(do) Nach der langen Winterpause heulen nun die Kart-Motoren auch im Rahmen der Schweizer Meisterschaft wieder auf. Der Circuit de l’Enclos bei Levier im französischen Jura stellt die Bühne für den Saisonauftakt. Trotz garstigen Wetterverhältnissen präsentieren sich erfreulich umfangreiche Startfelder, insgesamt treten 114 Fahrer in den grossen Kategorien (100 ccm und 125 ccm) zu den Wettbewerben an. Die ersten maximalen Finalpunkte holen sich nach packenden Rennen Simon Trummer (ICA), Nicola Tornusciolo (Junior), Heinz Fröhlich (A-160) und Ken Allemann (ICC 125 ccm). Der starke Auftritt der Piloten auf der Piste wird allerdings durch eine überforderte Renn-Organisation etwas getrübt.
Die idyllisch gelegene Rennstrecke in der Franche Comté empfängt den helvetischen Karttross bei äusserst unfreundlichen äusseren Bedingungen. Dauerregen und tiefe Temperaturen stellen sowohl die Teams als auch die Organisatoren vor zusätzliche Probleme. Die Fahrer, Funktionäre und Streckenposten sind wahrlich nicht zu beneiden, allenthalben trifft man auf frierende und durchnässte Akteure. Dass der Zeitplan durch Probleme mit der Zeitmessung sowie der Aufarbeitung der Startaufstellungen arg in die Länge gezogen wird, nagt zusätzlich an den Nerven vieler Teilnehmer. Dass kaum verlässliche Informationen zu erhalten sind und Ergebnislisten offensichtlich nicht verlässlich sind, schürt zusätzlichen Unmut im Fahrerlager. Zu hinterfragen ist auch der Rennkalender – Levier ist aufgrund seiner exponierten Höhenlage für Rennen im April wenig geeignet. Immerhin ist der Schnee, der noch vor Wochenfrist zu chaotischen Verhältnissen und zur Absage eines Rennens führte, inzwischen geschmolzen. Doch ein Sommer-Termin käme allen Beteiligten eher entgegen. Erfreulich ist hingegen, dass sich die Fahrer von den Umständen wenig beeindrucken liessen und schon zum Saisonstart herausragende Rennen bieten. Wenden wir uns daher dem Geschehen auf der Rennstrecke und damit den positiven Seiten des Tages zu:
ICA 100 ccm: Zahlreiche Favoriten im Abseits
Die Königsklasse im helvetischen Kartsport erfreut sich wieder einer deutlich gesteigerten Attraktivität, das umfangreiche Teilnehmerfeld von 45 Pilotinnen und Piloten erinnert ansatzweise bereits wieder an die glorreichen Zeiten vergangener Tage, als Ausscheidungsrennen für die Finalqualifikation zur Tagesordnung gehörten. Das Feld wird denn für die Vorläufe auch in zwei Gruppen aufgeteilt.
Bei den schwierigen Verhältnissen ist besonders viel Fingerspitzengefühl von den Konkurrenten gefragt, am besten finden sich vorerst Fabio Leimer, Simon Trummer, Stefano Comini, Adrian Gugger und Vorjahres-Champion Michael Ducommun zurecht. Leimer drückt den beiden Vorläufen zweimal vor Trummer den Stempel auf und unterstreicht seine Ambitionen auf den Titel 2005, während Comini in seiner Gruppe ebenfalls zweimal vor Gugger die Ziellinie als Erster kreuzt. Etwas schwerer tun sich die beiden CRG-Cracks Michaela Caviezel und Renan Batista, die für 2005 klar die Meisterkrone im Visier haben. Batista kämpft mit Motorproblemen und schafft die Finalqualifikation nur ganz knapp, Caviezel beisst sich im Mittelfeld fest und findet keinen Weg ganz nach vorne. Noch auf der Suche nach der Höchstform sind auch die beiden Grabher-Brüder, die in der Vergangenheit zahlreiche Rennen der SM mitprägten.
