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Schweizermeisterschaft Parma (I), 6. Juni 1999
Parma (I)
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Kart-Rennbericht Parma, 6.6.99

Am Samstag herrschten sommerliche Temperaturen von 35o und die Laune unter den Piloten und ihren Angehörigen war dementsprechend gut. Es fragten sich aber alle, ob das Wetter halten oder es wie die letzten drei Jahre am Sonntag regnen würde. Statistiker glauben wohl eher an Regen und die Optimisten an schönes Wetter, denn aller guten Dinge sind drei und somit hat Petrus seine Möglichkeiten bezüglich schlechtem Wetter ausgeschöpft. Und wirklich, die Optimisten sollten Recht behalten, denn auch der Sonntag bescherte uns wieder einen heissen und wolkenlosen Tag. Also ideale Bedingungen für die Piloten, die ihren zweiten (Formula A) und ihren dritten Schweizermeisterschafts-Renntag (ICA, Junioren und die schweren Jungs der Kategorie A-150) absolvierten.

 

Kategorie ICA

Wie schon gewohnt war das Feld der gemeldeten ICA-Fahrer zu gross und so konnten sich die schnellsten 34 Piloten erst nach zwei Vorläufen in zwei Gruppen für den Pré-Final und Final qualifizieren.

Für einmal hiess der Schnellste im Zeitfahren nicht Ken Allemann, sondern Marco Kurmann, doch man kann vorwegnehmen, dass Ken Allemann trotzdem souverän alle Läufe gewann und seinem Widersacher Raphael Rogenmoser, der wieder zweimal Zweiter wurde, bis auf 2 Punkte eingeholt hat und unter Berücksichtigung des Streichresultats liegt er sogar 15 Punkte vor ihm.

Doch nun der Reihe nach. Im 1. Vorlauf der Gruppe A lieferten sich Marco Kurmann und Manuel Benz einen heissen Zweikampf, den Marco nach 6 der 12 zu fahrenden Runden für sich entschied. Etwas abgeschlagen wurde Roger Graf Dritter vor Patrik Grütter, der sich ebenfalls in der 6. Runde gegen Remo Lips durchsetzen konnte. Remo wurde in der 9. Runde noch von Anthony Crosilla auf den sechsten Rang verwiesen.

Die Gruppe B wurde wie schon erwähnt von Ken Allemann dominiert. Dahinter bildete sich ein Trio aus Raphael Rogenmoser, Philippe Eberle und Luca Fochetti, der den Lauf als Zweiter vor Philippe und Raphael beendete. Dahinter fuhr Stéphane Monnier ein einsames Rennen als Fünfter und erst gegen Schluss schloss Fabian Horisberger zu ihm auf, aber ohne ihn ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können.

Im 2. Vorlauf der Gruppe A kam es an der Spitze zu keinen Zweikämpfen und nach der 1. Kurve nach dem Start sicherten sich Marco Kurmann, Patrik Grütter, Manuel Benz und Roger Graf die ersten vier Positionen. Aufsehen erregend war der Crash in der zweiten Runde, als Franco Albanese bei einem Überholversuch Mariza Trachsel "aufhockte" und beide von der Piste "flogen". Mariza blieb verletzt stehen, zum Glück aber nichts Ernstes und sie ist ja hart im Nehmen.

Im 2. Vorlauf der Gruppe B setzte sich Raphael Rogenmoser hinter Ken Allemann als Zweiter gegen Luca Fochetti durch. Dahinter verwies Philippe Eberle Stéphane Monnier in der 7. Runde auf den 5. Rang und Jacques Amherd verbesserte sich kontinuierlich vom 12. auf den 6. Platz.

Im Pré-Final setzte sich Ken Allemann gegen den aus der Pole-Position startenden Marco Kurmann durch und liess sich den Sieg auch vom aufholenden Raphael Rogenmoser nicht mehr nehmen. In der 4. Runde überschlug sich Marco Kurmann und blieb verletzt liegen. Er wurde daraufhin von den Sanitätern auf einer Bahre von der Piste zum Saniposten gebracht. Es schien nichts Ernsteres gewesen zu sein, aber den Final konnte er nicht mehr fahren. Dritter wurde Luca Fochetti vor Patrik Grütter, Roger Graf und Stéphane Monnier.

