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Rennbericht 10. Rotax World Finals, Sharm el Sheik / Do 10. Dezember 2009
Start in die Qualifikations-Heats
(doidolino) Nach dem eher ernüchternden Abschneiden der Schweizer im Zeitfahren haben sich Joel Burgermeister, Tobias Widmer und Jonas Rodrigues für die nun folgenden Qualifikationsläufe einiges vorgenommen. Angriff heisst die Devise, um die für die Finalrennen nötigen Punkte doch noch einzufahren.


Race 2: Qualifying Heat Junior MAX (C+D)
Erneut geht Jonas als erster Schweizer auf die Strecke und macht sich aus der sechsten Startreihe fulminant über seine Vorderleute her. Fünf Plätze gewinnt Rodrigues in der Startrunde, und im zweiten Umlauf erscheint der junge Vaudois nach agressiver Fahrt gar auf Position vier, muss dafür aber auch eine Verwarnung der Rennleitung einstecken! Doch nun hängen auch die zuvor passierten Gegner wieder an seinem Heck, der Druck auf Jonas steigt rapide an. Bald büsst er wieder zwei Plätze ein, bevor es im fünften Umlauf dann knüppeldick kommt. Im Duell mit dem Kanadier Steven Szigeti dreht sich Rodrigues neben die Strecke und muss das ganze Feld vorbeipreschen lassen, bis er wieder Asphalt unter die Räder bekommt. Mit dem Messer zwischen den Zähnen hetzt Jonas wieder um den Ghibli-Raceway, am Ende reicht es aber trotz schneller Rundenzeiten nur noch für Rang 24, ein herber Rückschlag auf dem angestrebten Weg ins grosse Finale vom kommenden Samstag. Doch noch hat Jonas zwei Rennen vor sich, bei denen er aber nochmals den einen oder andern Platz gutmachen sollte, um in der Endabrechnung als Fixstarter im Finale Unterschlupf zu finden.

Race 4: Qualifying Heat Rotax MAX (C+D)
Nun ist die Reihe an Joel Burgermeister, der nach dem verpatzten Zeitfahren selbstkritisch eingestand, dabei an diesem wichtigsten Event seiner bisherigen Karriere just die schlechteste Fahrt der gesamten Saison geboten zu haben. Der international noch unerfahrene Egnacher scheint für einmal doch die Nervosität gespürt zu haben. Doch noch ist nichts verloren, der Erfolg lässt sich mit einer kampfstarken Vorstellung vielleicht erzwingen. Entsprechend agressiv startet Joel vom 21. Startplatz ins erste Quali-Rennen und übersteht die chaotische Startphase relativ unbeschadet, einzig sein rechter Seitenkasten zeigt Spuren einer heftigen Berührung. Dies hindert Joel aber nicht daran, nun seine Fähigkeiten auszuspielen. Platz um Platz kämpft sich der Ostschweizer nach vorn. In Runde fünf bereits auf P15 liegend legt Joel sich in der zweiten Rennhälfte auch noch Victor Pedrosa (USA) und Miguel Blanco (VEN) zurecht und ist nach zwei schönen Überholmanövern bereits Dreizehnter. Erst bei Hugo Oullette (CAN) findet Joel seinen Vorstoss gestoppt, der Kanadier behauptet sich im Infield in einem prickelnden Duell schliesslich gegen Joel, der mit P13 aber schlussendlich dennoch nicht unzufrieden ist. Noch zwei solche Läufe, und die Qualifikation fürs Finale dürfte gesichert sein.

Race 6: Qualifying Heat DD2 (C+D)
Ähnlich wie bei Joel Burgermeister präsentiert sich die Ausgangslage auch für DD2-Champion Tobias Widmer schwierig – mit der lediglich 40schnellsten Quali-Zeit nimmt Tobias die Quali-Heats aus der 10. Startreihe in Angriff. Doch schwierige Aufgaben sind dazu da, an ihnen zu wachsen, wie es Widmer im ersten Rennen deutlich zeigt. Mit einer starken Startphase gewinnt er bis zur dritten Runde nicht weniger als 6 Positionen, anschliessend nistet er sich in einer starken Verfolgergruppe ein, welche um den neunten Platz kämpft. Rad an Rad kämpft er mit Thoukidides (CYP), Joao Correia (POR), Brand (NL), Fleischmann (D) und Riccardo Correia (POR) und fährt schliesslich den hart erkämpften und für den Verbleib im Wettkampf wichtigen 11. Platz heraus. Auch Widmer zeigt damit auf, dass er die Finalteilnahme bei weitem noch nicht abgeschrieben hat, man darf sich jetzt schon auf die weiteren Rennen freuen.