Schliesslich qualifizieren sich aber dennoch sämtliche Favoriten für die Finalläufe. Im Préfinal stellen Leimer, Comini, Trummer und Gugger ihre starke Vorstellung aus den Vorläufen erneut unter Beweis und dominieren das Rennen ungefährdet an der Spitze. Ducommun, Zanella und Rogenmoser folgen mit Respektabstand vor Gafner, Rohner und Mitfavoritin Caviezel. Batista klebt das Pech weiterhin an den Fersen, er stellt sein Kart zum wiederholten Mal im Infield ins Abseits. Die Ausfallquote ist hoch, der Besenwagen hat am Ende des Rennens viel zu tun, um die zahlreichen Karts im Gelände einzusammeln.
Mit Spannung wird das Finale erwartet – einige Titelfavoriten sind nach den Schwierigkeiten aus den vorangegangenen Rennen unerwartet weit hinten in der Startaustellung platziert und haben einiges gutzumachen. Doch es wird definitiv nicht das Rennen der grossen Namen, im Gegenteil, das Favoritensterben nimmt seinen Fortgang. Schon beim Vorstart bleibt Leimers Topkart nach wenigen Metern mit gerissener Kette stehen, der Topfavorit ist somit fortan nur noch Zuschauer. Comini rückt auf die erste Startposition nach, doch sein Rennen endet ebenfalls schon in der ersten Runde unsanft im Kiesbett. Adrian Gugger findet sich somit unerwartet an der Spitze des Feldes wieder, doch hinter ihm macht der Berner Corsa-Crack Simon Trummer sofort mächtig Dampf. Gugger wehrt sich mit allen Mitteln, doch Trummer presst sich in Runde fünf schliesslich am Swiss Hutless Piloten vorbei in Front. Die beiden setzen sich nun aber mehr und mehr vom Feld ab, Vorjahres-Meister Ducommun fällt als Dritter mehr und mehr zurück und wird schliesslich auch noch vom mächtig aufdrehenden Ostschweizer Hansruedi Rohner abgefangen, der sich strahlend neben Trummer und Gugger zur Champagnerdusche aufs Podium gesellt. Ducommun schafft es immerhin noch, den aufgerückten Samuel Gafner hinter sich zu halten.
Wo sind die übrigen Favoriten abgeblieben? Der beim Osterrennen in Wohlen noch ultraschnelle Raphael Roggenmoser vermag den Schaden in Grenzen zu halten und läuft als Sechster ins Ziel ein, während Caviezel nicht über Rang 12 hinauskommt. Michael Grabher erreicht das Ziel als Achter, sein Bruder Marc hingegen fällt schon früh aus dem Rennen aus, ebenso wie Renan Batista, der in Runde sechs seine rabenschwarze Serie erneut im Kiesbett bestätigt. Aber man kann es auch positiv sehen – für den weiteren Saisonverlauf kann es für viele Favoriten nur noch aufwärts gehen…. Ausserdem ist die Ausgangslage für die Meisterschaft 2005 nur noch spannender geworden, da sich eine breite Phalanx an der Spitze abzeichnet. Die Liste der Titelaspiranten ist mit dem heutigen Tag nur noch umfangreicher geworden – man kann sich also bereits auf die nächsten Rennen freuen.
Renn-Telegramm ICA Final:
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Circuit de l’E
nclos Levier (F)
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Wetter:
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Regen, 8
0
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15 Runden à 1.172 km = 17.580 km
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Schnellste Runde:
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Trummer in 56.973 (74.056 km/h)
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Leader:
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1 Comini, 2-5 Gugger, 6-15 Trummer
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Zieleinlauf:
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1.Trummer, 2.Gugger, 3.Rohner, 4.Ducommun, 5.Gafner
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Ausfälle:
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Leimer, Grabher Marc, Sabathy, Sturges, Viola, Batista, Kemmler, Wettstein, Jakobsson
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A-160 100 ccm: Finalsieg für Fröhlich
Auch der Saisonauftakt der schweren Kategorie bietet von Beginn weg Spektakel. Das mit 19 Teilnehmern kleinste Feld des Tages ist mit herausragenden Namen und gestandenen Routiniers besetzt. Entsprechend umkämpft präsentieren sich denn auch schon die Vorläufe. Im ersten Lauf ziehen Georg Lindegger, Philipp Folghera, Marco Petrarca, Andreas Brändli und Reto Carigiet die Aufmerksamkeit auf sich. Schliesslich behält Petrarca nach kämpferischer Fahrt vor Brändli und Carigiet die Oberhand, Lindegger scheidet nach anfänglicher Führung mit technischen Problemen aus. Auch Folghera schnuppert kurz Führungsluft, doch ein Ausritt neben die Piste wirft ihn ans Ende des Feldes zurück. Am Ende kämpft er sich dennoch wieder auf Platz vier nach vorne.