Den Final gewann wieder Ken Allemann unangefochten vor Raphael Rogenmoser, der sich mit Luca Fochetti ein heisses Duell lieferte, sich aber durchsetzen konnte. Luca wurde dann noch von Philippe Eberle auf den vierten Rang verwiesen, wurde verwarnt wegen unfairen Fahrens und schlussendlich wegen Untergewicht disqualifiziert. Vierter wurde Manuel Benz vor einem stark fahrenden Anthony Crosilla, Stéphane Monnier und Patrik Grütter.

 

Kategorie Junior

Bei der Favoritin Cyndie Allemann schlug "Murphy" schon vor dem Start zu und sie musste den ersten Vorlauf abseits der Piste beobachten. Alain Giger setzte sich in der 3. Runde gegen Jenny David durch, der Schnellsten des Zeitfahrens und gewann den ersten Lauf. Jenny wurde noch in der gleichen Runde von Leonardo Corti auf Rang 3 verwiesen, in der 5. Runde von Marco Rhoner auf den 4. Platz. In der 6. Runde schied Leonardo Corti aus und Thomas Vogt konnte in der 8. Runde die 3. Position erobern. Adrian Boehlen, der unaufhaltsam nach vorne stürmte, konnte in der letzten Runde Jenny auf den 5. Rang verdrängen und Michaël Mettraux schob sich auch noch an Jenny vorbei. Adrian Boehlen erhielt aber wegen Überholens in der Fromationsrunde 12 Penalties und fiel auf den 16. Rang zurück.

In der 2. Runde des 2. Vorlaufs fiel Marco Rhoner hinter Alain Giger, der bei dieser Gelegenheit Iris Thurnheer überholte und die Spitze übernahm und sicher seinen 2. Laufsieg holte. Michael Futscher, der sich Runde für Runde verbesserte, verwies Iris Thurnheer in der 11. Runde auf den dritten Rang. Vierter wurde Marc Grabher vor Marco Rhoner und Adrian Boehlen. Eine eindrückliche Szene ereignete sich zu Beginn, als beim Start Antonio Pellegrino sein Hinterrad verlor und es wie eine Granate über die Zielgerade fegte. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Im Final setzte sich einmal mehr Alain Giger durch und holte sich 40 SM-Punkte an diesem Tag. Zweiter wurde Marc Grabher vor Thomas Vogt, der sich im 1. Vorlauf an der Hand verletzt hatte. Thomas wäre eigentlich in der letzten Runde ausgeschieden, wie sich im nachhinein aber herausstellte, war der Final eine Runde zu spät abgewunken worden. Vierter wurde Michaël Mettraux, der Marco Rhoner in der 13. Runde noch auf den 5. Platz verwies.

Trotz ihrem eher glücklosen Abschneiden führt Cyndie Allemann das Gesamtklassement an vor Alain Giger und den punktgleichen Thomas Vogt und Leonardo Corti.

 

Kategorie Formula A

Im 1. Vorlauf der wiederum nur 14 Piloten der Kategorie A gewann André Scheidegger souverän vor Beat Wittwer, der sich einen spannenden Zweikampf mit Etienne Aebischer lieferte. In der achten Runde fiel Etienne Aebischer dann hinter Francesco Boemi zurück und wurde in der vorletzten Runde von Sandro Hegglin auf den fünften Platz verwiesen. Sabrina Hungerbühler, die wohl zur Zeit als Einzige in der Lage wäre, André Scheidegger ernsthaft zu gefährden, wurde in der 3. Runde an dritter Stelle liegend unsanft von der Piste "geschubst". Biagio Mancina lief es auch nicht optimal und hetzte als Letzter hinter dem Feld her.

Im 2. Vorlauf bot sich ein gewohntes Bild an der Spitze: André Scheidegger brauste beim Start auf und davon. Dahinter konnte sich Marc Benz auf die zweite Position vor Francesco Boemi und Sandro Hegglin kämpfen. Sabrina wurde kurz nach dem Start in eine Kollision verwickelt, verlor ihren Frontspoiler und wurde wegen technischen Defekts zur Aufgabe gezwungen. Biagio Mancina konnte sich diesmal gegen den ebenfalls glücklos kämpfenden Erich Sidler und Beat Wittwer, der ebenfalls Probleme zu haben schien und Rang für Rang zurückfiel, durchsetzen. Stefan Schelling trat gar nicht mehr an und beobachtete das Rennen von der Tribüne aus.

