(doidolino) Der vierte Renntag in der aktuellen Kart-Schweizermeisterschaft bietet den Titelanwärtern erneut Gelegenheit, ihr Punktepolster anzuhäufen. Besonders eindrucksvoll gelingt dies der schnellen Churerin Michaela Caviezel, die mit dem Punktemaximum an Batista und Ducommun vorbei an die ICA-Tabellenspitze schnellt. Eine ebenso tadellose Vorstellung zeigen A-160 Pilot Philipp Folghera sowie Junior-Crack Pascal Eberle, der sich damit auch Meisterschaftsführung zurück erobert. Geradezu dramatisch verlaufen die Rennen der Mini-Klassen sowie der Schaltkart-Kategorie ICC 125 ccm – die Entscheidungen fallen erst auf den letzten Metern. Der Veranstalter Lugano Kart Team hatte sich mit Chiavenna den richtigen Ort ausgesucht. Während in der gesamten Schweiz regnerisches und kaltes Wetter herrschte erfreute sich der Karttross gleich hinter dem Splügenpass am herrlichen Sommerwetter – dem Nordföhn sei Dank. Die Pilotinnen und Piloten fanden denn auch ideale Rennbedingungen und eine hervorragende Organisation auf dem Rennplatz vor. Entsprechend heiss ging es denn auch in den Rennen zu und her.
ICA: Der Tag der Verfolger
Schon beim dritten Renntag in Pavia hatten die Verfolger des bislang souverän führenden Vorjahres-Champions Michaël Ducommun Morgenluft gewittert, als der Meister im Finallauf ausschied. Renan Batista, Michaela Caviezel und Michael Grabher rückten dem Leader bereits dichter auf den Pelz. In Chiavenna hofften sie, die Aufholjagd fortsetzen zu können. Schon im Qualifying und in den Vorläufen setzten sie dieses Vorhaben mit glänzenden Resultaten in die Tat um. Aufsehen erregte zudem das junge Rothrister Supertalent Fabio Leimer, der – neu auf Birel antretend –mit Pole und neuem Bahnrekord für die ersten Glanzlichter sorgte. Ducommun hingegen erlebte erneut einen schwarzen Tag – ein Unfall in Vorlauf 1 sowie die Disqualifikation wegen Untergewichts in Lauf 2 (Ducommun hatte kurzfristig das Chassis gewechselt und offensichtlich in der Eile nicht genügend Ballast eingebaut) liessen Ducommun gar die Finalqualifikation und somit jede Chance auf Punkte verpassen. Leimer und Caviezel zeigten keine Blösse und gewannen ihre Vorläufe souverän. Nun standen die beiden Finalläufe an – jetzt erst ging es um die Vergabe der begehrten Meisterschaftspunkte. Caviezel, Leimer, Batista und Grabher sorgten sogleich wieder für die Pace an der Spitze, das Duell dieses Quartetts war sehenswert. Während Leimer mit nachlassender Motorkompression plötzlich Schwierigkeiten bekundete, Caviezels Tempodiktat mitzugehen, hefteten sich Grabher und Batista an die Fersen der schnellen Bündnerin. Diese erlaubte sich allerdings nicht den geringsten Fehler und gewann gleich beide Finalläufe vor Grabher und Batista. In der Meisterschafts-Zwischenwertung sorgte dieser Rennverlauf für den grossen Machtwechsel. Michaela Caviezel setzt sich mit 95 Punkten nun knapp vor Batista und Grabher an die Spitze, während sich Ducommun auf Platz vier nun plötzlich selbst in der Rolle des Verfolgers wieder findet. Doch die Punkteabstände sind gering, bereits beim nächsten Renntag in St.Stephan kann sich die Reihenfolge wieder ändern. Die Spannung ist somit wieder zurück in der Königsdisziplin des Schweizer Kartsports. Renn-Telegramm ICA Préfinal: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 27 0 | 13 Runden à 1.197 km = 15.661 km | Schnellste Runde: | Grabher in 45.762 sec | Leader: | 1-4 Leimer, 5-13 Caviezel | Zieleinlauf: | 1.Caviezel, 2.Grabher, 3.Batista, 4.Leimer, 5.Brenna | Ausfälle: | Marc Grabher, D’Ambroso, Galeazzi, Müller, Kemmler |
Renn-Telegramm ICA Final: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Leicht bewölkt, 25 0 | 18 Runden à 1.197 km = 21.546 km | Schnellste Runde: | Batista in 45.773 sec | Leader: | 1-18 Caviezel | Zieleinlauf: | 1.Caviezel, 2.Grabher, 3.Batista, 4.Brenna, 5.Ghidella | Ausfälle: | Kemmler, Pagano, Ritter, Della Santa, D’Ambroso, Bolon, Comini |
A-160: Unwiderstehlicher Folghera
