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Rennbericht 10. Rotax World Finals, Sharm el Sheik / Fr. 11. Dezember 2009
Frühes Ende der World Finals – alle Schweizer out
(doidolino) Am zweiten Renntag fallen mit den letzten Quali-Heats die Entscheidungen über den direkten Einzug ins grosse Finale. Von den drei Schweizer Piloten dürfen sich Tobias Widmer (DD2) und Joel Burgermeister (Rotax Max) noch Chancen ausrechnen, doch beide benötigen nochmals ein solides Ergebnis, um den Sack definitiv zuzumachen. Jonas Rodrigues hingegen bleibt der harte Gang in die Repechage nicht erspart, nachdem er gestern zweimal neben der Strecke gelandet war und die nominell beste Ausgangslage aller Schweizer somit nicht nutzen konnte. Doch Jonas ist gewillt, wenigstens im letzten Quali-Rennen nochmals seinen Möglichkeiten entsprechend in die Top Ten zu fahren.

Race 14: Qualifying Heat Junior MAX (B+C): Rodrigues in den Top Ten
Die Enttäuschung aus den beiden missglückten Donnerstags-Heats hatte nun bei Jonas Rodrigues eine Nacht lang Zeit, sich zu setzen. Frisch motiviert stellt sich der Vaudois der Herausforderung des dritten und letzten Quali-Laufs. Auf der Innenbahn der sechsten Startreihe powert sich Jonas geschickt an einigen Gegnern vorbei und liegt im ersten Umlauf bereits auf Position sechs. Doch der Este Aavo Talvar und der ungarische Junior-Champion Ferenc Kancsar setzen sich aufsässig an Rodrigues‘ Heck. Talvar findet in Runde fünf im Infield die Lücke, während Kancsar vorerst vergeblich versucht, am Schweizer vorbei zu ziehen. Gegen Rennende verstärkt der Ungare den Druck nochmals und presst sich zwei Kurven vor der Zielflagge doch noch vorbei – Rodrigues beendet das Rennen als guter Achter. In der Gesamtrechnung kommt Jonas auf 66 Punkte und belegt damit den 44. Rang aller Konkurrenten. Damit wird er den Hoffnungslauf auf Startposition 16 in Angriff nehmen und dürfte viel Glück benötigen, um in die ersten sechs Ränge und damit doch noch ins Finale zu fahren.


Race 16: Qualifying Heat Rotax MAX (B+C): Burgermeister nach Startcrash out
Mit Hochspannung wird der abschliessende Quali-Lauf der Rotax Max Kategorie erwartet. Joel Burgermeister hat nach zwei kampfstarken Rennen wieder Hoffnung geschöpft, die Finalteilnahme mit einem weiteren soliden Rennen zu realisieren. Vom 22. Startplatz aus nimmt Joel das Rennen in Angriff, gewillt, schon beim Start wieder ein paar Plätze gutzumachen. Doch diesmal geht der Plan nicht auf. Eine Massenkarambolage reisst auch den Ostschweizer schon in der ersten Kurve aus dem Rennen, mit einer arg verbogenen Spurstange und losgerissenem Frontpanel ist an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Sichtlich enttäuscht muss Joel vom Pistenrand aus zusehen, wie der Holländer Mike Joossens zum Sieg fährt. In der Gesamtwertung aller Quali-Heats rutscht Joel mit seinem Ausfall ebenfalls weit zurück, als 43. verpasst er das Finale schliesslich deutlich und wird im Hoffnungslauf am Nachmittag als 15. starten. Ob er wohl die für die Finalteilnahme nötigen neun Plätze wird gutmachen können? Wir drücken jedenfalls jetzt schon die Daumen.

