreihe.
Von den Quali-Dominatoren vermag indes vorerst nur Bellanca seinen Speed auch im Rennen umzusetzen, denn Kevin Gyr verhaut seinen Start zum ersten Vorlauf gleich mächtig. Als sein Kart endlich Fahrt auf nimmt kommt er zudem auch noch Kevin Lüdi in die Quere. In der Folge rutschen die beiden Streithähne bis ans Ende des Feldes zurück. Bellanca jagt vorne mit Siebenmeilenstiefeln auf und davon, dahinter nistet sich zuerst Fabian Stutz vor Marco Büchli auf den ersten Verfolgerplätzen ein. Doch die beiden bleiben nicht lange unbehelligt, denn Kevin Lüdi dreht nun mächtig am Gas und schnappt sich Gegner um Gegner. Seine fulminante Aufholjagd bringt in nach wenigen Runden auf P2. Mehr liegt nicht drin, denn Bellanca ist inzwischen nur noch als winziger Punkt am Horizont sichtbar. Die Zielflagge winkt den SM-Leader schliesslich als Ersten ab, Lüdi, Büchli und Gyr folgen auf den nächsten Plätzen.

Das Feld formiert sich zum zweiten Rennen. Quali-Sieger Kevin Gyr brennt darauf, die Scharte aus Vorlauf 1 auszuwetzen. Schon beim Start zischt der Tony-Pilot wie von einem Katapult beschleunigt los, einzig Bellanca vermag sich noch vor Gyr in die erste Kurve zu retten. Dafür rutscht Kevin Lüdi auf P4 ab, während Marco Büchli vorerst seine dritte Position zu verteidigen vermag. Bald schon fängt ihn Lüdi aber erneut ab und hievt sich auf P3. Vorne geht inzwischen aber die Post ab. Bellanca und Gyr zeigen ein hochstehendes Duell um die Führung. Runde um Runde steigert Gyr den Druck auf seinen Widersacher, bis es in der zweiten Rennhälfte schliesslich soweit ist – Gyr presst sich am Ende der Zielgeraden auf der Bremse an seinem Gegner vorbei in Front. Mit viel Schwung reisst der Schwyzer sogleich eine kleine Lücke auf und jubelt verdient über den Sieg im zweiten Vorlauf. Hinter Bellanca erreicht Lüdi das Ziel erneut als Dritter vor Marco Büchli, Sébastian Luisier und Fabian Stutz.

Nun geht’s um die Wurst oder besser gesagt um den Pokal für den Tagessieg. Erneut starten Bellanca und Gyr aus der Frontreihe. Der Start gelingt einwandfrei, Bellanca bleibt vorerst an der Spitze. Gyr muss vorerst auf einen Angriff auf die Spitze verzichten und sich vielmehr nach hinten absichern, wo ihm Kevin Lüdi intensiv auf die Pelle rückt. Doch Gyr ist heute deutlich stärker als Lüdi, dessen Angriffe nur von kurzer Dauer sind. Gyr macht nun Hatz auf den Leader und zieht in seinem Windschatten auch Lüdi nochmals näher an Bellanca heran. Doch dann gehört die Bühne wieder ausschliesslich Bellanca und Gyr. Analog zum zweiten Vorlauf umkreisen die beiden den Kurs in inniger Nähe. Gyr zeigt sich am Ende der Zielgeraden das eine oder andere mal neben Bellanca, der jedoch vorerst erfolgreich dagegen hält. Schliesslich ist Marco in Runde 14 aber dann doch etwas gar spät auf der Bremse, was ihn in Kurve 1 in eine etwas weitere Linie zwingt. Gyr lässt sich natürlich nicht zweimal bitten und schlüpft innen durch. Damit ist das Rennen entschieden, Bellanca vermag dem entfesselt fahrenden Gyr nichts mehr entgegen zu setzen. Auch Lüdi begnügt sich nun mit dem ungefährdeten dritten Platz, der ihn immerhin aufs Podium bringt.
Bei der Pokalübergabe stehen schliesslich nur Bellanca und Lüdi auf dem Treppchen. Sieger Kevin Gyr ist bereits wieder abgereist, um für die aktuellen Lehrabschluss-Prüfungen zu büffeln. Tja, wenn er mit dem Prüfungsstoff ebenso effizient wie mit dem Kart umzugehen weiss, dann wird Kevin die LAP wohl mit einer Glanznote abschliessen. Kevin, wir wünschen Dir dabei ebenfalls viel Erfolg!

Bis zum nächsten Rennen
Euer Doidolino

Ranglisten

Supermini
KF3 Junior
KF2 Elite
KZ2 Schaltkart
Sport 125