Mit einer spannenden Ausgangslage warteten auch die Rennen der Kategorie A160 auf – Heinz Fröhlich hatte sich in Pavia zwar an der Spitze leicht absetzen können, doch dahinter lauerten mit Mark Benz, Reto Carigiet und Philipp Folghera gleich drei Piloten mit derselben Punktzahl auf ihre Chance. Folghera liess gleich schon im Qualifying erkennen, dass er heute besonders motiviert zu den Rennen antreten sollte und stanzte die Bestzeit vor Andreas Brändli, dem überraschend schnellen Marco Büchli sowie Heinz Fröhlich in die Bahn. Benz und Carigiet hingegen taten sich gleich von Beginn an schwer und sollten in der Folge den ganzen Tag nicht an die Leistungen aus den bisherigen Rennen anknüpfen können. Blieb also von den Verfolgern nur Folghera übrig – doch dieser zeigte dafür eine umso eindrücklichere Leistung. Schon vom ersten Rennmeter an behauptete der sympathische Swisshutless-Pilot die Spitze und setzte sich mit bestechender Fahrt von all seinen Konkurrenten ab. Auch SM-Leader Fröhlich hatte dem entfesselt fahrenden Kirchdorfer nichts entgegen zu setzen und musste sich schliesslich mit Rang zwei begnügen. Andreas Brändli eroberte sich trotz unglücklichem Beginn (Unfall in Vorlauf 1) noch den letzten Podestplatz, Mark Benz und Reto Carigiet steigerten sich nach ähnlichem Pech schliesslich immerhin noch die Finalplätze vier und sechs. An der Tabellenspitze rückt Folghera Leader Fröhlich somit etwas dichter auf den Pelz, die übrigen Verfolger verlieren hingegen weiter Boden auf den in dieser Saison enorm formstarken Glattfeldener. Renn-Telegramm A-160 Final: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 27 0 | 18 Runden à 1.197 km = 21.546 km | Schnellste Runde: | Benz in 46.341 sec | Leader: | 1-18 Folghera | Zieleinlauf: | 1.Folghera, 2.Fröhlich, 3.Brändli, 4.Benz, 5.Büchli | Ausfälle: | Von Burg, Abbrederis, Mancina, Gagliardi, Bopp, Rytz, Lombardi |
Junior: Eberle kämpft sich an die Tabellenspitze
Dicht gedrängt präsentierte sich das Klassement der Kategorie Junior vor dem vierten Renntag in Chiavenna. Leader Nicola Tornusciolo reiste mit nur gerade 4 Punkten Vorsprung auf Verfolger Pascal Eberle nach Italien. Matthias Meier, Kevin Bole Besançon sowie Kevin Gyr lauerten knapp dahinter auf ihre Chance. Eine hochspannende Ausgangslage, die einiges Spektakel auf der Piste erwarten liess. Und die Fahrer wurden der Affiche denn auch vollauf gerecht. Das Qualifying war von knappsten Zeitabständen geprägt – mehrere Piloten kratzten an der Pole. Schliesslich entschied Andrina Gugger den Kampf gegen die Uhr für sich – Eberle, Storz und Fontana belegten die nächsten Plätze. Die Vorläufe bestätigten anschliessend die Ausgeglichenheit im Juniorfeld nochmals. Thimo Storz führte eine breite Kampfgruppe lange Zeit an, bevor er sich schliesslich dem Kaltbrunner Pascal Eberle beugen musste. Eberle hatte nun offensichtlich Gefallen an der Führungsposition gefunden und setzte sich im abschliessenden Finale gleich wieder ähnlich fulminant in Szene. Mit einer fehlerfreien Fahrt holte sich der Swisshutless-Pilot auch die Maximalpunkte im letzten Rennen und hielt die nächstplatzierten Matthias Meier und Andrina Gugger souverän in Schach. Da der bisherige Tabellenleader Nicola Tornusciolo nicht über einen vierten Platz hinauskam erobert sich Eberle mit der feinen Tagesleistung gleich auch noch die neue Führung im SM-Zwischenklassement. Aufgrund der knappen Punktesituation an der Tabellenspitze dürfte Eberle beim nächsten Rennen in St.Stephan allerdings alle Hände voll zu tun haben, um die Führung zu behaupten. Renn-Telegramm Junior-Final: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 27 0 | 18 Runden à 1.197 km = 21.546 km | Schnellste Runde: | Tornusciolo in 47.105 sec | Leader: | 1-18 Eberle | Zieleinlauf: | 1.Eberle, 2.Gugger, 3.Meier, 4.Tornusciolo, 5.Gyr | Ausfälle: | Hubler, Fontana, Storz, Galli, Besancon |
ICC: Starke Romands bezwingen Ken Allemann
