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Rennbericht 10. Rotax World Finals, Sharm el Sheik / Sa 12. Dezember 2009
Weltmeisterliche Vorstellung
(doidolino) Nun ist er da, der grosse Finaltag an den 10. Rotax Grand Finals in Sharm el Sheikh. Auch wenn die Schweizer nach der gestrigen Pechsträhne leider nicht mehr ins Lenkrad greifen dürfen, so gehört ihnen doch nochmals ein unvergesslicher Moment inmitten des pulsierenden Grossanlasses. An der grossartigen Drivers Presentation wird auch dem unglücklich kämpfenden Trio ein warmer Applaus des zahlreich aufmarschierten Publikums zuteil.

Doch nun wird die Start/Ziel-Gerade wieder geräumt, um Platz zu schaffen für die mit Spannung erwarteten Finalrennen. Als erste übernehmen erneut die Junioren das Szepter. Aus der Frontreihe starten Kronfavorit Edward Brand und sein englischer Landsmann Matthew Parry. Brand katapultiert sich auch als Führender durch die erste Kurve, doch dahinter setzt sich der junge Japaner Ukyo Sasahara hartnäckig an Brand’s Heck. Wie ein Schatten folgt Ukyo dem Leader nach, ohne aber vorerst ernsthaft zu attackieren. In Runde 17 langt der neue Star aus dem Land der aufgehenden Sonne Ende Zielgerade aber ernsthaft zu und presst sich an Brand vorbei in Führung. Brand scheint über das unerwartete Manöver so perplex, dass sich auch Matthew Parry wenig später an Brand vorbeibremsen kann. Der neue Junior-Weltmeister heisst als Ukyo Sasahara, für die favorisierten UK-Piloten bleiben nur die Ehrenplätze.

In der Rotax Max Klasse scheint die Ausgangslage für den Finallauf klar, zu überlegen agierte der Brite Luke Varley in allen bisherigen Rennläufen. Aus der Pole startend dürfte er das Rennen kontrollieren, sofern beim Start nichts dazwischenkommt. Doch genau diese Taktik scheinen sich seine Gegner zurecht gelegt zu haben, denn Matthew Hamilton (NZL) quetscht sich in der ersten Kurve an Varley vorbei. Auch der Este Mario Vendla schlüpft durch, Varley sieht sich plötzlich in der ungemütlichen dritten Position wieder, wobei von hinten weitere Fahrer nachdrängen. Aber Varley lässt sich nicht lange lumpen und greift die beiden Spitzenfahrer sofort wieder an. Dabei kommt ihm Vendla gar noch zu Hilfe, denn dessen Angriff auf Leader Hamilton am Ende der Zielgeraden bremst die zwei Streithähne leicht ein, Varley schlüpft mit Speed-Überschuss in der folgenden Steigung locker vorbei und übernimmt die ihm zustehende Führungsposition. Nun ist der Mist geführt, Varley setzt sich rasch von den Verfolgern ab und fährt dem erwarteten WM-Titel entgegen. Dahinter bahnt sich aber eine Sensation an. Der Österreicher Sandro Lukovic, aus Startplatz 29 ins Rennen gegangen, pflügt unwiderstehlich durchs Feld und nähert sich in der Schlussphase des Rennens gar der Spitze. In der letzten Runde liegt Lukovic hinter dem drittplatzierten Hamilton und bremst sich tatsächlich an diesem vorbei. Doch aus dem vermeintlichen Podestplatz wird dennoch nichts, die Rennleitung disqualifiziert den Österreicher nachträglich wegen Untergewicht. Zu Weltmeister Varley gesellen sich also doch Vendla und Hamilton aufs Podium.

Abschliessend steht das Rennen der DD2-Klasse auf dem Programm. Ralph Odendaal, der Dominator sämtlicher Trainings und Quali-Heats, startet seiner Favoritenrolle gemäss aus Pole, daneben steht überraschend der deutsche Meister Denis Thum. In Reihe zwei lauern mit Cody Hodgson (USA) und Christophe Huibers (BEL) zwei nicht zu unterschätzende Gegner, ausserdem droht Gefahr auch von Odendaal’s Landsmann Caleb Williams (Startplatz 7), der in den bisherigen Wertungen Ralph’s Speed mitzugehen vermochte. Der Start wird freigegeben, Odendaal bleibt vorn, während Thum auf der Aussenbahn in Schwierigkeiten gerät und einige Plätze einbüsst. Hodgson rückt auf P2 vor, dahinter quetscht sich Williams schon auf die dritte Position. Odendaal, Hodgson und Williams setzen sich rasch vom Feld ab, das Trio harmoniert perfekt. Ohne jegliche Attacken schaffen sich die drei komfortabel Luft auf alle andern Verfolger. Doch die Ruhe dürfte nicht lange dauern, jeder der drei will Weltmeister werden. Williams bläst fünf Runden vor Schluss als Erster zum Angriff. Schon auf der Zielgeraden bereitet er die Attacke vor, legt sich seine Gegner perfekt zurecht und powert sich auf der Steigung in Front. Routiniert wehrt Caleb alle Konter ab und pfeilt jubelnd als Sieger und neuer DD2-Champion über die Ziellinie. Odendaal freut sich mit Caleb über den Doppelsieg, und auch Hodgson wirkt nicht unzufrieden über seinen schönen dritten Rang. Ein strahlendes Siegerpodest zum Abschluss eines hervorragenden Renntages.

Shalem Aleikum aus Sharm el Sheikh

Euer Doidolino


Rotax Max World Final 2009
Sieger Kategorie Rotax Max Junior - 1. Ukyio Sasahara (JAP) / 2. Matthew Parry (UK) / 3. Edward Brand (UK)

Rotax Max World Final 2009
Sieger Kategorie Rotax Max Challenge - 1. Luke Varley (UK) / 2. Mario Vendla (EST) / 3. Sandro Lukovic (A)

Rotax Max World Final 2009
Sieger Kategorie Rotax Max DD2 - 1. Calem Wiliams (SA) / 2. Ralph Odendaal (SA) / 3. Cody Hodgson (USA)