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Rennbericht Kart Schweizermeisterschaft Pavia (I) vom 5. Juni 2005

 

 (do) Der dritte Renntag der Kart-SM bot erneut Motorsport vom Feinsten. Nicola Tornusciolo (Junior), Heinz Fröhlich (A160) und Ken Allemann (ICC) brillierten auch in Italien als fleissigste Punktesammler. Einen neuen Sieger feierte hingegen die Kategorie ICA: Rossi-Schützling Renan Batista fühlte sich mit seinen brasilianischen Wurzeln bei den tropischen Bedingungen auf der italienischen Rennstrecke bei Pavia sichtlich wohl und holte sich zur Freude des vor Ort anwesenden sechsfachen Weltmeisters gleich beide Finalsiege. Leader Ducommun hingegen schied im Finale früh aus und sieht seinen Vorsprung im Klassement drastisch schrumpfen.

 

Nach den verregneten Veranstaltungen in Levier und Wohlen hatte Petrus endlich ein Einsehen. Die rund 20 Kilometer südlich von Pavia gelegene herrliche Funsport-Anlage 7-Laghi (Kartbahn, Baggerseen mit Jetski-Anlage etc.) empfing den Schweizer Karttross mit geradezu tropischem und entsprechend schweisstreibendem Klima – welch Gegensatz zu den garstigen Verhältnissen bei den Auftakt-Rennen in Levier und Wohlen! Als Organisator auf der erstmals für SM-Rennen genutzten Kartpiste trat der erst kürzlich gegründete Karting Club Ticino auf. Viel Neues also beim dritten Renntag der Saison.

 

 ICA: Batista meldet sich mit 2 Finalsiegen im Titelrennen zurück

 

Die Ausgangslage vor dem dritten Renntag verspricht viel Spannung – zahlreiche Favoriten zogen in Levier und Wohlen etwas gar oft den Schwarzen Peter und finden sich in der Meisterschafts-Zwischenwertung ungewohnt weit hinten. Allenthalben wird deshalb nun ein Grossangriff von Leimer, Caviezel, Batista und Co erwartet. Leader Ducommun hingegen kann die Sache relativ gelassen angehen, sein Vorsprung auf die Verfolger ist nach zwei Renntagen bereits beträchtlich.

 

Schon im Zeitfahren zeigt sich der letztjährige Junioren-Champion Fabio Leimer explosiv und brennt mit 48.009 eine Traumzeit auf den Asphalt. Renan Batista, Adrian Gugger und Michaël Ducommun verlieren bereits über drei Zehntel auf den entfesselt fahrenden Rothrister. Die Mitfavoriten Patrick Müller, Michaela Caviezel, Yannick Mettler und Marc Grabher lauern auf den nächsten Plätzen auf ihre Chance. Schlecht beginnt der Tag hingegen für den Zweitplatzierten der Meisterschaft, Raphael Rogenmoser. Seine Bestzeit wird wegen eines falschen Luftfilters gestrichen, er nimmt die Vorläufe vom letzten Startplatz aus in Angriff. 

 

Aufgrund des umfangreichen Teilnehmerfeldes wird auch in Pavia der Qualifikationsmodus notwendig, das ICA-Feld bestreitet insgesamt vier Vorläufe, mit denen sich die Piloten für das Préfinale und Finale qualifizieren können. 32 Fahrer sind schliesslich finalberechtigt, für die 10 letzten Piloten endet der Renntag bereits nach den Vorläufen. Punkte werden erst für die Finalläufe verteilt. Die Schnellsten des Zeitfahrens geben sich in den Vorläufen diesmal keine Blösse und fahren ihre Platzierungen sicher nach Hause. Herausragend präsentieren sich dabei Pole-Setter Fabio Leimer mit zwei überlegenen Laufsiegen sowie Michael Ducommun und Renan Batista, die in ihrer Gruppe je einmal als Erste die karierte Flagge empfangen. Angriffig zeigen sich auch Simon Trummer, Patrick Müller, Adrian Gugger, Hansruedi Rohner, Samuel Gafner, Michaela Caviezel sowie die beiden Grabher-Brüder, die sich ebenfalls nicht weit von der Spitze abschütteln lassen. Weiterhin viel Pech hat hingegen Raphael Rogenmoser, der auf seiner Aufholjagd vom letzten Startplatz aus zweimal in Kollisionen verwickelt wird und im Finale nicht mit dabei ist.