In Vorlauf zwei wechselt die Führung ebenfalls des öfteren. Petrarca behält vorerst die Spitze, doch Brändli reitet schon in der ersten Runde eine erfolgreiche Attacke, die ihn denn auch in Führung bringt. Doch lange kann er sich nicht daran erfreuen, ein verpasster Bremspunkt führt dazu, dass sein Kart ins Kiesbett trudelt. Gleiches passierte kurz zuvor auch Mitfavorit Reto Carigiet, der sich nach einem Dreher auf Platz drei liegend ebenfalls vom gesamten Feld passieren lassen muss. Nach Brändli’s Missgeschick liegt nun Heinz Fröhlich erstmals in Führung – der talentierte Pilot läuft nach dem Wechsel zu Corse mehr und mehr zu Höchstform auf. Sicher bringt Fröhlich den Laufsieg ins Trockene, Marco Petrarca hat dem entfesselt fahrenden Glattfeldener nichts mehr entgegen zu setzen und muss sich mit Platz zwei begnügen. Folghera, Benz und Mancina folgen mit grossem Abstand auf den nächsten Plätzen.
Im abschliessenden Finale lässt Fröhlich dann nichts mehr anbrennen. Vom Start weg setzt er sich konsequent vom Feld ab und jubelt als strahlender Sieger vom obersten Podesttritt. Sein Sieg ist zu keiner Zeit in Gefahr, auch Petrarca und Folghera können die Pace nicht mehr mitgehen. Wiederholt im Abseits findet sich Brändli, der nach einer ungestümen Attacke Ende der Geraden ein weiteres Kiesbett austestet – eher ungewohnt für Brändli, der in der Vergangenheit so oft als Regenspezialist gross aufzutrumpfen vermochte. Auch Lindegger beendet das Rennen schon in der ersten Hälfte unfreiwillig. Anstelle von Brändli demonstriert dafür Reto Carigiet heute seine Klasse bei den schwierigen Verhältnissen, sein Endspurt bringt ihn schliesslich an Mancina vorbei noch aufs Podium, wo er zusammen mit Fröhlich und Petrarca gutgelaunt den verdienten Champagner versprüht. Eine Klasseleistung des Rümlangers, der am heutigen Renntag als Doppelstarter in den Klassen ICA und A160 Schwerstarbeit zu verrichten hatte. Umso mehr ist ihm der Platz auf dem Treppchen zu gönnen.
Renn-Telegramm Final:
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Circuit de l’Enclos Levier (F)
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Wetter:
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Regen, 8
0
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15 Runden à 1.172 km = 17.580 km
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Schnellste Runde:
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Fröhlich in 56.393 (74.818 km/h)
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Leader:
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1-15 Fröhlich
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Zieleinlauf:
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1.Fröhlich, 2.Petrarca, 3.Carigiet, 4.Mancina, 5.Schumacher
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Ausfälle:
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Meier, Lindegger, Folghera, Ponti
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ICC 125 ccm: Allemann Zweiter hinter Jost (D)
Als Bereicherung für die Schweizer Kart-Meisterschaft finden ab dieser Saison zusätzlich auch wieder Rennen in der ICC 125 ccm Schaltkart-Kategorie statt. Die schnelle Piste in Levier bietet ein ausgezeichnetes Tummelfeld für die PS-starken Zweitakt-Geschosse. Die Piloten gehen denn auch hochmotiviert und dennoch diszipliniert zur Sache, zumal die Beherrschung der Fahrzeuge bei den nasskalten Verhältnissen zusätzliche Herausforderungen an die 24 Piloten stellt.