Race 17: Qualifying Heat DD2 (A+D): Widmer schon vor der Startlinie im Aus
Nach den beiden hervorragenden Donnerstags-Ergebnissen hat sich die Stimmung im Team Widmer nach dem enttäuschenden Zeitfahren wieder deutlich gebessert. Tobias liegt nach dem 11. und 13. Platz in aussichtsreichster Position für eine direkte Finalteilnahme. Die zwanzigste Startposition im dritten und entscheidenden Quali-Heat birgt aber auch viele Risiken, insbesondere im Startgetümmel. Und tatsächlich schlägt das Pech beim zweifachen Schweizer DD2-Meister zu – schon vor dem Passieren der Startlinie verkeilen sich mehrere Karts während der Beschleunigungsphase, Widmer wird in hohem Bogen von der Startgeraden katapultiert und schlägt neben der Strecke auf dem Boden auf. Der Schaden am Kart ist immens, eine Weiterfahrt unmöglich. Enttäuscht, aber glücklicherweise unverletzt muss Widmer zusehen, wie seine Konkurrenten das Rennen fortführen und der Südafrikaner und Topfavorit Ralph Odendaal auch sein drittes Rennen gewinnt. Durch den Ausfall rutscht Widmer in der Gesamtwertung weit zurück und verpasst mit dem 38. Platz die in greifbarer Nähe liegende Finalteilnahme. Widmers Hoffnungen liegen nun im 2nd Chance Heat vom späten Nachmittag, wo er alles daran setzen wird, einen der sechs Spitzenplätze zu belegen und somit am Samstag beim grossen Finale auch mit dabei zu sein.
Hoffnungsläufe: Alle Schweizer out!

Aufgrund der zahlreichen Rückschläge in den Qualifikationsläufen und der verpassten direkten Finalqualifikation sind alle drei Schweizer in den ungeliebten Hoffnungsläufen am Start, in jenen Rennen also, in denen der Erfolgsdruck am grössten ist. Nur gerade die schnellsten sechs Fahrer jeder Kategorie werden auch morgen Samstag noch mit dabei sein. Und leider bleibt das Pech auch in diesen Rennen hartnäckig an den Schweizern kleben – die Hoffnungsläufe werden zu Verzweiflungsläufen. Rodrigues greift als erster Eidgenosse aus der achten Startreihe nach dem dünnen Strohhalm, doch schon die erste Kurve knickt auch die letzten leisen Hoffnungen. Im Startchaos bleibt leider auch Jonas nicht unbehelligt und verliert aufgrund eines veritablen Staus viel Zeit. Als 22. kommt Rodrigues aus der Startrunde zurück, mit uneinholbarem Rückstand auf die Spitzengruppe. Doch das junge Kämpferherz schlägt noch, in den folgenden Runden schnappt sich der Waadtländer Gegner um Gegner und beendet das Rennen schliesslich ehrenvoll auf Platz 15.

Nun ist die Reihe an Joel Burgermeister, der die schwierige Aufgabe ebenfalls aus Reihe acht anpackt. Der Egnacher startet beherzt und scheint auf der Innenbahn vorstossen zu können, doch dann knallt ihm der nachfolgende Belgier Michel Cool ins Heck und dreht Joel’s Kart gegen die Fahrtrichtung. Mit Glück wird Burgermeister nicht von der vorbeijagenden Meute auf die Hörner genommen, aber das gesamte Feld zischt an ihm vorbei, bis er als Letzter wieder Fahrt aufnimmt. Mit dem Messer zwischen den Zähnen macht sich Joel daran, wenigstens eine tolle Abschiedsshow zu bieten, was ihm mit rund 10 Überholmanövern auch gelingt. Schliesslich winkt ihn die Zielflagge auf Position 19 ab, für Burgermeister sind die World Finals somit auch um einen Tag zu früh beendet, denn mit der nun gezeigten Pace wäre Joel im Finale bestimmt ein ernst zu nehmender Gegner gewesen.

Last but not least stellt sich DD2-Meister Tobias Widmer zum Start auf. Ob er wohl mehr Glück haben sollte als seine Vorgänger? Die Antwort folgt schnell – zu schnell. Kurve 1, inzwischen inoffiziell in „Schweizer Loch“ umgetauft, fordert erneut sein Opfer. Aus der neunten Startposition hält Widmer die Innenbahn, wird dann aber ebenfalls angeschoben und umgedreht. Enttäuscht biegt Tobias direkt ins Fahrerlager ab und gibt auf, während der Australier Jason Pringle dem Sieg entgegen fährt.

Im Schweizer Lager macht sich Ernüchterung breit – kaum jemand hätte ernsthaft damit gerechnet, dass die Finalläufe am Samstag ohne Schweizer Beteiligung stattfinden würden. Die Betreuer, allen voran Nationalcoach Ken Allemann, sind nun gefordert, die Geschehnisse zu analysieren. Nun freuen wir uns halt als neutrale Zuschauer auf spannende Finalrennen – und selbstverständlich auf die nächsten grossartigen World Finals 2010!