 

Gespannt warten die Zuschauer auf die nun folgenden Finalläufe, erstmals treffen nun sämtliche Spitzenfahrer direkt aufeinander. Ein ruppiger Start zum Préfinale mit einem wilden Gerangel hinter der Spitzengruppe reisst das Feld sofort in zwei Teile, vorne enteilen Leimer, Ducommun, Batista, Trummer und Caviezel. Leimer hält vorerst die Spitze, wirkt aber nicht mehr so unwiderstehlich wie noch in den Quali-Läufen - Ducommun und Batista hängen aufsässig in Leimers Heck. Nach wenigen Umläufen bremst sich Ducommun schliesslich am Ende der Start/Ziel-Geraden am Junior-Meister vorbei, wenig später folgt auch Batista, der sich nun gleich auch über Ducommun hermacht. Auf der Gegengeraden saugt sich Batista am aktuellen Tabellenführer an und presst sich auf der Bremse innen in Führung. Nun folgt ein herrliches Duell der beiden, das Batista schliesslich hauchdünn vor seinem Gegner für sich entscheiden kann. Caviezel, Leimer sowie Michael Grabher folgen mit Respektabstand auf den folgenden Plätzen, während Trummer und der immer näher rückende Samuel Gafner kurz vor Schluss ihr kampfbetontes Rennen neben der Piste beenden müssen.

 

Noch steht das letzte Rennen des Tages aus, männiglich freut sich bereits auf eine Fortsetzung des prickelnden Duells zwischen Herausforderer Batista und dem aktuellen Meister Ducommun. Doch daraus wird nichts, Ducommun rollt bereits in der Aufwärmrunde im Infield ohne Vortrieb aus und muss den Finalstart tatenlos mit ansehen. Damit hat das Pech, das im bisherigen Verlauf der Saison an den Favoriten zu kleben scheint, auch den Champion selbst erreicht. Das Finalrennen hat dennoch viel Action zu bieten – Batista erhält mit CRG-Konkurrentin Michaela Caviezel die nächste hartnäckige Gegnerin serviert. Nur gerade beim Start verschafft sich Batista etwas Luft, doch schon bald zoomt sich die kampfstarke Bündnerin wieder ans Heck des Leaders. Aber Batista behält trotz der drückenden Hitze einen kühlen Kopf und begeht auch unter dem permanenten Druck seiner Verfolgerin nicht den geringsten Fehler. Der Lohn für die reife Leistung des jungen Brasilianers folgt in Form des riesigen Siegerpokals sowie der Maximal-Punktzahl, die ihn auch im Titelrennen wieder ins Gespräch bringt, zumal Leader Ducommun selbst seinen ersten Nuller der Saison hinnehmen muss. Doch auch Caviezel bringt sich mit ihren beiden Top-Ergebnissen wieder in Schlagdistanz, dies selbst mit einem durch Rahmenbruch lädierten Final-Chassis. Wer weiss, vielleicht hätte Caviezel mit einem intakten Gefährt auch noch Batista niederringen können.

 

Hinter dem fesselnden Duell der beiden CRG-Cracks droht das Geschehen auf den Verfolgerpositionen etwas unterzugehen. Zu Unrecht, denn auch hier geht über die weite Strecken des Renens die Post ab. Insbesondere das Trio Patrick Müller, Adrian Gugger und Fabio Leimer liefert sehenswerte Rad an Rad-Kämpfe, bevor sich Müller und Gugger schliesslich von Leimer lösen können. Leimer hat nun alle Hände voll zu tun, um sich den nachrückenden Simon Trummer vom Leib zu halten. Eine Runde vor Schluss scheiden schliesslich beide aus dem Rennen aus und geben damit erneut wichtige Meisterschaftszähler her. Das gleiche Schicksal widerfährt Michael Grabher, der sich bereits in der Anfangsphase des Rennens als Rasenmäher neben der Strecke betätigt und seine Aufholjagd auf dem enttäuschenden 14. Platz beendet. Ähnlich weit hinten klassiert sich auch der bisherige Dritte der Meisterschaft, Stefano Comini, der sich mit technischen Schwierigkeiten sowie einem Ausritt neben die Piste abmüht. Mit Finalrang 10 holt er sich zuwenig Punkte, um seinen Platz im Zwischenklassement verteidigen zu können.