Bereits in den Vorläufen kristalliert sich ein Trio mit dem Deutschen Gaststarter Andreas Jost, Michael Dupont und dem Schweizer Hoffnungsträger und Kronfavoriten Ken Allemann heraus. Jost übernimmt vorerst die Führung, doch Dupont macht dem Spitzenreiter das Leben mit ständigen Attacken schwer. Bald schon schiebt sich Dupont an Jost vorbei in Front, worauf dieser aber wieder zu kontern vermag. Rundenlang duellieren sich die beiden mit sehenswerten Manövern, bis Jost schliesslich im Infield neben der Piste ins Aus rollt. Dupont jubelt somit in Lauf 1 als Sieger vor dem ebenfalls stark fahrenden Pellegrino und Ken Allemann, der zwischenzeitlich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat und das Feld von hinten wieder aufrollen muss.
In Lauf zwei stösst Jost schon bald wieder zu Dupont und Allemann an die Spitze vor. Das entfesselt fahrende Trio bietet beste Unterhaltung und erwärmt die Gemüter am Streckenrand. Unter dem Jubel der Allemann-Fans übernimmt der CRG-Crack ab Rennmite schliesslich die Spitze und sichert sich nach kämpferischer Fahrt den Sieg. Dupont und Jost überqueren die Ziellinie auf den nächsten Plätzen.
Im abschliessenden Finallauf übernimmt das Trio infernale gleich wieder das Szepter. Dupont gelingt der beste Start, er schnuppert in den ersten beiden Umläufen die reine Luft des Leaders. Doch Allemann gibt sich aufsässig und versucht ständig, seinen Gegner auszubremsen, was ihm schliesslich in Runde drei auch gelingt. Gleichzeitig schlüpft auch Jost am bisherigen Leader vorbei und heftet sich an Allemann’s Fersen. Zwei Runden lang studiert Jost die Linienwahl seines Gegners, bevor er ihn sich in Runde sechs am Ende der Zielgeraden zum Überholmanöver zurechtlegt. Auf der Bremse pfeilt sich Jost in Führung, die er in der Folge bis zur Zielflagge behalten sollte. Allemann riskiert nun nichts mehr, zumal Jost als Gaststarter nicht als Konkurrent für die ICC-Meisterschaft auftritt. Allemann sichert sich somit trotz Platz zwei die Maximalpunkte im Finale und setzt sich schon beim ersten Rennen auf Pole im Kampf um den Meistertitel 2005.
Renn-Telegramm Final:
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Circuit de l’Enclos Levier (F)
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Wetter:
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Regen, 8
0
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15 Runden à 1.172 km = 17.580 km
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Schnellste Runde:
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Jost in 55.198 (76.438 km/h)
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Leader:
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1-2 Dupont, 3-5 Allemann, 6-15 Jost
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Zieleinlauf:
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1.Jost, 2.Allemann, 3.Cottino, 4.Dupont, 5.Josseron
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Ausfälle:
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Ryter, Toscanelli, Meschia
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Junior 100 ccm: Starker Auftritt von Nicola Tornusciolo
Nach dem Wechsel von Fabio Leimer in die ICA-Klasse ist der Junior-Meistertitel 2005 neu zu besetzen. Bereits beim Saisonfinale 2004 haben sich diverse Nachwuchs-Cracks als Leimers Nachfolger empfohlen, allen voran Thiemo Storz und Nicola Tornusciolo. Doch auch Kevin Gyr bewies schon im ROK-Cup sowie in weiteren Rennen herausragende Klasse, desgleichen Marco Noth, Nico Gavoldi und Andrina Gugger.
Die genannten Akteure setzen sich denn auch von Beginn weg an der Spitze des 27 Fahrer umfassenden Feldes ausgezeichnet in Szene. Gavoldi übernimmt als Erster die Spitze, bevor ihn Storz ablöst und sich gleich einen Vorsprung erarbeiten kann. Der Sieg scheint in Greifweite, doch schliesslich bricht kurz vor Rennende die Kette an Storz’ Kart. Was für eine Enttäuschung für den ehrgeizigen CRG-Piloten! Sieger im ersten Lauf wird schliesslich Nico Gavoldi vor Nicola Tornusciolo und Kevin Gyr.