Den Final, der wegen der geringen Teilnehmerzahl wieder wie die Vorläufe nur über 12 Runden führte, gewann, wen überrascht es, André Scheidegger in gewohnter Start-Ziel-Sieg-Manier und führt das Klassement mit dem Punktemaximum an. Zweiter wurde wieder Marc Benz vor Etienne Aebischer, der Francesco Boemi wie Sandro Hegglin und Beat Wittwer hinter sich liess. Sabrina war einmal mehr vom Pech verfolgt und kam kurz nach der ersten Kurve nach dem Start zu weit an den Pistenrand und kam dort ins Schleudern und flog ab. Biagio Mancina, der in der 2. Runde von Eric Berguerand abgedrängt wurde und abflog, konnte das Rennen zwar wieder aufnehmen, er beendete aber als Letzter das Rennen.

Im Klassement hat André Scheidegger nach 2 Renntagen bereits 20 Punkte Vorsprung auf Sandro Hegglin und 30 Punkte auf den Drittplazierten Francesco Boemi. Am Ende stellt sich einmal mehr die Frage, wer Punkte bekommt, da in einem so kleinen Feld ja jeder punktberechtigt ist. (Das gleiche Problem scheint auch das Programm der Zeitmessung zu haben). Stefan Schelling dürfte aber keine Punkte für den nicht gefahrenen Final bekommen

 

Kategorie A-150

Patrick Oberer, der Schnellste im Zeitfahren, konnte seine Führung bis zur 8. Runde behaupten, dann musste er Adriano Scardino ziehen lassen. Dritter wurde Alexandre Girault vor Reto Carigiet und Philipp Folghera, der vom Ausscheiden Carlo Schütz in der 8. Runde profitieren konnte.

Im 2. Vorlauf kehrte Patrick Oberer in der 4. Runde den Spiess um und verwies Adriano Scardino auf den 2. Platz. Dahinter setzte sich Philipp Folghera zuerst gegen Reto Carigiet und dann gegen Alexandre Girault durch. Reto Carigiet seinerseits konnte in der letzten Runde Alexandre Girault noch auf den 5. Platz verweisen. Carlo Schütz konnte sich noch auf den 8. Rang vorkämpfen und sich wenigstens 3 SM-Punkte aus den Vorläufen sichern.

Im Final kam es zu Beginn wieder zum Zweikampf Patrick Oberer und Adriano Scardino, doch in der 13. Runde griff Philipp Folghera in das Geschehen an der Spitze ein und und schob sich zwischen die beiden Kontrahenten und in der letzten Runde eroberte er gar die Spitzenposition. Dahinter sicherte sich Reto Carigiet erneut den 4. Rang und überzeugte durch Kontinuität. Carlo Schütz fiel einmal mehr an fünfter Stelle liegend in der 15. Runde aus.

Nach dem 3. Renntag übernimmt Patrick Oberer die Führung vor Adriano Scardino, Alexandre Girault und Reto Carigiet. Carlo Schütz fällt auf den 5. Rang zurück und wird es schwer haben, seinen Titel als Schweizermeister zu verteidigen.

 

Schlussbemerkung

Parma gehört sicher zu den anspruchsvolleren, aber auch interessanteren Pisten, auf denen die Schweizermeisterschaft ausgetragen wird. Abgesehen von einer kleinen Verzögerung vor dem Final der Kategorie A-150, als die Zeitmessung wohl auch ein wenig unter der Hitze litt und eine Störung hatte, klappte der organisatorische Ablauf sehr gut. Auf dem Heimweg konnte man sich auf der Autobahn Richtung Mailand etwa ausmalen, wie man sich im hinteren Feld eines Kart-Rennens fühlt, wenn einem die "Gegner" rechts und links um die Ohren sausen.

Die nächsten Rennen der Mini’s finden in Buochs und Vaduz statt. Wir sehen uns am 1. KIA-Cup in Wohlen wieder oder sonst in Chiavenna. Bis dann Euer

André Denzler, 9.6.99

André Denzler – © karting.ch / Kartszene, 9.6.99

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