 

Die Spitze rückt nach dem heutigen dritten Renntag somit wieder dichter zusammen, insbesondere Batista und Caviezel machen einen mächtigen Sprung nach vorne und melden sich damit im Kampf um den Meisterpokal wieder eindrücklich zurück. Ducommun hält mit 81 Punkten zwar weiterhin die Spitze, doch rückt Batista mit nun 62 Zählern von Platz zwölf auf den zweiten Zwischenrang vor und dürfte aufgrund seiner reifen Vorstellung zu einem ernsthaften Gegner Ducommuns erwachsen. Ähnlich spektakulär verbessert sich auch Michaela Caviezel, die mit nun 55 Punkten vom 10. auf den dritten Rang vorstösst. Dicht dahinter lauern Marc Grabher und Adrian Gugger mit je 53 Zählern. Weiterhin viel Rückstand muss Mitfavorit Fabio Leimer hinnehmen, der mit 33 Punkten derzeit deutlich abgeschlagen klassiert ist. Der junge Rothrister dürfte aber im weiteren Saisonverlauf noch von sich reden machen und ebenfalls noch weit nach vorne stossen. Der Titelkampf ist damit nun richtig lanciert, man kann sich bereits auf die Fortsetzung des Spektakels am 7. August in Chiavenna freuen.

 

 

 

Renn-Telegramm ICA Préfinal:

Kartodromo 7-laghi Castelletto

Wetter: 

Schön, 31 0

12 Runden à 1.256 km = 15.072 km

Schnellste Runde: 

Caviezel in 487.641 sec (92.959 km/h) 

Leader: 

1-3 Leimer, 4-5 Ducommun, 6-12 Batista 

Zieleinlauf: 

1.Batista, 2.Ducommun, 3.Caviezel, 4.Leimer, 5.Graher Michael 

Ausfälle: 

Kemmler, Aristrain, Sabathy, Rohner, Comini, Kuster, Grabher Marc, Gafner, Trummer 

 

Renn-Telegramm ICA Final:

Kartodromo 7-laghi Castelletto 

Wetter: 

Schön, 29 0

17 Runden à 1.256 km = 21.352 km

Schnellste Runde: 

Caviezel in 48.332 sec (93.553 km/h) 

Leader: 

1-17 Batista 

Zieleinlauf: 

1.Batista, 2.Caviezel, 3.Müller, 4.Gugger, 5.Gafner 

Ausfälle: 

Kemmler, Sabathy, Ducommun, Stutz, Rohner, Kurmann, Wolhauser, Spadaccini, Hügli, Leimer 

 

 

 

A160: Fröhlich in Hochform auf Titelkurs

 

Packende und teils gar dramatische Rennen sind wir uns von der Kategorie A160 inzwischen gewohnt. Insbesondere ein Fahrer stand in der aktuellen Saison oft genug im Brennpunkt: Heinz Fröhlich. Wie oft schon hatte der Glattfeldener in diesem Jahr das A160-Feld angeführt und ging am Ende doch leer aus. Dass er unter normalen Umständen mit seinem Corsa/TM-Paket derzeit dennoch den Massstab stellt ist bekannt. In Pavia darf er nun endlich auch die Lorbeeren in Form der maximalen Meisterschaftspunkte ernten.

 

Schon in den Vorläufen zieht Fröhlich seinen Gegnern kurz nach dem Start davon, sein härtester Gegner, Philipp Folghera, sieht sich beim ersten Rennen mit Startproblemen konfrontiert und nimmt das Rennen von zuhinterst in Angriff. Mit dem Messer zwischen den Zähnen kämpft er sich dennoch wieder fast durch das gesamte Feld nach vorn und erreicht das Ziel hinter den Fröhlich-Verfolgern Andreas Brändli, Reto Carigiet und Aldo Ponti dennoch als ausgezeichneter Fünfter. Zum zweiten Rennen kann Folghera also bereits wieder aus Reihe drei starten und klebt fortan hartnäckig hinter dem Duo Carigiet/Brändli. Bald schon schiebt sich Folghera an den beiden vorbei in Front und versucht, Jagd auf den enteilten Fröhlich zu machen, doch vergeblich. Fröhlich ist heute eine wahre Festung und lässt sich die Führung nicht streitig machen.