Mit einiger Spannung erwartete das Publikum in Chiavenna die spektakulären Rennen der 125ccm-Schaltkarts. Die leistungsstarken Motoren fanden mit der Piste mit der längsten Zielgeraden im diesjährigen Rennkalender ein geradezu ideales Tummelfeld vor. Als klarer Favorit reiste CRG-As Ken Allemann mit dem Punktemaximum aus den bisherigen Rennen an. Doch schon im Qualifying sollte sich zeigen, dass Allemann heute einen schweren Stand haben dürfte – der italienische Gaststarter Mauro Maraggi holte sich die Pole vor Frederic Cotting und Nicolas Jaccoud. Allemann blieb für einmal nur der ungewohnte siebte Startplatz. Auch die Vorläufe bestätigten den Eindruck aus dem Zeitfahren, Allemann vermochte nie in die Entscheidung um den Sieg einzugreifen – die Pace der führenden Cotting und Maraggi war zu hoch. Das Finale bot eine letzte Gelegenheit, sich nochmals nach vorne zu orientieren, doch es sollte nicht Allemanns Tag werden. Ein hektischer Rennbeginn warf den Romand zeitweise bis auf den 13.Platz zurück. Eine fulminante Aufholjagd brachte Allemann immerhin noch auf Platz sechs nach vorne, doch die Spitze war inzwischen zu weit enteilt. Antonio Pellegrino entschied schliesslich das packende Duell mit Mauro Maraggi zu seinen Gunsten und holte sich den grossen Siegerpokal. Mit Nicolas Jaccoud kletterte ein zweiter Romand aufs Podium. Renn-Telegramm Final ICC 125ccm: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 26 0 | 18 Runden à 1.197 km = 21.546 km | Schnellste Runde: | Pellegrino in 45.330 sec | Leader: | 1-11 Cotting, 12-17 Maraggi, 18 Pellegrino | Zieleinlauf: | 1.Pellegrino, 2.Maraggi, 3.Jaccoud, 4.Josseron, 5.Toscanelli | Ausfälle: | Wirth, Kussmaul, Borel, Thuner |
Openmini / Mini: Knappe Entscheidungen Wer die Rennen der kleinen Klassen regelmässig mitverfolgt weiss, wie ausgeglichen inzwischen das Feld insbesondere in der Kategorie Openmini ist. Dies sollte auch in Chiavenna nicht anders sein – eine breite Phalanx von Fahrern kam für den Tagessieg in Frage. Alain Baeriswyl, Raffaele Marciello, Kim Daldini, Jimmy Antunes, Jeffey Schmidt sowie Michael Hêche lagen schon im Zeitfahren dicht beisammen. In den Rennen wechselte die Führung denn auch mehrmals ab, schliesslich bewies jedoch Raffaele Marciello den längsten Atem und holte sich sämtliche Laufsiege, wenn er die Vorläufe auch nur äusserst knapp vor Michael Hêche sowie Kim Daldini für sich entscheiden konnte. Im Finale machte Marciello dann aber alles klar und setzte sich mit zunehmender Renndauer mehr und mehr von seinen Verfolgern ab. Hêche und Schmidt strahlten zusammen mit Marciello vom Final-Podest und liessen sich nur allzu gerne vom Sieger und Tabellenleader mit Champagner abduschen. Geradezu dramatisch endeten die Rennen der kleinsten Kategorie, den Mini-Feld. Auch wenn schliesslich nur gerade 8 Karts am Start standen entbehrten die Rennen zu keiner Zeit an Spannung. Annika Lundin und Alain Valente holten sich je einen Vorlaufsieg, bevor Severin Amweg im Finallauf zuschlug und seinen Spoiler um die Winzigkeit von 19 Tausendstel-Sekunden vor Alain Valente und lediglich 17 Hundertstel-Sekunden vor Annika Lundin über den Zielstrich jagte. Manch einer sah Lundin als Sieger, doch der Computer entschied schliesslich zugunsten von Severin Amweg, der sich strahlend wie ein Honigkäfer mit dem Siegerchampagner auf dem Podium herumschlug. Wer sagt denn, dass Mini-Rennen nicht spannend sein können…..! Renn-Telegramm Final Openmini: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 27 0 | 11 Runden à 1.197 km | Schnellste Runde: | Marciello in 53.856 sec | Leader: | 1-11 Marciello | Zieleinlauf: | 1.Marciello, 2.Hêche, 3.Schmidt, 4.Daldini, 5.Aguiar | Ausfälle: | - |
Renn-Telegramm Final Mini: Pista Tibi-Kart, Gordona | Wetter: | Schön, 27 0 | 11 Runden à 1.197 km | Schnellste Runde: | Lundin in 56.878 sec | Leader: | 1-3 Lundin, 4-10 Valente, 11 Amweg | Zieleinlauf: | 1.Amweg, 2.Valente, 3.Lundin, 4.Von Allmen, 5.Brunner | Ausfälle: | - |
Bis zum nächsten Rennen Euer Doidolino
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