Das zweite Rennen sieht von Beginn weg Tornusciolo in Front, der heute eine bestechende Leistung zeigt. Gavoldi versucht, den Anschluss zu halten, muss aber den Tessiner schon bald ziehen lassen. Auch der Franzose Bole passiert Gavoldi, doch die nachfolgenden Loris Feuz, Thierry Kilchenmann, Pascal Eberle und Marco Noth vermag Gavoldi hinter sich zu halten. Pech hingegen erneut für die Mitfavoriten Andrina Gugger und Thiemo Storz: Gugger wird in einer Massenkarambolage kurz nach dem Start von der Piste gerissen, während Storz kurz vor Rennende nach toller Aufholjagd erneut ausscheiden muss.
Im Finale zeigen sich die Fahrer von Beginn weg sehr angriffslustig. Thierry Kilchenmann eröffnet den Pirouettenreigen und kreiselt kurz nach dem Start ins Kiesbett, woraus er sich jedoch wieder zu befreien vermag. Auch Tornusciolo gerät kurz in Schwierigkeiten und verliert einige Plätze. Stefano Suriano hat bei seinem Ausritt im Infield weniger Glück und muss das Rennen aufgeben. Wenig später folgt Hugo Valente nach. An der Spitze macht sich indessen Marco Noth breit, kann aber dennoch nicht verhindern, dass der französische Gastfahrer Kevin Besançon Bole ab Runde 3 die Führung übernimmt. Gyr und Noth folgen mit zunehmendem Respektsabstand nach, dahinter schiebt sich Tornusciolo Platz um Platz nach vorne. Ab Rennhälfte rückt er zu Noth und Gyr auf, worauf sich ein packender Dreikampf entwickelt. Gyr vermag sich lange zu widersetzen, doch schliesslich findet Tornusciolo kurz vor Rennende die Lücke und stösst auf Platz zwei hinter Bole vor. Gyr komplettiert das Podium als Dritter und versprüht den Champagner mit ebensolcher Hingabe wie Bole und Tornusciolo. Der Kampf um die Meisterkrone 2005 ist also lanciert, Anwärter auf Leimers Nachfolge gibt es offensichtlich einige – wir freuen uns schon auf eine prickelnde Saison 2005.
Renn-Telegramm Final:
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Circuit de l’Enclos L
evier (F)
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Wetter:
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Regen, 8
0
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15 Runden à 1.172 km = 17.580 km
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Schnellste Runde:
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Storz in 56.281 (74.967 km/h)
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Leader:
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1-2 Noth, 3-15 Bole
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Zieleinlauf:
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1.Bole, 2.Tornusciolo, 3.Gyr, 4.Noth, 5.Storz
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Ausfälle:
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Suriano, Valente, Meier
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Schlussbemerkung
Mit den Rennen in Levier ist die Saison 2005 nun definitiv lanciert. Die Pilotinnen und Piloten haben bewiesen, dass wir auch 2005 mit hochstehendem Rennsport in allen Kartklassen versorgt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Organisatoren der künftigen Rennveranstaltungen aus den in Levier gemachten Fehlern die nötigen Lehren ziehen, ansonsten läuft die Szene Gefahr, die aktuell auf allen Ebenen (Teilnehmerzahlen, Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring etc.) spürbare Wiederbelebung durch Unprofessionalität in der Organisation der Meisterschaftsläufe zu gefährden. Nun ist nicht zuletzt die starke Hand des ASS / ACS gefragt, um auch in organisatorischer Hinsicht die notwendige Qualität zu gewährleisten.
Ich freue mich jedenfalls bereits auf die Fortsetzung des sportlichen Schlagabtauschs im Rahmen des zweiten Laufs zur Schweizer Meisterschaft am Pfingstmontag auf der Kartbahn in Wohlen.
Euer Doidolino
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