 

Vor dem abschliessenden Finallauf wird die Geduld der A160-Piloten auf eine harte Probe gestellt. In voller Rennmontur harren die Fahrer bei brütender Hitze auf die Startfreigabe, die wegen Problemen im Zusammenhang mit der Erstellung der Startliste aus der Summe der Vorlaufsresultate über eine Stunde auf sich warten lässt. Der Schweiss und die Zeit rinnt und manch einer flucht im Stillen oder auch laut vor sich hin. Doch Fröhlich lässt sich auch durch diese Wartezeit nicht aus der Ruhe bringen. Die Ampel hat kaum auf Grün geschaltet als Fröhlich bereits wieder einen Sicherheitsabstand zwischen sich und seine Verfolger legt. Weiter hinten bricht indes mehr Hektik aus – nach Kollision ist das Rennen für Lombardi und Abbrederis schon nach wenigen Metern zu Ende. Lombardi sollte damit also den Renntag gar punktelos beenden – ein weiterer herber Rückschlag für den einst als Mitfavorit im Kampf um Podestplätze gehandelten Toggenburger.  

 

Fröhlich zieht indessen unbeirrt seine Runden, dahinter formieren sich zwei Verfolgerpulks mit Carigiet/Folghera bzw. Brändli/Ponti/Scardino. Jürg Schumacher, einer der Sieger des Regenrennens in Wohlen, stellt sein Kart derweil neben der Strecke ins Gras. Der Sieger scheint in Stein gemeisselt, zu weit liegen die Verfolger schon hinter Fröhlich zurück. Doch es sollte noch einmal hochspannend werden. Folghera kämpft sich an Carigiet vorbei und macht sich in der zweiten Rennhälfte nun doch an die Verfolgung des Leaders. Meter um Meter zoomt er sich an den Corsa-Piloten heran und schafft tatsächlich bald darauf den Anschluss. Doch Fröhlich scheint noch Reserven zu haben. Fehlerfrei dreht er weiterhin seine Runden und vereitelt jegliche Angriffsversuche des Swisshutless-Konkurrenten. Zum dritten Mal empfängt Fröhlich die karierte Flagge als Sieger und strahlt zwischen Folghera und Carigiet entsprechend zufrieden mit dem gigantischen Siegerpott vom Podium.

 

Mit Fröhlichs Sturmlauf erhält auch das Zwischenklassement ein neues Gesicht. Der bislang führende Mark Benz bleibt in Pavia blass und kann sein Punktepolster nach einem Nuller in den Vorläufen und Platz sieben im Finale nur unwesentlich aufbessern. Noch schlimmer ergeht es dem bislang zweitplatzierten Marco Petrarca, dessen beste Platzierung ein zehnter Rang bleibt. Fröhlich schöpft hingegen das Maximum aus dem dritten Renntag und hievt sich damit souverän in Front. Erste Verfolger in der Meisterschaft sind nun punktegleich Reto Carigiet und Philipp Folghera, also just jene Gegner, die heute hinter Fröhlich auch den stärksten Eindruck hinterlassen haben. Benz, Brändli und Petrarca bleiben jedoch auch weiterhin in Schlagdistanz und dürften bereits am 7.August in Chiavenna wieder Jagd auf die besser platzierten Konkurrenten machen.

 

Renn-Telegramm Final: 

Kartodromo 7-laghi Castelletto 

Wetter: 

Schön, 30 0

17 Runden à 1.256 km = 21.352 km

Schnellste Runde: 

Folghera in 49.618 sec 

Leader: 

1-17 Fröhlich 

Zieleinlauf: 

1.Fröhlich, 2.Folghera, 3.Carigiet, 4.Brändli, 5.Ponti 

Ausfälle: 

Grunauer, Lombardi, Abbrederis, Buchli, M.Ponti, Schumacher. 

 

 Junior: Tornusciolo übernimmt die Meisterschafts-Führung

 

Dicht gedrängt präsentiert sich das SM-Zwischenklassement schon vor dem dritten Rennlauf in Pavia und gemäss der grossen Bandbreite an möglichen Siegfahrern im 25 Fahrer starken Feld dürfte dieser Zustand durchaus auch Bestand im weiteren Saisonverlauf haben. Pascal Eberle reist als aktueller Leader nach Italien, doch innerhalb von lediglich 9 Punkten lauern dahinter gleich fünf weitere hochmotivierte Nachwuchspiloten. Wer wird Pavia wohl als Leader verlassen? 