Race 7: Qualifying Heat Junior MAX (A+C)
Nach dem missglückten Auftakt-Rennen von heute Vormittag brennt nun auch bei Jonas Rodrigues der Asphalt – der Rotax Junior-Schweizermeister darf sich keinen weiteren Patzer mehr erlauben, will er sich die realistische Chance auf die Finalteilnahme wahren. Doch das Glück ist Jonas auch bei seinem zweiten Start nicht wohlgesinnt. Auf der Aussenlinie startend wird der Waadtländer schon in der ersten Kurve abgedrängt und steigt am Hinterrad eines Gegners hoch. Fast das ganze Feld huscht an ihm vorbei, doch damit nicht genug des Unheils. Rodrigues‘ Frontplatte hat sich beim Zwischenfall losgerissen und steigt bei schneller Fahrt hoch. Dem Unglücksraben bleibt nichts anderes übrig, als schon in der zweiten Runde ins Fahrerlager abzubiegen, wo er das Rennen schliesslich aufgibt. Der Jubel bleibt anderen überlassen, wie z.B. dem Briten Edward Brand, der auch seinen zweiten Quali-Lauf als Sieger beendet und damit definitiv in die Kronfavoriten-Rolle im Kampf um den diesjährigen Titel schlüpft.

Race 9: Qualifying Rotax MAX (A+C)
Mit dem 13. Rang im ersten Quali-Heat hat Joel bereits bewiesen, dass er sich von seiner enttäuschenden Startposition keinesfall entmutigen lässt – auch im zweiten Rennen will Burgermeister wieder in die Nähe der Top Ten vorstossen. Doch denselben Gedanken dürften auch alle andern Piloten haben, welche das Rennen aus dem Mittelfeld in Angriff nehmen, entsprechend hektisch verläuft erneut der Start. Mit etwas Glück übersteht Joel die eine oder andere heikle Situation und vermag in der ersten Runde erneut vier Plätze gut zu machen. Doch zwei kleine Fahrfehler in Runde zwei und drei machen das Gewonnene wieder zunichte, Joel rutscht im dichten Pulk bis auf P25 ab. Aber Joel’s Kämpferherz schlägt noch immer, Runde für Runde schnappt er sich einen Gegner und wird schliesslich als 19. Abgewunken – ein eher schlechter Lohn für eine sehr kämpferische Leistung. Noch sind Joel’s Chancen intakt, im abschliessenden Rennen sollte nun aber ein Top Ten Ergebnis her, um die direkte Finalqualifikation zu realisieren. Wir wünschen Joel schon jetzt viel Glück für den entscheidenden Lauf morgen Vormittag.

Race 12: Qualifying Heat DD2 (B+D)
Nach dem Vorstoss auf Rang 11 im ersten Heat will Tobias Widmer auch im zweiten Rennen die Scharte aus dem Zeitfahren (Rang 40) ausmerzen. Vom zwanzigsten Startplatz aus dürfte Tobias auch genügend Gelegenheiten erhalten, seine Zweikampfstärke unter Beweis zu stellen. Gesagt, getan – schon in der ersten Runde powert sich Widmer auf Position 16 nach vorn. Im zweiten Umgang schnappt er sich den nächsten Gegner und setzt das Spiel munter fort. Auf Position 13 wird sein Vormarsch aber gestoppt, am Portugiesen Correia führt auch diesmal kein Weg vorbei, wie schon im ersten Rennen. Die Zielflagge winkt Tobias nach erneut guter Fahrt denn auch auf Platz 13 ab. Widmer darf damit weiterhin eine direkte Finalteilnahme anpeilen, wozu ihm am morgigen abschliessenden Qualifikationsrennen wohl ein 15. oder 16. Platz reichen dürfte. Dass er die Qualitäten dazu besitzt, hat Tobi heute ja bereits zweimal bewiesen. Also weiter so, und viel Glück für morgen!
Salem Aleikum aus Sharm el Sheikh

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