 

Die Piloten gehen schon die Vorläufe äusserst engagiert an, dabei setzen sich insbesondere der Gewinner des Zeitfahrens Stefano Suriano, Nicola Tornusciolo, Kevin Bole Besançon, Hugo Valente und zu Beginn auch noch Thiemo Storz besonders in Szene. Tornusciolo nutzt eine kleine Unaufmerksamkeit Surianos am Start und schiebt sich gleich in Front, muss aber nach vier Runden Bole Besançon den Vortritt lassen. Auch Suriano zeigt sich wieder angriffig und revanchiert sich mit dem Vorstoss auf Platz zwei für Tornusciolos Start-Attacke. Bole Besançon und Suriano enteilen nun vorne und lassen Tornusciolo allein fahrend auf Platz drei zurück. Storz scheidet hingegen in ebenfalls aussichtsreicher Position mit gebrochenem Auspuff aus dem Rennen. Der Sieg geht schliesslich an den Franzosen Bole Besançon, hinter Suriano und Tornusciolo erreichen Gianluca Soldati und Matthias Meier vor Hugo Valente das Ziel.

 

Beim zweiten Start ist Suriano gewarnt und lässt sich von Tornusciolo nicht mehr überrumpeln. Mit hoher Pace seilt er sich gleich vom Verfolgerpulk ab und sichert sich mit fehlerfreier und kontrollierter Fahrt den verdienten Sieg. Tornusciolo löst sich ebenfalls vom Franzosen-Duo Bole Besançon / Valente und fährt ungefährdet Platz zwei nach Hause. Mit zunehmender Renndauer greifen auch Pascal Eberle, Kevin Gyr und Thierry Kilchenmann vermehrt ins Geschehen hinter der Spitze ein – Eberle stösst mit kämpferischer Fahrt noch bis auf Platz drei vor, Gyr und Kilchenmann bleiben hinter Valente auf den Plätzen fünf und sechs hängen.  

 

Zum Finale startet Stefano Suriano neben Nicola Tornusciolo aus Pole, dahinter lauern die beiden Franzosen Bole Besançon und Hugo Valente auf ihre Chance. Fontana und Meier gehen das Rennen aus Reihe 3 an. Der Rennleiter gibt den Start frei und schon geht ein Aufschrei durch das Publikum. Gleich an zwei Fronten fliegen die Fetzen: Nico Gavoldi und Andrina Gugger schiessen im Mittelfeld quer durch die Botanik, vorne aber werden Suriano und Bole Besançon nach einer Berührung mit Konkurrenten umgedreht und sehen das ganze Feld auf sich zu rasen. Mit Glück entgehen beide Piloten einer heftigen Kollision und können das Rennen nochmals aufnehmen, Suriano allerdings mit grossem Rückstand als Letzter. Mit dem Messer zwischen den Zähnen eilt Suriano dem Feld hinterher und dreht dabei Rekordrunde um Rekordrunde. Sein Sturmlauf sollte den jungen Weesener am Ende nochmals bis auf Rang fünf nach vorne bringen! Welch verrückte Aufholjagd!

 

An der Spitze ist nun aber der Weg frei für Hugo Valente und Nicola Tornusciolo. Valente führt das Feld vier Runden lang an, bevor sich der Tessiner zusammen mit Eberle und Meier über Valente hermacht. Gleich zu viert nebeneinander rast die Gruppe auf die Kurve nach Start/Ziel zu, das Publikum hält den Atem an. Doch irgendwie findet jeder schliesslich noch ein Stückchen Asphalt, worauf er sich festkrallen kann und schafft die Kurve, doch Tornusciolo liegt nun in Front. Diese Positon sollte der Intrepid-Pilot in der Folge nicht mehr abgeben, im Gegenteil, Tornusciolo distanziert die Verfolger nun rasch deutlich. Valente hält derweil Eberle und Meier im Schach. Von hinten naht nun bereits wieder Suriano, doch die karierte Flagge beendet den Sturmlauf des entfesselt fahrenden Birel-Piloten.

 

Tornusciolo übernimmt mit den heute dazugewonnenen 37 Punkten die Führung im SM-Zwischenklassement, hat aber lediglich 4 Zähler Vorsprung auf den nächsten Verfolger Eberle. Matthias Meier, Kevin Bole Besançon sowie sein Namensvetter Gyr folgen mit geringem Abstand auf den nächsten Positionen. Die Spitze bleibt also auch weiterhin dicht beisammen und schon in Chiavenna beim vierten Rennlauf kann sich die Reihenfolge bereits wieder völlig ändern. Die Meisterschaft der Kategorie Junior bleibt also so spannend wie sie schon vor dem heutigen Renntag war. 

 

Renn-Telegramm Final: 

Kartodromo 7-laghi Castelletto 

Wetter: 

Schön, 31 0

17 Runden à 1.256 km = 21.352 km

Schnellste Runde: 

Suriano in 49.606 sec 

Leader: 

1-4 Valente, 5-17 Tornusciolo 

Zieleinlauf: 

1.Tornusciolo, 2.Valente, 3.Eberle, 4.Meier, 5.Suriano 

Ausfälle: 

Gavoldi, Gugger, Feuz, Soldati 

 

 

 ICC: Allemann hinter deutschem Duo wieder schnellster Schweizer

 

Die für 2005 neu in den Meisterschafts-Kalender aufgenommene Kategorie ICC 125 ccm Schaltkarts nimmt in Pavia erst ihr zweites Saisonrennen in Angriff, da dieser spektakulären Serie der Start auf Schweizer Boden nach wie vor verwehrt ist. Wie schon in Levier stehen mit Jean Francois Kussmaul und Andreas Jost zwei ausländische Gastfahrer am Start, die den Rennen gleich wieder den Stempel aufdrücken. Als einziger Schweizer vermag CRG-As Ken Allemann die Pace der beiden Cracks mit zu gehen und sichert sich erneut die maximale Punktezahl. Die nächste Verfolgergruppe mit Nicolas Jaccoud, Anton Pellegrino, Tobias Borel und Julien Tornay zeigt ebenfalls kämpferischen Kartsport, vermag aber die Pace der Spitze nur kurze Zeit zu halten. Einzig Pellegrino vermag im ersten Vorlauf Allemann zu fordern und jagt ihm gar Platz drei ab.

 

In den weiteren Rennen ist das Spitzentrio jedoch unter sich. Mit zunehmender Renndauer zieht sich das Feld weit auseinander und überlässt so die ganze Aufmerksamkeit des Publikums dem hochstehenden Kampf an der Spitze. Das Trio infernal jagt bisweilen Rad an Rad um den Kurs. Schliesslich behält jedoch Kussmaul in sämtlichen Rennen das beste Ende für sich und reiht drei weitere Siege in sein Palmarès. Klarer Leader im SM-Zwischenklassement ist jedoch Ken Allemann, der für seine kontrollierte Fahrt am Heck der Gaststarter bereits die maximalen 80 SM-Punkte gebucht hat.

 

Renn-Telegramm Final: 

Kartodromo 7-laghi Castelletto 

Wetter: 

Schön, 30 0

17 Runden à 1.256 km = 21.352 km

Schnellste Runde: 

Kussmaul in 47.919 sec (94.359 km/h) 

Leader: 

1-17 Kussmaul 

Zieleinlauf: 

1.Kussmaul (D), 2.Jost (D), 3.Allemann, 4.Jaccoud, 5.Pellegrino 

Ausfälle: 

Ziegler, Cochand 

 

 

Mit dem veranstaltenden Karting Club Ticino tritt eine neue Organisation in die Szene ein, auch die attraktive Kartpiste in Castelletto bei Pavia war heute erstmals Austragungsort eines SM-Laufs. Ein mutiger Einstand für den jüngsten Kartclub der Schweiz. Es sei vorweggenommen, der Organisator machte seine Sache trotz einiger Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Startaufstellungen für die Finalläufe ganz ordentlich, auch wenn sich am Nachmittag doch grössere Verzögerungen insbesondere zwischen den Finalläufen ergaben und sich die Veranstaltung damit bis weit in den Sonntag-Abend hinein zog. Für kommende SM-Austragungen wird der Organisator die heute noch aufgetretenen Probleme sicherlich zu lösen wissen und die Rennabwicklung reibungsloser handhaben können.

 

Allerdings muss grundsätzlich überlegt werden, ob künftig die SM-Rennen aufgrund der wieder deutlich höheren Teilnehmerzahlen und des dadurch notwendig gewordenen Qualifikationsmodus nicht an zwei Tagen abgehalten werden sollten. Insbesondere bei schlechten Wetterverhältnissen dürfte eine Eintages-Veranstaltung die zeitlichen Grenzen vollends sprengen. Levier und nun auch Pavia haben die negativen Seiten eines Veranstaltungsendes um 20 Uhr oder gar 21 Uhr deutlich vor Augen geführt – und auch die Siegerehrungen fanden praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wäre doch eine attraktive Sache, den Sonntag für die auch für das Publikum interessantesten Finalläufe zu reservieren. Und last but not least – Kartsport macht doch ohne den Stress durch Zeitdruck aufgrund eines überladenen Rennplans ganz einfach allen Beteiligten auch mehr Spass…..

 

Bis zum nächsten Rennen 

 

Euer Doidolino

 

 

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